Jules Moyleaux hat mit elf Jahren das Matterhorn bestiegen, aber offensichtlich keinen neuen Rekord aufgestellt.

Sechs Tage vor dem 155. Jahrestag der Matterhorn-Erstbesteigung am 14. Juli und zwei Tage vor seinem 12. Geburtstag erreichte Jules Moyleaux mit seinem Vater und in Begleitung zweier Bergführer den Gipfel des "Horu". 

Für die Besteigung des Schweizer Wahrzeichens wurde der junge Schotte von den britischen Medien gefeiert. Er sei der jüngste Bergsteiger, dem die Begehung des berühmten Viertausenders im Wallis gelungen sei, titelte beispielsweise die renommierte BBC auf ihrer Website

Doch ist dem wirklich so? Kurt Lauber, Bergführer und ehemaliger Pächter der Hörnlihütte, erhebt Einspruch. Sein Sohn Kevin habe mit ihm zusammen im Jahr 2000 das Matterhorn bestiegen - da war der Filius gerade einmal acht Jahre alt. 

"Von Jahr zu Jahr stiegen wir immer ein Stück weiter bis wir uns im Jahr 2000 den Gipfel als Ziel setzten. Wenn es damals nicht geklappt hätte, hätte ich es einfach später noch einmal versucht", erinnert sich der heute 28-jährige Kevin Lauber auf blick.ch.

"Unter den Einheimischen gibt es schon den einen oder anderen der bereits mit 12 oder 13 Jahren das Matterhorn bestiegen hat", ist sich der Walliser sicher. 

In Zermatt sollte jetzt vielleicht noch einmal nachrecheriert werden. Denn Chris Moyleaux behauptet, dass man ihm im dort ansässigen Matterhorn-Museum bestätigt habe, dass sein Sohn Jules der bis dato jüngste Besteiger des "Horu" gewesen sei.

5 Kommentare

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Max

Niemals. Ich war mit 11 Jahren oben 1 Woche nach meinem Geburtstag und ich weiss von einigen jüngeren, die oben waren.

GröBaZ

ich hab schon als kind das matterhorn bestiegen. ich weiss es noch wie gestern. grad fünf war ich geworden. im winter, nachts, free solo durch die nordwand. on sight. in knapp 2 h. ich fands eigentlich fast ein wenig zu trivial. wenn meine eltern das gewusst hätten... aber als grundbescheidener mensch, der ich nunmal bin, also als einer, dem angeberei völlig wesensfremd ist, würd' ich damit nie hausieren gehen. aber ich hoffe, dass ich damit zur klärung der ausgangsfrage beigetragen konnte. das bin ich euch schließlich schuldig. ich freue mich immer, wenn ich helfen konnte. ihr braucht mir nicht zu danken.

Peter

Der alpinistische Wert solcher Jugend Rekord Besteigungen ist ja ohnehin fragwürdig. Da ist es egal ob man einen Bergführer bezahlt hat oder ob der Papa selbst Bergführer ist. Wirklich relevant sind nur führerlose Besteigungen in ausgeglichen Seilschaften bzw. als der stärkere Partner. Alles andere ist für Selbstdarsteller in sozialen Medien

Flux

Bereits 1925 bestieg die damals erfolgreichste Bergsteigerin, Eleonore Noll-Hasenclever, mit Ihrem Mann und der neunjährigen Tochter Eleonore das Matterhorn. Eine unglaubliche Leistung zu dieser Zeit.

Siehe Neue Züricher Zeitung vom 19.08.2011

Im selben Jahr kam Eleonore Noll-Hasenclever in einer Lawine unterhalb des Weisshorns ums Leben. Tragik pur.
Dass der Sohn von Kurt Lauber auch den Ehrgeiz hatte, den Gipfel vor seiner Haustür zu besteigen, ist verständlich. Wenn Kinder wollen, sind sie zu unvorstellbaren Leistungen bereit. Kompliment an alle, ob 8, 9, 12 oder 90 wie Ulrich Inderbinen - oder wie ich Flachlandtiroler mit 54 Jahren ;)

Gudrun

Ja so ist es mit der Rekordsucht Kurt Lauber ist es wahrscheinlich gar nicht in den Sinn gekommen die Besteigung mit seinem Sohn als Rekord anzumelden.