Der Höhenbergsteiger verunglückte 1989 am Lhotse tödlich.

Der am 24. März 1948 in Kattowitz geborene Kukuczka, stämmig gebaut und mit einer unerschütterlichen Psyche ausgestattet, war erstmals 1979 an einem Achttausender erfolgreich. Es ist die bittere Ironie des Schicksals, dass der Pole exakt zehn Jahre nach diesem Triumph am Lhotse hier auch den Tod finden sollte.

"Psychologisches Rhinozerus": Jerzy Kukuczka war für seine psychische Stärke und Zähigkeit bekannt.

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Dazwischen liegt ein Jahrzehnt voller alpinistischer Erfolge an den höchsten Bergen der Welt. Kukuczka mag im "Wettrennen" um die Erstbesteigung aller 14 Achttausender gegenüber Messner knapp das Nachsehen gehabt haben, doch der gelernte Minenarbeiter, für den das Bergsteigen immer auch eine Möglichkeit gewesen war, den tristen Alltag im kommunistischen Polen wenigstens für eine kurze Zeit zu entfliehen, wusste mit der Art und Weise seiner Besteigungen zu begeistern.

So benötigte der Pole gerade einmal acht Jahre dazu, "seine" Achttausender-Liste zu komplettieren - und damit halb so lange wie Messner, dem aber weitaus mehr finanzielle Mittel und anderweitige Möglichkeiten für die Realisierung dieses Jahrhundert-Projektes zur Verfügung standen. 

Kukuczka konnte insgesamt vier Achttausender-Wintererstbesteigungen realisieren, zwei davon 1985 innerhalb von nur drei Wochen (Dhaulagiri und Cho Oyu), neun der 14 Bergriesen bestieg der Pole über eine neue Route. Dabei setzte er alpinistische Meilensteine wie erste Durchsteigung der Südwand des K2, die Erstbegehung des Everest-Südpfeilers oder die erste Solo-Besteigung des Makalu über dessen Nordwestgrat.

1989 kehrte Kukuczka an den Lhotse zurück, um zusammen mit Ryszard Pawlowski die bis dato noch undurchstiegene Südwand in Angriff zu nehmen. Am 24. Oktober stürzte der legendäre polnische Höhenbergsteiger in den Tod, als in einer Höhe von 8200 Metern ein Fixseil riss.

Jerzy Kukuczka wäre am 24. März 2018 70 Jahre alt geworden.