Spätestens 2023 soll am Kleinen Matterhorn der Start in die Weltcup-Saison erfolgen.

Wenn es nach der Fédération Internationale de Ski (FIS) und ihrem Präsidenten Johan Eliasch geht, dann startet der internationale Skizirkus zukünftig am Kleinen Matterhorn in die Rennsaison. Den Plänen des internationalen Skiverbandes zufolge soll die Weltcup-Premiere in fast 4000 Meter Höhe schon 2023 stattfinden.

Gestartet wird dann - in den Kategorien Abfahrt und Super-G - voraussichtlich etwas oberhalb des Kleinen Matterhorns (3.883 m) in der Schweiz, enden soll die Strecke dann in Laghi Cime Bianchi auf italienischem Boden. 

Urs Lehmann, ehemaliger Skirennfahrer und amtierender Präsident des Schweizerischen Skiverbandes "Swiss Ski", ist von der Idee begeistert: "Um einen Ausgleich zwischen Speed- und Technik-Rennen zu schaffen, wird der Wunsch nach mehr Speed-Rennen im Kalender schon seit Jahren geäussert. Nun können wir diesem Wunsch endlich nachkommen."

Nach Ansicht des langjährigen CEO der Sportfachhandelsgruppe Intersport, Franz Julen, werde das neue Matterhorn-Rennen sogar eines "der nachhaltigsten Skirennen, die es überhaupt gibt." 95 Prozent der Strecke würde auf bereits bestehenden Pisten verlaufen und rund zweidrittel über Gletscherterrain, das man nicht extra bewässern müsse, so die Begründung des Organisationskomitees-Vorsitzenden. Außerdem bringe das Projekt "neue innovative Ideen, auf die der Skisport dringend angewiesen ist".

Das sieht nicht jeder so. Felix Neureuther kritisiert, dass man sich "mit einer Abfahrt Anfang November auf einem Gletscher und zu einem Zeitpunkt, wo die Gletscher schmelzen" angreifbar mache. Der ehemalige Slalomspezialist moniert auch die erheblichen körperlichen Belastungen, denen Athletinnen und Athleten bei einem Rennen in dieser Höhe und Länge ausgesetzt seien. Zudem sieht der ARD-Experte einen klaren Wettbewerbsnachteil für deutsche Starter:innen: 

"Wir Deutschen haben nicht diese Berge, wo wir im Sommer trainieren könnten. Man muss einen extrem hohen Aufwand betreiben, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Den muss man auch machen, sonst hat man keine Chance. Und dann stehen wir hier und auf einmal ist kein Deutscher mehr unter den Top 30 oder überhaupt mehr am Start. Das sollte nicht die Zukunft sein."

Auch der Doppel-Olympiasieger von 1994, Markus Wasmeier, äußerste starke Zweifel. Aufgrund der unbeständigen Wetterverhältnisse in der Höhe, sei keine ausreichende Planungssicherheit gegeben. "Es würde mich nicht wundern wenn dort nie ein Wettkampf stattfinden würde - wegen dem Wetter", so der 58-Jährige gegenüber Sport1. Die Höhe werde sich zudem negativ auf die Athlet:innen auswirken. "Das geht richtig auf die Knochen", ist sich der Oberbayer sicher.


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2 Kommentare

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tom

Klingt für mich als versucht Felix Neureuther eine Art von Ablasshandel.

GuyIncognito

Sorry, aber ich verstehe nicht, warum Felix Neureuther neuerdings als Klimaapostel gefeiert wird. Ich finde es extrem unglaubwürdig, wenn er sich jetzt hinstellt und den alpinen Skizirkus kritisiert:

jahrzehntelang flog er um die Welt, fuhr mit seinem Auto quer durch die Alpen und laut Berichten fuhr er ein Auto in Neuseeland in einem Naturschutzgebiet zu Schrott. Mit seinem Lifestyle hat er einen viel höheren Co2 Fußabdruck, als 99% der Deutschen. Und er will uns jetzt erklären, wie wir zu leben haben?

Wenn er seine gesamten Reisen etc. kompensiert und durch Spenden in Klimaprojekte ausgleicht, dann kann er reden. Vorher ist er einfach unglaubwürdig!