Ein Wingsuit-Sprung von der Watzmann-Mittelspitze könnte für Niklas Winter juristische Folgen haben.

Das Video, das Nikals Winter Anfang Oktober 2019 auf der Video-Plattform Youtube veröffentlichte, ist spektakulär. In dem rund neunminütigen Clip ist zu sehen, wie der 30-jährige Chiemgauer mit einem Wingsuit von der Watzmann-Mittelspitze durch die berühmte Ostwand bis zum Königssee fliegt. 

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Er habe lange überlegt, ob er das Video überhaupt veröffentlichen solle, so der Philosophiestudent. Nach positiven Reaktionen habe er sich dazu entschlossen, den Film zu teilen - und damit prompt das Landratsamt Berchtesgadener Land auf den Plan gerufen.

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In einer Stellungnahme weist die Behörde darauf hin, dass es laut Verordnung über den Alpen- und Nationalpark "grundsätzlich verboten" sei, "mit Luftfahrzeugen zu starten und zu landen". Und ein Wingsuit wird, darauf verweist das Landratsamt, als Luftfahrzeug eingestuft. 

Winter habe daher eine Ordnungswidrigkeit begangen, die mit einem Bußgeld von 2500€ geahndet werden soll. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. 

Er habe mit der Aktion niemanden schaden wollen, vielmehr ging es darum, mit der Veröffentlichung des Videos Aufmerksamkeit für seinen Sport zu erzeugen, erklärt der Extremsportler. 

Winter geht davon aus, dass ihm mit dem Flug vom Watzmann der längste Wingsuit BASE Jump auf deutschen Boden gelungen sei.

 
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27 Kommentare

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Renate reger

Wenn das jeder machen wuerde.
Fuer Kletterer und Wanderer kann das gefaehrlich werden. Gut wenn es verboten wird. Heutzutage sind leider viel zu viele Menschen am Berg die bei jeder kleinen indisposition
Auch viele junge die Bergwacht holen.

Bugabooo

Unabhängig davon,dass dies verboten ist,wäre es viel sinnvoller für den NP,wenn zum Beispiel der Zirkuss am Königssee abgeschafft würde.D. heisst,Einstellung der Bootsfahrt auf dem Königssee zu touristischen Zwecken.Würde der Natur gut tun.
Bartholomäus ist ja das reinste Disneyland.Dagegen ist die Beeinträchtigung des Fluges reinstes Peanuts

Super der Sprung

... und es stört meiner Mensch und mein Getier. Elektrobikes zu hunderten im Hochgebirge oder auch in Naturschutzgebieten sind dagegen das, was unsere Lebensräume negativ beeinflusst. Ein Schutz vor diesem eektrischem Massentourismus wäre eher angebracht als ein Schutz für mutige Extremsportler die ihr Gerät sicher beherrschen. 1890 war auch Bertha Benz mit Ihren rasenden Motorwagen eine extreme Frau.

Hanno

Klar ist jeder selbst für dein Handeln verantwortlich. Ich denke nicht, dass jemand wirklich einen Unfall willentlich beim Wingsuit-Fliegen inkauf nimmt. Das Risiko ist bei solchen Proximity-Flights natürlich hoch. Wenn etwas passiert, dürfte der Pilot kaum überleben. Die Bergwacht wird ganz sicher keine unverantwortlichen Risiken in Kauf nehmen, um eine Leiche zu bergen. Um die Bergwacht und deren personelle Ausstattung darf man sich generell Sorgen machen, aber spezifisch macht es natürlich keine Sinn, jemandem etwas zu verbieten, denn dieser Logik folgend müsste man auch die Watzmann-Überschreitung und die Ostwand verbieten. Die Bergretter wissen ziemlich genau, wann und wofür sie Risiken eingehen und wann nicht und sie führen ihr Ehrenamt durchaus in dem Wissen um ihr Risiko aus.

