Nirmal Purja und neun weiteren nepalesischen Bergsteigern gelingt Wintererstbesteigung des K2.

Meldung zur Wintererstbesteigung des K2 vom 16.01. 14:28 Uhr:

Diese Nachricht ist eine alpinistische Sensation: Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen konnte der K2 - als letzter der 14 Achttausender - nun tatsächlich erstmals im Winter bestiegen werden. 

Nach Angaben des nepalesischen Expeditionsanbieters "Seven Summit Treks" erreichte heute, am 16. Januar 2021, um 17:00 Uhr Ortszeit ein zehnköpfiges Team den Gipfel des zweithöchsten Berges der Erde. Zur Gruppe gehörten neben Nirmal Purja noch die Bergsteiger Mingma Gyalje Sherpa, Dawa Tenzing Sherpa, Kilu Pemba Sherpa, Dawa Temba Sherpa, Mingma David Sherpa, Gelje Sherpa, Pemchhiri Sherpa, Mingma Tenzi Sherpa und Sona Sherpa.

Die nepalesischen Bergsteiger, die aus drei verschiedenen Teams (Team Nimsdai, Team Mingma G, Team SST) stammten, hatten verabredet, kurz vor Erreichen des Gipfels aufeinander zu warten, um die letzten historischen Meter gemeinsam zurückzulegen. 

Nun steht den Nepalesen noch der überaus schwierige Abstieg bei Dunkelheit bevor. Wir drücken die Daumen, dass alles glatt läuft!

Trauer um Sergi Mingote

Der sensationelle Gipfelerfolg der Nepalesen wird von einem tragischen Todesfall überschattet. Der spanische Höhenbergsteiger Sergi Mingote soll beim Abstieg von Lager I in Richtung vorgeschobenes Basislager (ABC) mehrere Hundert Meter in die Tiefe gestürzt sein. 

Wie Chang Dawa Sherpa auf seinem Instagram-Account mitteilte, hätten sich zwei polnische Bergsteiger sowie Tamara Lunger und ihr Seilpartner Alex Gavan noch im ABC um Mingote gekümmert; sie hätten jedoch nichts mehr für den Katalanen tun können: Der 49-Jährige erlag seinen schweren Verletzungen. 

Aktualisierung vom 18.01.: Gipfelteam sicher im Basislager

The full team are now back at basecamp. All safe and sound. Thank you all for your kind messages. A big thank you for...

Gepostet von Nirmal Purja am Sonntag, 17. Januar 2021
Stolz auf sich und alle, die den K 2 im Winter erstbestiegen haben: Nimsdai Purja.

Stolz auf sich und alle, die den K 2 im Winter erstbestiegen haben: Nimsdai Purja.

| © Osprey Europe

Inzwischen sind laut diversen Social-Media-Mitteilungen alle Bergsteiger, die den Gipfel des K2 erreicht hatten, wieder sicher im Basecamp angekommen.

Einer Pressemeldung seines Sponsors "Osprey" zu Folge sagte Nimsdai Purja zu dem Erfolg des nepalesischen Bergsteigerteams:

"Was für ein Aufstieg. Ich bin demütig und dankbar, dass wir als Team den großartigen K2 unter extremen Winterbedingungen bestiegen haben. Wir haben uns vorgenommen, das Unmögliche möglich zu machen, und es ist uns eine Ehre, diesen Moment nicht nur mit der nepalesischen Bergsteigergemeinschaft, sondern mit jedem auf der ganzen Welt zu teilen. Auf dem Gipfel waren wir Zeugen von der großartigen und extremen Macht, die Mutter Natur mit sich bringt. Wir sind stolz darauf, dass wir ein Teil der Geschichte der Menschheit sind. Als Team zeigen wir, dass Zusammenarbeit, Teamwork und eine positive mentale Einstellung Grenzen überschreiten kann, die man für unmöglich hielt. Vielen Dank für die tolle Unterstützung, die wir von vielen Menschen auf der ganzen Welt erhalten haben. Es hat uns angetrieben das Ziel zu verwirklichen."

Leadership isn’t always about what you want. Building an inspiring vision is key. The decision to hit the summit was a...

Gepostet von Nirmal Purja am Sonntag, 17. Januar 2021

Aktualisierung vom 20.01.: Mit "Doping" zum Erfolg?

"Ich bin froh und gratuliere ihnen aufrichtig. Heute haben die Sherpas zu Recht einen wohlverdienten Platz in der Geschichte des Bergsteigens bekommen. Sie haben jahrzehntelang Tausenden Bergsteigern bei deren Aufstiegen geholfen", teilte Simone Moro, der mit vier Achttausender-Erstbesteigungen erfolgreichste Winter-Höhenbergsteiger überhaupt, mit.

