Bei mehreren Lawinenunglücken in den italienischen Alpen sind vier Menschen ums Leben gekommen, weitere wurden teils schwer verletzt. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Abgänge ereigneten sich an einem Tag mit erheblicher Lawinengefahr, verbreitet galt Warnstufe drei der fünfteiligen europäischen Skala.
Tote und Verschüttete bei Lawinenserie in Norditalien@(zwischenHeadlineTag)>
Im Trentino registrierte die Bergrettung zwei tödliche Lawinenabgänge: In der Zone Forte Buso oberhalb des Paneveggio-Sees wurde aein 40-Jähriger aus Primiero nach rund 40 Minuten aus den Schneemassen geborgen. Einsatzkräfte reanimierten den Mann, er starb jedoch später im Krankenhaus Santa Chiara in Trient. Am selben Tag wurde an der Punta Rocca auf der Marmolada ein 41-jähriger Skifahrer aus Bassano del Grappa von einer Lawine erfasst und tödlich verletzt. Die Gruppe aus Freeridern führte LVS-Ausrüstung mit.
Zwei weitere Todesopfer forderte ein Lawinenabgang in der lombardischen Valtellina. Drei Skitourengeher wurden verschüttet, zwei Männer im Alter von 35 und 46 Jahren kamen ums Leben. Ein 53-Jähriger überlebte schwer verletzt und wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus von Sondrio geflogen.

Weitere Lawinen gingen unter anderem im Aostatal sowie im Piemont ab. Im Aostatal war ein Eisklettererer betroffen. Im Piemont handelte es sich um Tourengeher. Die Gruppenmitglieder wurden von einem Schneebrett erfasst, konnten sich jedoch selbst befreien oder blieben unverletzt. Die Rettungseinsätze liefen unter schwierigen Wetterbedingungen mit Hubschraubern von Bergrettung, Feuerwehr und der Finanzpolizei. Ermittlungen zur genauen Unfallursache wurden eingeleitet.
Experten warnen angesichts der aktuellen Lage vor besonders heimtückischen Bedingungen. Temperaturanstiege und Neuschnee machten die Schneedecke instabil. Auch der Klimawandel trage zur Veränderung der Schneestruktur bei: Dünnere Schneedecken begünstigten die Bildung kantiger Kristalle als gefährliche Gleitschicht. Die Gefahr treffe dabei häufig erfahrene Tourengeher, die sich öfter im freien Gelände bewegten.
Lawinenabgang mit einem Toten an der Verdinser Plattenspitze (2680 m)@(zwischenHeadlineTag)>
Im Südtiroler Sarntal ist ein junger Skitourengeher am Sonntagnachmittag (08. Februar 2026) von einer Lawine tödlich erfasst worden. Der Mann war gemeinsam mit einem Begleiter von Meran aus in Richtung Kratzberger See unterwegs, als sich im Bereich zwischen Plattenspitze und See während der Abfahrt ein Schneebrett löste.
Nach Angaben der Einsatzkräfte wurde einer der beiden Alpinisten von den Schneemassen mitgerissen und vollständig verschüttet. Sein Tourenpartner setzte umgehend einen Notruf ab und begann sofort mit der Suche. Da beide Wintersportler mit vollständiger Lawinenausrüstung unterwegs waren, konnte der Verschüttete zügig geortet werden.
Der alarmierte Bergrettungsdienst Sarntal rückte unterdessen mit mehreren Einsatzkräften in das hochalpine Gelände aus und unterstützte die Bergung im Bereich des Lawinenkegels. Dennoch kam für den jungen Südtiroler jede Hilfe zu spät: Er lag unter rund 80 Zentimetern Schnee und konnte von den Rettern nur noch tot geborgen werden. Neben der Bergrettung Sarntal standen auch die Notarzthubschrauber Pelikan 1 und Pelikan 2, Einsatzkräfte der Finanzwache sowie die Notfallseelsorge im Einsatz.

