Betroffen sind Sudelfeld, Spitzing & Wallberg

Skitourengehen: Parken wird teurer

Der Skitourenboom ist seit der Pandemie ungebrochen. Beliebt sind besonders die als sicher geltenden Pistentouren. Skigebiete in den Bayerischen Alpen reagieren in der kommenden Saison mit einer teils deutlichen Erhöhung der Parkgebühren – Gäste des Skigebiets sollen hingegen nicht mehr zahlen müssen. Ziel ist es, Tourengeher abzuschrecken und Gäste für die gestiegenen Preise der Skipässe zu entschädigen.

Beliebt oder überlaufen? Parken am Spitzing wird für Tourengeher deutlich teurer.
© IMAGO / ActionPictures

Parken für Tourengeher: Preise am Sudelfeld

"Bis zu 20 Prozent der Autofahrer auf unseren Parkplätzen sind keine Kunden – tragen also nicht zur Wertschöpfung bei", sagt Egid Stadler, Geschäftsführer der Sudelfeld-Bergbahnen gegenüber dem Münchner Merkur. Die Betreiber bleiben auf den Kosten sitzen, obwohl sie Pisten und Parkplätze mit viel Aufwand präparieren.

Am Sudelfeld wird das Parken in dieser Saison von 5 Euro auf 15 Euro angehoben. Bezahlen muss diesen stolzen Preis allerdings nur, wer keinen Skipass kauft. Alpinskifahrer:innen können an der Kasse oder beim Online-Kauf (48 Euro pro Skipass/Erwachsene) ihr Autokennzeichen nennen und werden entlastet.

Ihr seid auch lieber auf der Piste als im freien Gelände auf Tour? Diese 10 Regeln des DAV müsst ihr beachten:

Ärgerlich sei für die Liftbetreiber laut Stadler vor allem, dass bereits ab 07:00 Uhr morgens Tourengeher:innen Parkplätze blockieren und deshalb viele zahlende Kund:innen abgewiesen werden müssten. Eine Erweiterung der Parkflächen komme aus Naturschutzgründen nicht in Frage. Stadler appeliert an die Tourengeher:innen, die öffentlichen Verkehrsmittel zur Anreise zu nutzen und verweist auf das Kombiticket der BRB sowie auf den Münchner Skibus.

Parken für Tourengeher: die Preise am Spitzingsee

Die Betreiber des Skigebiets am Spitzingsee entschieden sich ebenfalls dafür, die Preise anzuheben. Ohne Liftkarte werden auch an Sutten- und Stümpflingbahn in Zukunft 15 Euro fällig, so Alpen-Plus-Sprecherin Antonia Asenstorfer gegenüber dem Merkur. Lediglich am stillgelegten Taubenstein bleiben die Preise mit fünf Euro stabil.

<p>Eine deutliche Preiserhöhung kommt auf Tourengeher:innen am Spitzing zu. Auf den ÖPNV ausweichen lohnt sich!</p>

Eine deutliche Preiserhöhung kommt auf Tourengeher:innen am Spitzing zu. Auf den ÖPNV ausweichen lohnt sich!

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In der Saison 2021 war das Parken an der Sutten noch gratis, am Stümpfling wurde Alpinskifahrer:innen 2/3 des Preises rückerstattet. Am Kurvenlift wird das Parken zunächst zehn statt fünf Euro für alle kosten. Skipass-Inhaber:innen werden an allen Bahnen vollständig von den Parkgebühren befreit.

Parken für Tourengeher: Gebühren am Wallberg

Auf dem neuesten Stand der Technik ist seit dieser Saison das Parksystem der Wallbergbahn: Bei Ein- und Ausfahrt auf den Parkplatz werden die Kennzeichen automatisch erfasst. Eine Stunde bleibt gratis, bis zu vier Stunden wird vier Euro kosten. Bleiben die Gäste länger, werden acht Euro fällig. Wer die Bergbahn nutzt, zahlt jeweils die Hälfte.

Diese Berghütten für die Skitourensaison solltet ihr euch nicht entgehen lassen:

9 Kommentare

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Claudia

Ich finde es ebenfalls sehr bedenklich.

Wir werden künftig Zuhause bleiben und nirgends mehr hinfahren, wo alles extra kostet.
Wir können Zuhause Langlaufen - auch im Wald - , Wandern und so weiter.

Es reicht!

Früher kosteten Parkplätze solcher Art meist gar nichts. Nur Parkhäuser hatten- noch eher moderate - Kosten.
Inzwischen verlangen mehr und mehr Parkplätze (auch solche, die nur geschottert sind) Geld. Und das nicht wenig.

Ich bin nicht bereit, das mitzutragen. Und ich frage mich, wofür bitte? Wieso ging das früher Jahrzehntelang ohne?

Gut, wenn geräumt werden muß oä. - dann soll eine kleine Gebühr i.O. sein. Aber mehr als 2 Euro sind nicht drin.
Zudem wäre tatsächlich auf vielen Parkplätzen, wenn schon, eine zeitabhängige Parkgebühr sinnvoll.

Das Ganze ist inzwischen, wenn man die zusätzlichen Kosten für Gastronomie, die auch nicht gerade günstig sind, dazuzählt und die Anfahrt usw., dann kommen wir auf Summen, die absolut nicht mehr tragbar.