Video: Son Sherpa am 16. Januar, einige Meter unterhalb des K2-Gipfels.

Sein langjähriger Seilpartner Denis Urubko sieht das offensichtlich nicht ganz so. Die Verwendung von "zusätzlichem Sauerstoff" sei "gewaltiges Doping" lies der kasachische Extrembergsteiger wissen. 

Nirmal "Nimsdai" Purja stellte auf seiner Facebook-Seite klar, dass er beim Gipfelgang Flaschensauerstoff dabei gehabt, diesen aber nicht benutzt habe.

Damit wäre Purja, sollte die Aussage des ehemaligen Elite-Soldaten bestätigt werden, der einzige Bergsteiger aus dem zehnköpfigen Gipfelteam, der den Aufstieg ohne Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff absolviert hat. Eine Leistung, die auch Ralf Dujmovits - trotz mancher Zweifel - Respekt abverlangt. 

"Ich habe Nirmal und dem ganzen Team nach Bekanntwerden der Zusatzsauerstoff-freien Besteigung durch Nimsdai gratuliert. Im Winter zum Gipfel des K2 aufzusteigen war mit Sicherheit eine ganz harte Nuss. Obwohl ich nach all den lückenhaften und oftmals sensationsheischenden Informationen seiner 14-Achttausender-Aktion das Vertrauen zu Nimsdai etwas verloren hatte, lasse ich das Wort des Alpinisten stehen und freue mich, dass er es mit neun Zeugen am Gipfel geschafft hat", so Deutschlands erfolgreichster Höhenbergsteiger auf abenteuer-berg.de.

Keine Helden, sondern Menschen!

"Das Image, das wir uns von nepalesischen, indischen, pakistanischen Bergsteigern gemacht haben, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, doch es ist ein Image geblieben. Statt sie als Helden zu überhöhen, oder ihnen väterlich-herablassend die Köpfe zu tätscheln, wäre es angemessen, sie als das zu betrachten, was sie sind – Menschen, die gut und gerne auf Berge steigen", findet ALPIN-Kolumnist Tom Dauer. Seine Gedanken zur Wintererstbesteigung des K2 könnt ihr in ALPIN 3/2021 (ab 12.02. im Zeitschriftenhandel) lesen.

11 Kommentare

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Tscharlie

Sorry, aber dem Purja glaube ich einfach nicht. Klar ist es die Winterbesteigung des K2 eine unglaubliche Leistung. Dennoch: Irgendwann wäre ein Team gekommen, die es wirklich nach aktuell bestehenden Maßstäben geschafft hätte, wahrscheinlich sogar Sherpas. Und diese Möglichkeiten wurde ihnen genommen.

Hochvogel

Das haben die Nepali verdient. Der letzte gehört ihnen.

Besser kann man der tollen Erfolg dieser Crew nicht kommentieren. Was die Nepali in den letzten Jahrzehnten am Berg geleistet haben wird viel zu wenig beachtet.

Georg

Für mich ist das Problem der Winterbesteigung des K2 mit künstlichem Sauerstoff nicht gelöst. Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Die Lösung dieses Problems wird mit Sicherheit früher oder später kommen. Es bleibt also immer noch bestehen. By fair means, hast du sicher schon davon gehört!

Andi B

Wer jetzt wegen der Benutzung von Flaschensauerstoff rummäkelt soll es doch bitte erst mal ohne machen.

Bernd2967

Eine grandiose Teamleitung. Ein kurzer Kommentar zu Georg. Dir ist hoffentlich schon bewusst, dass es im Winter um einiges kälter ist und es ohne Sauerstoff nicht machbar ist. Man sollte dieser Leistung allerhöchsten Respekt zeigen. Lieber so als ohne versuchen und dabei das Leben zu riskieren.

Lama Claudia & Rinzi

Wir gratulieren den Sherpas von ganzem Herzen zu dieser grandiosen Leistung !Sehr traurig, dass Sergi Mingote tödlich abgestürzt ist- unser ganzes Mitgefühl ist bei seiner Familie!
Claudia & Rinzi Lama

Manu

Ganz deiner Meinung Georg

Georg

Die Wintetbesteigung des K2 wurde nur unter Zuhilfenahme von künstlichem Schauerstoff geschafft. Für mich ein sehr fader Beigeschmack!!!!!!!!!

Marc auf unserer Facebookseite

Gratulation an das nepalesische Team und mein Mitgefühl für Sergi Mingotes Familie!

Daniel auf Faceook

Historische Leistung: Damit ist auch der letzte 8.000er im Winter bestiegen worden! Chapeau

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