- 25. September 2025 | Andrzej Bargiel schreibt mit Skiabfahrt Alpingeschichte
- 16 Stunden in der Todeszone
- Die Fakten auf einen Blick
- Routenübersicht und Zeitplan
- 10. November 2025 | Neuer Film zum Erfolg veröffentlicht
- Kontrovers diskutiert: Drohneneinsatz zur Navigation
- Zur Vergleichbarkeit alpinistischer Leistungen
- 21. August 2025 | Aller guten Dinge sind drei: Andrzej Bargiel wagt neuen Versuch am Everest
- Aufstieg ohne Flaschensauerstoff
- Ski-Rekord am K2 im Jahr 2018
25. September 2025 | Andrzej Bargiel schreibt mit Skiabfahrt Alpingeschichte@(zwischenHeadlineTag)>
Hauptsponsor Red Bull hatte das Unglaubliche mit einem "Videobeweis" vermeldet: Andrzej Bargiel hat den Mount Everest (8848 m) ohne Flaschensauerstoff erreicht und ist von dort bis ins Basecamp mit Ski abgefahren.
"Es ist einer der wichtigsten Meilensteine meiner Sportkarriere. Den Everest ohne Sauerstoff abzufahren, war ein Traum, der seit Jahren in mir wuchs. Ich wusste, dass die schwierigen Herbstbedingungen und die Planung der Abfahrtsroute durch den Khumbu-Gletscher die größte Herausforderung für mich sein würden", sagte der Athlet nach der Abfahrt.
16 Stunden in der Todeszone@(zwischenHeadlineTag)>
Nach knapp 16 Stunden Aufstieg aus dem Camp IV in der "Todeszone" oberhalb der 8.000 Meter schnallte der Pole am 22. September auf dem Gipfel seiner Ski an – und startete die Abfahrt über den South Col. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichte er Camp II und legte eine Pause ein, da eine sichere Orientierung nicht mehr möglich war. Am nächsten Morgen setzte er die Skiabfahrt fort, meisterte den gefährlichen Khumbu-Eisbruch und erreichte schließlich das Everest Base Camp.
Der rund 16-stündige Aufenthalt in der Todeszone des Everest unterstreicht das Ausmaß von Bargiels Leistung. In dieser Höhe verschlechtert sich die Entscheidungsfähigkeit rapide, und das Risiko eines tödlichen Hirn- oder Lungenödems steigt rasant. Die meisten Gipfelversuche dauern selbst mit Flaschensauerstoff nur einen Bruchteil dieser Zeit. Diese lange Zeit ohne Sauerstoff stellt eine enorme Belastung für den Körper dar, weshalb Bargiels sicherer Abstieg eine bemerkenswerte Demonstration menschlicher Ausdauer am Rande der physiologischen Leistungsfähigkeit darstellt.
Die Fakten auf einen Blick@(zwischenHeadlineTag)>
Gesamtzeit: 4 Tage, 4 Stunden und 15 Minuten – Start im Everest Base Camp am 19. September 2025 um 04:30 Uhr, Rückkehr am 23. September 2025 um 08:45 Uhr.
Support Team: Tomasz Gaj (Expeditionsleiter), Patrycja Jonetzko (Ärztin), Piotr Sadowski (Physiotherapeut), Jan Gasienica-Roj (Safety Manager), Dariusz Zaluski (Sport Support und Kameraführung), Maciej Sulima (Kamera), Bartek Bargiel (Drohnenpilot), Bartek Pawlikowski (Fotograf), Seven Summits Treks und das Team der Expedition Sherpas.
Dokumentation: Die Everest-Expedition von Andrzej Bargiel wird laut Sponsorenmitteilung 2026 in einem Dokumentarfilm erzählt.
Routenübersicht und Zeitplan@(zwischenHeadlineTag)>
Vom Everest-Basislager zum Lager IV: Am 19. September verließ Andrzej Bargiel das Everest-Basislager um 4:30 Uhr Ortszeit und folgte einem Akklimatisierungsprotokoll mit mehreren Auf- und Abstiegen zwischen den Lagern. Dieser schrittweise Wechsel zwischen den Lagern I, II und III ermöglichte es ihm, sich an die extreme Höhe zu gewöhnen, bevor er sich im Lager IV am Südsattel (7.900 Meter) niederließ, bereit für den Gipfelversuch.
