Und: Auf der Südseite bricht Furtenbach Adventures wegen Corona-Fällen Expedition ab.

Vor einigen Tagen meldeten wir, China erwäge auf dem Gipfel des Mount Everest eine "Trennungslinie" einzurichten, die nicht überschritten werden dürfe, um eine Übertragung von Corona-Infektionen durch Bergsteiger:innen von der nepalesischen Süd-Seite des Berges auf jene zu verhindern, die von der tibetischen Nord-Seite des Berges aufgebrochen waren.

China, in dem das neuartige Coronavirus 2019 erstmals massenhaft aufgetreten war, hat das Virus den behördlichen Angaben des Landes nach inzwischen im Griff. Im Gegensatz dazu hat sich das Virus in Nepal in den letzten Wochen stark verbreitet.

Auch im Everest-Basecamp kam es zu Corona-Infektionen, die sich in den letzten Tagen offenbar weiter gehäuft haben

Aus diesem Grund hat das renommierte Expeditions-Unternehmen Furtenbach Adventures seine diesjährige Expedition gecancelt.

Wörtlich wird Expeditionsveranstalter Lukas Furtenbach in einem per Facebook am 15. Mai publizierten Statement zitiert:

"Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber mit diesen massiv steigenden Corona-Zahlen im Basecamp aufzusteigen und damit das Leben unserer 20 Kunden, vier Bergführer und 27 Sherpas leichtfertig zu riskieren, wäre unvernünftig."

In Richtung anderer Expeditions-Teams wird Furtenbach deutlich:

"Bei einigen Teams sind elementare Vorsichtsmaßnahmen einfach nicht eingehalten worden. Es hat zwischen anderen Gruppen einige Treffen gegeben. Es wurde gefeiert, Partys wurden abgehalten. Darum kam auch der sprunghafte Anstieg bei den Infizierten. Unser Team blieb die gesamte Zeit isoliert, unsere Ärztin aus Salzburg hat regelmäßige Tests durchgeführt. Doch nun ist der Punkt erreicht, wo wir aussteigen."

Auch den chinesischen Behörden scheint die geplante Trennlinie offenbar nicht mehr weitreichend genug zu sein, um "auf der sicheren Seite" zu sein. 

China hatte für diese Saison nur wenige Genehmigungen für chinesische Bergsteiger erteilt, Nepal mehr als 400 Permits an Bergsteiger:innen aus aller Welt vergeben.

Übereinstimmenden Medienberichten nach wurden die geplanten Besteigungen von der tibetischen Nordseite des Berges aus nun gänzlich durch die chinesischen Behörden untersagt.

4 Kommentare

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Erich Kriegler

Ach ja, eine wichtige Sache habe ich noch vergessen in Zusammenhang mit der VR China: "Social Credit System"... droht ein Exportschlager zu werden ...

Erich Kriegler

Tja Margot, wenn man sich über die Zustände dort informiert, was man sollte, wenn man mitreden will. Das ist gar eigentlich nicht mal so schwer... und beileibe nicht auf die causa China (suchen Sie mal in Zusammenhang mit "China" nach den Begriffen "Uiguren", "Tibet", "Organraub" oder "Menschenrechte") beschränkt, aber die Realität zeigt eindrucksvoll, dass die Menschen sich lieber wegducken, wegschauen, es gar nicht wissen wollen, es sich lieber in ihrer Blase gemütlich machen...

Margot

- "meii - Eerich" - Sie kennen sich ja richtig gut mit China aus ! Whau !!!

Erich Kriegler

Im Verbieten sind die ganz groß in der VR China, da sind die regelrecht Weltmarkführer, auch wenn sich unsere Politiker nach Kräften anstrengen, die Rückstände in Sachen Autorität und Totalitarismus nicht allzu groß werden zu lassen... Bekanntermaßen ist ja auch das Höhenbergsteigen ein absoluter Infektionstreiber. Trotz der ganzen Sauerstoffmasken und so. Nein, keine Märkte mit vorzivilisatorischer Hygiene oder Labore mit vorindustriellen Sicherheitstandards. Die Höhenbergsteiger sind's gewesen... Wenn wir das mal früher gewußt hätten...