Weitere Zeugen gesucht

Tödlicher Unfall im Höllental: Augenzeugen beobachten 150-Meter-Sturz

Am Mittwoch kam es in Grainau zu einem tödlichen Bergunfall: Ein 65-Jähriger stürzt vom Stangensteig rund 150 Höhenmeter auf den Klammweg und landet nur wenige Meter von zwei dort befindlichen Wanderern entfernt. Die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen ermittelt nun zur Klärung der Unfallursache und sucht auch nach Zeugen.

Bergrettung per Helikopter (Symbolbild)
© IMAGO / Jan Eifert

Tödlicher Absturz am Stangensteig im Höllental

Am Mittwoch, den 05.07.23, beging ein 65-Jähriger den Stangensteig in Grainau. Der Steig führt oberhalb der Höllentalklamm entlang und ist ein alternativer und kostenloser Zustieg zur Höllentalangerhütte und zum Höllentalklettersteig auf die Zugspitze.

Sturz endet nur wenige Meter von Wanderern entfernt

Nach Polizeiangaben war der Mann vermutlich über die Klamm aufgestiegen und befand sich auf dem Rückweg zum Wanderparkplatz, wo sein Fahrzeug gefunden wurde. Zwei Wanderer, die auf dem Weg zur Höllentaleingangshütte waren, bemerkten gegen 12:25 Uhr eine von oben herabstürzende Person mehrmals aufschlug und schließlich auf dem Klammweg nur wenige Meter neben ihnen liegen blieb. Der 65-Jährige stürzte dabei rund 150 Höhenmeter in die Tiefe.

<p>Der Stangensteig über der Höllentalklamm</p>

Der Stangensteig über der Höllentalklamm

© IMAGO / imagebroker

Sofort versuchten die beiden Wanderer Erste Hilfe zu leisten und verständigten die Rettungsleitstelle. Aufgrund der Schwere der Verletzungen kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Bergung des Verunglückten erfolgte durch drei Bergführer der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei in Zusammenarbeit mit 5 Kräften der Bergwacht Grainau. Der Mann stammte den Angaben nach aus Nierstein (Landkreis Mainz-Bingen) in Rheinland-Pfalz.

Polizei sucht nach Zeugen

Die genaue Unfallursache muss noch ermittelt werden, wer Hinweise geben kann wird gebeten die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen unter der Nummer 08821/917-0 zu verständigen.

6 Kommentare

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Respect Nature

@Jonas
So schaut’s aus.
Respect Nature.

Nordlicht

Die Klamm und auch den anspruchsvolleren Stangensteig kenne ich, bin dort selbst schon gewandert.
Der Unfall ereignete sich auf dem Rückweg um 12:20 Uhr. Die Gehzeit schätze ich (ab Hammersbach) auf insgesamt 3 - 4 Stunden. Möglicherweise war der Verunfallte schon erschöpft, ein Fehltritt wird dann wahrscheinlicher. Tragisch.

Jonas

Lieber Andreas,
Ich denke nicht, dass es der richtige Weg ist, die Berge weiter mit Material zu „bepflastern“ und mehr und mehr unnatürlich zu machen, da nicht die Berge gefährlicher werden, sondern die Begeher immer ungeübter…
Wir ruinieren die Natur schon mehr als genug…

Ein Gast

Tut mir immer wieder leid sowas zu lesen. Aber am Stangensteig gibt es so viele Absturzstellen. Da kann man nicht alles versichern.

Horst

Falscher Ansatz meines Erachtens:
Auf Outdooractive die Beschreibung lesen.
Der Steig ist mit "schwierig" bewertet. Dabei muss und soll auch nicht alles abgesichert werden, so dass jeder den Steig problemlos begehen kann.

Andreas

An der besagten Passage des Stangensteigs über der Höllentaleingangshütte kommt es immer wieder zu Abstürzen mit Todesfolge. Vllt. sollte die Gemeinde Grainau oder der DAV dort ein Geländer installieren, um das Schlimmste zu verhindern.