Gipfeltag: Am 21. September verließ Bargiel Lager IV am Südsattel (ca. 7.900 Meter) um 23:24 Uhr Ortszeit. Aufgrund starken Neuschnees, der das Spuren erschwerte, dauerte der Aufstieg deutlich länger als erwartet. Er verbrachte insgesamt fast 16 Stunden in der Todeszone, bevor er am 22. September um 15:00 Uhr ohne zusätzlichen Sauerstoff den Gipfel erreichte.
Skiabfahrt (Gipfel nach Lager II): Nachdem er den Gipfel gegen 15:17 Uhr Ortszeit erreicht hatte, verbrachte Bargiel nur wenige Minuten dort, bevor er seine Skier anschnallte und mit der Abfahrt begann. Um 15:35 Uhr hatte er den berühmten Hillary Step unterschritten und setzte seinen Weg in Richtung Südgipfel fort. Um 15:45 Uhr sah man ihn den Grat entlangfahren, bevor er den Balkon und später den Südsattel erreichte. Um 17:20 Uhr war Bargiel unterhalb von Lager IV abgestiegen und fuhr weiter in Richtung Lager II. Er kam um 20:30 Uhr Ortszeit in Lager II (~6.400 Meter) an; zu diesem Zeitpunkt war es bereits dunkel, sodass eine sichere Navigation unmöglich war.
Skiabfahrt (Lager II zum Everest-Basislager): Am 23. September gegen 07:00 Uhr Ortszeit nahm Bargiel seine Abfahrt von Lager II aus wieder auf und fuhr entlang der Schulterwände des Mount Everest ab. Um 7:50 Uhr passierte er Lager I und setzte seinen Weg über die Hänge des Nuptse fort. Er überquerte den Khumbu-Eisbruch auf Skiern, ohne Seile oder Fixseile, wobei er sich teilweise von einer Drohne seines Bruders Bartek führen ließ. Um 8:45 Uhr Ortszeit erreichte er das Ende des Eisbruchs und die Schneegrenze am Everest-Basislager. Damit war die erste Skiabfahrt vom Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff abgeschlossen.
Bargiel ist bislang als einziger Athlet bekannt, der von den Gipfeln aller Achttausender im Karakorum – darunter die erste und bisher einzige komplette Skiabfahrt vom K2 im Jahr 2018 – ohne zusätzlichen Sauerstoff ins Tal gefahren ist.
10. November 2025 | Neuer Film zum Erfolg veröffentlicht@(zwischenHeadlineTag)>
Andrzej Bargiels Sponsor Red Bull hat ein 31-minütiges Video von der Skiabfahrt des polnischen Bergsteigers vom Mount Everest vor einigen Wochen veröffentlicht. Das Video zeigt detailliert jeden Abschnitt, von den letzten, langsamen Metern zum Gipfel über die Abfahrten an der Lhotse-Wand bis hin zur unheimlichen Abfahrt durch die Gletscherspalten des Khumbu-Eisfalls.
Stilfragen kurz beiseite: Das Video ermöglicht es den Zuschauern, das Ausmaß der Herausforderung zu verstehen.
Kontrovers diskutiert: Drohneneinsatz zur Navigation@(zwischenHeadlineTag)>
Die Expedition – ebenso wie Jim Morrisons Skiabfahrt mit Sauerstoff und einem vergleichbar großen Unterstützungsteam – hat in der Szene eine Debatte darüber ausgelöst, wie man alpine Werte und sportliche Leistungen mit umfangreicher Unterstützung miteinander in Einklang bringen kann.
Im Fall von Bargiel zeigen Aufnahmen, die mithilfe von Drohnen und einer Helmkamera entstanden, jeden Abschnitt, die Schneeverhältnisse und die Skistrategie – von der Gipfelüberschreitung mit Fixseilen am Hillary Step bis zu den ersten Schwüngen auf dem felsigen Genfersporn, der zu dieser Jahreszeit ausreichend mit Schnee bedeckt war. Der Alpinist stand in ständigem Kontakt mit seinem Team, darunter sein Bruder Bartek und ein Sicherheitsberater, die ihn durch das Labyrinth der Seracs lotsten.
