Der Brite galt als einer der besten Höhenbergsteiger des 20. Jahrhunderts.

Als Anfang August dieses Jahres die unheilbare Krebserkrankung von Doug Scott publik wurde, reagierte die internationale Bergsteigerszene mit großem Bestürzen auf diese Nachricht, galt der 79-jährige Brite doch vielen als lebende Legende.

Doug Scott 1975 am Everest, aufgenommen von Chris Bonington.

Doug Scott 1975 am Everest, aufgenommen von Chris Bonington.

Dieser Ruf kam nicht von ungefähr. Scott, als Douglas Keith Scott am 29. Mai 1941 in Nottingham geboren, war nicht nur eine der prägendsten Figuren des britischen Alpinismus überhaupt, er zählte in den 1970er- und 1980er-Jahren auch zur absoluten Weltelite des Höhenbergsteigens.

Sein "Meisterstück" lieferte Scott bereits realtiv früh in seiner Karriere ab: Zusammen mit seinem Landsmann Dougal Haston gelang ihm 1975 die Erstdurchsteigung der Everest-Südwand, an der sich zuvor schon etliche Expeditionen die Zähne ausgebissen hatten. 

Auf dem Rückweg vom Gipfel, den sie unter Zuhilfenahme von Flaschensauerstoff erreicht hatten, überstanden die beiden Engländer ein Biwak in 8760 Meter Höhe - was ihren Erfolg noch größer erschienen lies.

Keine zwei Jahre später ereignete sich am Ogre ein weiteres "Wunder", und Scott war wieder einer der Protagonisten. Mit seinem guten Freund und häufigen Seilpartner Chris Bonington war Scott die Erstbesteigung des extrem schwierigen Siebentausenders im Karakorum gelungen. Beim Abstieg verletzten sich die beiden Spitzenalpinisten schwer und erreichten nur mit viel Glück und eisernem Willen - sowie der Unterstützung anderer Mitglieder der Expedition - lebend das Basislager. 

In den Folgejahren reihte sich weiter Erfolg an Erfolg: 

  • 1979 Kangchendzönga: Erstbegehung des Nordgrates im Alpinstil.

  • 1979 Nuptse: Erstbegehung der Nordwand.

  • 1981 Shivling: Erstbegehung des Ostgrates.

  • 1982 Shishapangma: Erstdurchsteigung der Südwand.

  • 1983 Erstbesteigung des Lobsang Spire.

1994 komplettierte Scott die Seven Summits, im selben Jahr wurde er von der Queen zum "Commander of the Order of the British Empire" erhoben. Von 1999 bis 2001 hatte er die Präsident des renommierten Alpine Club inne. 2011 erhielt Scott, der sich nach seiner aktiven Bergsteigerkarriere vermehrt karitativen Aufgaben widmete, den Piolet d’Or für sein Lebenswerk. 

Am 07. Dezember 2020 erlag Doug Scott den Folgen eines schweren Krebsleidens.

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