Verstiegen auf dem Goldtropfsteig

Bergwacht-Einsatz am Hochstaufen: App führt Wanderer in die Irre

Derzeit häufen sich die Meldungen über Wanderer, die von Berg-Apps in die Irre geleitet werden. Am Sonntag (3.9.2023) kam es erneut zu einem Rettungseinsatz am Hochstaufen, der jedoch glimpflich ausging.

Bergwacht-Einsatz am Hochstaufen: App führt Wanderer in die Irre
© IMAGO / Martin Erdniss

Bergwacht-Einsatz am Hochstaufen: App führt Wanderer in die Irre

Ein 24-jähriger Urlauber aus Hessen geriet am Sonntagabend am Hochstaufen in Bergnot, weil er sich auf die eingezeichneten Wege einer Handy-App verlassen hatte. Wie die Bergwacht Bad Reichenhall berichtet, hatte der junge Mann vom Reichenhaller Haus über den ungefährlichen Normalweg ins Tal absteigen wollen.

Er geriet jedoch auf den steilen und ausgesetzten Goldtropfsteig. Auf etwa 1.300 Metern traute er sich den weiteren Abstieg nicht mehr zu und wählte gegen 17:30 Uhr den Notruf. Die Rettungskräfte setzten zunächst einen Notarzt per Hubschrauber am Steig ab. Dieser versuchte, den 24-Jährigen für den gemeinsamen Abflug zu beruhigen.

Der Wanderer war jedoch so blockiert, dass eine bodengebundene Rettung nötig wurde. Infolge stiegen Einsatzkräfte zu ihm auf, einige wurden per Heli abgesetzt. Acht Bergretter begleiteten den 24-Jährigen gesichert ins Tal. Von dort konnte er selbstständig mit dem Auto in seine Unterkunft zurückfahren. 13 Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger sowie die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers "Christoph 14" waren bis 21 Uhr im Einsatz.

Über den Goldtropfsteig

Der Goldtropfsteig auf den Hochstaufen ist eine schwierige, ausgesetzte Bergtour (T3+, Stellen I). Die Route führt durch die 1000 Meter hohe Hochstaufen-Südflanke. Kondition, Trittsicherheit und Erfahrung in Steilschrofen sind Voraussetzung für diese Tour. 

Weiterer Bergunfall am Königssee

Bereits mehrfach kam es in diesem Sommer zu teils tödlichen Bergunfällen, in denen Wanderer "blind" einer App vertraut hatten. Mitte August war ein 34-Jähriger unweit des Königssees in den Tod gestürzt. Die Besatzung eines Polizeihubschraubers fand die Leiche im felsigen Gelände. 

Der Urlauber aus NRW hatte ein Zimmer auf der Gotzenalm bezogen und war anschließend auf eine Wanderung in Richtung Hohes Laafeld aufgebrochen. Als der Gast am späten Abend noch nicht zurückgekehrt war, hatte der Wirt die Polizei alarmiert. Die Polizei schloss nicht aus, dass der Wanderer einer App gefolgt war. Tatsächlich sei ein entsprechender Pfad in "OpenStreetMap" aufzufinden. Dieser existiert jedoch nicht bzw. nicht mehr.

Auch im vergangenen Jahr gab es einen durch eine App versursachten Todesfall: Eine Gruppe von Wanderern war an der Maiwand über Bad Feilnbach tödlich abgestürzt, weil sie einer App gefolgt war.

1 Kommentar

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Jonas

Sorry aber wer sich komplett auf Wanderapps verlässt und seinen gesunden Menschenverstand abschält, sollte sowieso nicht in den Berge unterwegs sein. Solche Apps sind ein tolles Plus aber man sollte den Weg schon auch ohne kennen.