Ich bin überzeugt, es geht hier nicht darum, die ach so umweltschädlichen (wer hat sich je damit beschäftigt, ob das überhaupt stimmt??????) Autos weghaben zu wollen.

FAKT ist:
Ohne Autos haben wir wesentlich weniger Wirtschaft, wesentlich weniger Tourismus. Oder wer will all die Urlauber, Skifahrer etc. im Zug haben??? Das geht gar nicht.

Wer Touristen haben möchte, und dazu zählen auch Tagestouristen, die sich vielleicht mehrere Tage gar nicht LEISTEN können - oder auch ein Zeitproblem haben, der soll sie bitte nicht so schröpfen, daß sie eines Tages mehr und mehr wegbleiben!!!

Thomas vom ALPIN Team

Hallo @Miesbach,

Die Parkgebühren an der Taubensteinbahn und an der Kirche in Spitzingsee liegen unverändert bei 5 Euro pro Tag. Hier kann man immer noch einigermaßen preiswert starten.

Grüße aus der ALPIN ONline-Redaktion von einem anderen "Spitzingfan"

Miesbach

Von Montag bis Freitag sind die Parkplätze weder im Spitzinggebiet, noch am Sudelfeld voll belegt. Ich bin seit zig-Jahren im Spitzinggebiet mit den Tourenski unterwegs (auch auf der Piste, zwischen 20 und 30x). Komme selbst aus Miesbach und deshalb ist Spitzing für einen kurzen Tripp einfach ideal. Und ich akzeptiere auch, dass (Park-)Gebühren erhoben werden, aber in dieser Höhe?!?. Ich blockiere während der Woche keinen Skifahrerparkplatz und bin nach spätestens 1 1/2 Stunden wieder verschwunden (und dafür 10, bzw 15€). Wünschenswert wäre eine zeitbezogene Parkgebühr. Oder auch, wie am Sudelfeld, eine Tourengeherkarte. Aber anscheinend klingelt dann die Kasse nicht so laut.

anonym

Ich finde es okay wenn man was zahlen muss als Tourengeher, aber 15€ am Sudelfeld, Kobelstattel, Garmisch oder 10€ am Jochberg finde ich zu viel. Man muss die Parkzeit dem Preis gegenüber stellen. Und viele Tourengeher nutzen auch die Gastronomie. Desweiteren ist das Sudelfeld als Skigebiet Katastrophe. Ich hatte einen Skibruch, zwei andere stürtzen auch dort, weil ein Überhang bei der Anfahrt zum Lift nicht gekennzeichnet war. Ich bekam weder bei Kasse mein Geld zurück noch konnten sie die Stelle absichern keine Kommunikation zwischen Lift und Kasse möglich ist. Ich fahre lieber zum Brauneck, Hörnle oder nach Tirol z.b. Rauthhütte ;-) dort ist man Tourengeher willkommen und als Nutzer der GASTRONOMIE geschätzt wird. Es ist war mehr Belastung für die Umwelt, aber die wollen es nicht anders... Frau ja schließlich auch rechnen zu dem sie Hunde freundlicher.
TOURENGEHERIN AUS Lk Gap

Michael auf unserer Facebook-Seite

Prinzipiell finde ich okay, dass man etwas zahlen muss, es sollte nur halt angemessen sein und eine gewisse Gegenleistung enthalten. Wenn man vom nervigen Tourengeher zum zahlenden Kunden wird ist die Akzeptanz da. Das Brauneck z.B. bietet einen speziellen Tourengeherparkplatz und hat einen schöne Route angelegt, die nur kurz auf der Piste läuft.

Andreas

Ich finde es fair, dass die Liftbetreiber sich das Parken von Tourengehern bezahlen lassen. Aber ob 15 Euro gerechtfertigt sind ... da bin ich definitiv anderer Meinung.

Skitourengeher

In diesen Zeiten so eine Entscheidung? Ich halte die für ethisch verwerflich. Hauptsache Gewinnmaximierung. So werden die Skitourengeher angehalten weiter weg zu fahren und sich noch mehr im Gelände zu verteilen. Wo bleibt der Gedanke für den Umweltschutz?

Simon

Bezüglich des Zwei-Klassen-Arguments von „Anonym“: es geht ja hier um Skigebiete und wieso würde man in einem Skigebiet „wandern“ gehen wollen? Die verletzungsgefahr steigt enorm wenn Leute meinen irgendwo über Pisten latschen zu müssen. Am Sudelfeld kann man zb wunderbar ins Arzmoos winterwandern und muss dann auch keine 15€ zahlen. Aber bleibts bitte von den Pisten weg????

Anonym

Ich finde diese Einstellung sehr bedenklich. Das heißt ja im Klartext auch, dass Winterwanderer und Nicht-Skifahrer auch nicht mehr willkommen sind. Im Sommer möchte man diese brav zahlenden Ausflügler dann aber gerne haben wenn kein Skibetrieb ist…
Irgendwie hat das den Hauch von der Einteilung in eine Zweiklassengesellschaft…. Schade, eigentlich sollten alle gleichberechtigt in die Berge gehen dürfen…