14-Jähriger tot geborgen; Schneeschuhgeherin schwer verletzt

Lawinen-Unfälle in Tirol und im Chiemgau

Chiemgauer Alpen: Schneeschuhgeherin und Hunde werden von Lawine erfasst; Tirol: Sechs Jugendliche von Lawine mitgerissen, ein 14-Jähriger starb in den Schneemassen.

Lawinen-Unfälle in Tirol und im Chiemgau
© IMAGO / Volker Preußer

Wer auch bei hoher Lawinenwarnstufe unterwegs sein will, muss sich gut im Gelände auskennen und die Route sorgfältig planen. Obwohl der Lawinenwarndienst nahezu alpenweit vor Touren oberhalb der Waldgrenze warnte, zog es viele Tourengeher:innen auch abseits der Pisten nach draußen. In Tirol und dem Chiemgau kam es am Samstag zu schweren Lawinenunglücken mit einem Toten und mehreren Verletzten.

Sechs Jugendliche verschüttet: Tödlicher Lawinenunfall am Venet

Eine Gruppe Jugendlicher fuhr am Samstagmittag an der Nordseite im Variantengebiet des Skigebiets in Venet in einen steilen Hang ein, als sich wenig später ein Schneebrett löste. Die sechs Freunde im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren hatten unterhalb eines mehr als 35 Grad steilen Hanges auf etwa 2.100 Metern angehalten. Dort löste sich ein rund 70 Meter breites und 250 Meter langes Schneebrett und erfasste die gesamte Gruppe.

Drei der Freunde blieben unverletzt. Sie wurden zwar von der Lawine erfasst, wurden aber nicht unter den Schneemassen begraben. Zwei der Jugendlichen hatten ebenfalls Glück im Unglück: Beide wurden nur teilweise verschüttet und konnten von ihren Kameraden schwer verletzt geborgen werden. Ein 14-Jähriger aus der Gruppe wurde jedoch rund 100 Meter mitgerissen und komplett verschüttet. Der einheimische Jugendliche wurde von Einsatzkräften durch eine Sondier-Kette der Bergrettung geortet, konnte aber erst nach rund eineinhalb Stunden geborgen werden. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des 14-Jährigen feststellen.

Fünf Tipps für sichere Skitouren haben wir hier in der Slideshow für euch zusammengestellt.

Schneeschuhgeherin von Lawine erfasst

Eine 41-Jährige aus dem Landkreis Traunstein ist am Samstagvormittag am Gipfel des Hochgern abgestürzt. Die Frau war gemeinsam mit einem Begleiter und mehreren Hunden mit Schneeschuhen unterwegs. Eine Schneewechte am Gipfel löste sich plötzlich, woraufhin die Frau durch sehr steiles und mit Fels durchsetztes Gelände etwa 200 Meter abstürzte. Die Tourengeherin wurde teilweise verschüttet, konnte jedoch noch durch Winken auf sich aufmerksam machen. Sie wurde per Helikopter in ein nahegelegenes Krankenhaus ausgeflogen.

Auf dem Gipfelbefanden sich noch die Hunde der verletzten Frau. Diese wurden von der Bergwacht ins Tal gebracht . Am Einsatz beteiligt war auch ein Bergwachthundeführer. Weil zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Lawine weitere Menschen erfasst hatte, gingen die Sucharbeiten auch nach der Bergung der verunglückten Frau weiter. Allerdings wurden in den Schneemassen keine weiteren Opfer gefunden.

1 Kommentar

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Aline

Dass die verschüttete 14 Jährige offenbar kein LVS auf sich getragen hat, finde ich erschreckend. Die Fr.20.- für die Miete eines Rettungsgeräts sollte es den Eltern wert sein, dass im Falle eines Lawinenabgangs die Suche und Rettung effizient von statten gehen kann.
Dass es imner noch Freerider und Skitourengeher gibt, die ohne LVS auf Tour gehen, ist unhaltbar. Im besonderen Schneeschuhtourengeher es nicht für nötig halten, ein LVS auf sich zu tragen, da sie im wenig-steilen Gelände unterwegs seien, ist schade. Wenn Lawinen in Steilhängen über den Schneeschuhtourern losbrechen und die darunter marschierenden, im vermeindlich sicheren Gelände verschütten, Schneewechten an flachen Gipfeln abbrechen, weil der Schneeschuhtourer nicht realisiert, dass er auf einem Schneeüberhang steht, dann ist das Unwissenheit die behoben werden sollte.
Das man als Schneeschuhgeher das gleiche Wissen haben muss und die gleiche Tour-Vorbereitung machen muss, wie ein Skitouren geher, ist leider in weiten Kreisen unbekannt.
Die Geräte an den Füssen sind der einzige Unterschied..!