Zur Vergleichbarkeit alpinistischer Leistungen@(zwischenHeadlineTag)>
Der Mount Everest wurde zwar schon früher mit Ski befahren, aber noch nie in dieser Art. Der Slowene Davo Karnicar bezwang im Oktober 2000 die Südwand des Everest, allerdings unter Nutzung von künstlichem Sauerstoff. Im Mai 1996 gelang Hans Kammerlander eine außergewöhnliche Solo-Besteigung des Everest ohne zusätzliches O2. Damals verhinderten ungünstige Schneeverhältnisse eine vollständige Skiabfahrt.
Am 15. Oktober 2025 war dem US-Amerikaner Jim Morrisson eine historische Skiabfahrt an der Nordseite des Everest durch das Hornbein Couloir gelungen (mit künstlichem Sauerstoff!). Noch nie zuvor waren einem Alpinisten Aufstieg und erfolgreiche Abfahrt über die Route gelungen. Einen detaillierten Beitrag zur Vergleichbarkeit solcher Leistungen findet ihr hier.
21. August 2025 | Aller guten Dinge sind drei: Andrzej Bargiel wagt neuen Versuch am Everest@(zwischenHeadlineTag)>
Man dürfe ihm "die Daumen drücken", schreibt der Profi-Alpinist in seinem Ankündigungs-Post auf Instagram. Erst gestern (20. August 2025) veröffentlichte Bargiel das kurze Statement mit dem Titel "#EverestSkiChallenge". Damit ist alles gesagt: Zum dritten Mal wird sich der Pole an den Versuch einer kompletten Skiabfahrt vom höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest, wagen.
Aufstieg ohne Flaschensauerstoff@(zwischenHeadlineTag)>
Durchgesickert ist bislang nur, dass der Athlet von einem eigenen Team zum Berg begleitet wird, darunter ein Mediziner, ein Physiotherapeut im Basislager, eine Filmcrew (darunter Bargiels Bruder als Drohnenpilot) und der in Polen bekannte Höhenalpinist und Winterbergsteiger Darius Zaluski. Über den geplanten Aufstiegsstil sind noch keine Details bekanntgegeben worden. Kenner der Szene vermuten allerdings stark, dass Bargiel wie in den Vorjahren ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff aufsteigen will.
Zuletzt hatte sich der dreifache polnische Meister im Skibergsteigen im Jahr 2022 mit Ski am Everest versucht. Eine frühere Expedition im Jahr 2019 hatte er nach fünf Wochen wegen eines Seracs über dem Khumbu-Eisbruch vorzeitig beenden müssen. Für den Alpinisten drängt nun die Zeit, in früheren Interviews äußerte er die Befürchtung, dass die Klimakrise eine vollständige Skiabfahrt von Achttausendern bald unmöglich machen werde.
Ski-Rekord am K2 im Jahr 2018@(zwischenHeadlineTag)>
In die Annalen der Alpinhistorie ist der Pole längst eingegangen: Mit der ersten vollständigen Skiabfahrt vom Gipfel des K2 (8611 m) hatte er im Jahr 2018 für Staunen und Furore gesorgt. Zuvor war er ohne Einsatz von künstlichem O2 zum höchsten Punkt aufgestiegen. Versuche, den zweithöchsten Berg der Erde mit Ski abzufahren, hatte es zuvor schon einige gegeben:
Hans Kammerlander hatte sich etwa 2001 daran gewagt, zehn Jahre später auch Luis Stitzinger. Sie alle konnten Teile des Berges befahren, eine komplette Abfahrt, also vom Gipfel bis hinab zum Basislager, gelang ihnen (und weiteren Aspiranten) jedoch nicht.
Es wird demnach ein spannender Herbst am Everest: Neben der geplanten Skiabfahrt will sich auch Tyler Andrews erneut an einem Rekord (FKT) vom Basecamp zum Gipfel versuchen.






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