williderwilde

Tolles Erlebnis, das individuell zu verantworten ist. Nur schade, wenn bei einem möglichen Absturz ggf. freiwillige der Bergwacht sich in Gefahr bringen müssen. Ansonsten wieder viel Futter für sehr überflüssiges Behördenmanagement.

walkandfly

Zuerst mal habe ich Respekt vor der Aktion. Wenn ich aber illegal fliege, egal ob mit Wingsuit oder Gleitschirm etc. würde ich zumindest danach nicht die Öffentlichkeit suchen und das Video veröffentlichen. Dann hätte er auch gleich bei St. Bartholomä auf der Wiese landen können und nicht halb im Baum auf dem Forstweg. Wie schon öfter geschrieben, die ganze touristische Vermarktung des Gebietes richtet weit aus mehr Schaden an.

Hanno

Interessant an der ganzen Diskussion finde ich vor allem, wie unreflektiert und affektiv die Meldung von einigen Kommentatoren hier aufgenommen bzw. kommentiert wird.

Ist den Kommentatoren hier eigentlich klar, dass sie mit „Pappnase“, „Deppen“, „Outdoorbanause“, „ hat Profilneurose“ , „eitel“ etc. permanent Beleidigungen aussprechen und sich selbst strafbar machen könnten?
Zur Sache: Rechtlich dürfte hier die „Verordnung über den Alpen- und den Nationalpark Berchtesgaden in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. Februar 1987“ gelten, welche jeder nachlesen kann. Nach dieser muss das Landratsamt die Bewertung vornehmen.

In §2 kann man dort die Ziele des nicht rechtsverbindlichen Landschaftsrahmenplan nachlesen, nämlich u.a. „(1) das Gebiet in seiner besonderen Schönheit und Eigenart zu erhalten und zu schützen, (2) der Allgemeinheit den Zugang zu landschaftlichen Schönheiten zu gewährleisten“ […] „(4) geeignete Gebiete für die Erholung zu erhalten sowie unter Beachtung der Belastbarkeit der Landschaft zu schaffen und auszugestalten.“

Die Ziele werden auch in §6 Abs. 1 genannt, welche den Zweck des NP beschreiben, nämlich „1. die gesamte Natur zu schützen, […] 3. das Gebiet der Bevölkerung zu Bildungs- und Erholungszwecken zu erschließen, soweit es der Schutzzweck erlaubt. “

In §9 sind die Verbote geregelt, und nach Abs. 4 Satz 5 ist es verboten „mit Luftfahrzeugen zu starten oder zu landen“.

Natürlich ist es sinnvoll bestimmte Nutzungsarten zu verbieten, wenn Sie eines der Rechte zu sehr verletzen. Leichthubschrauberfliegen oder Motocrossfahren könnte z.B. Erholungssuchende stören und Tiere gleichermaßen stören, auch wenn grundsätzlich Leichthubschrauberfliegen oder Motocrossfahren auch der Erholung dienen mag. Es wurde also eine Abwägung vorgenommen und nach der ein Verbot erteilt.

Aber hatte 1987 der Gesetzgeber Wingsuit-Flieger im Blick? Welche Schaden sollte ein Wingsuit-Pilot anrichten oder wessen Rechte könnte er einschränken? Hier fällt mir nur ein, dass er Tiere, die von Greifvögeln bejagt werden, oder andere Erholungssuchende erschrecken könnte.
Allerdings dürfte sich das Birkhuhn nicht weniger erschrecken, wenn man mit Tourenski auftaucht. Das Ausmaß dieses Eingriffs bleibt in meinen Augen verhältnismäßig gering und dies muss ja auch immer im Verhältnis des Rechts auf freien Zugangs der Natur und der Nutzung zum Zwecke der Erholung gesehen werden.

Im Einzelfalle kann nach §12 Abs. 1, Satz 2 eine Befreiung von Verboten erteilt werden, „wenn die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde und die Abweichung mit den Belangen von Naturschutz und Landschaftspflege vereinbar ist.“
Dies müsste der Pilot dann beantragen. Verbote, die nicht eingehalten werden, können natürlich mit Bußgeldern belegt werden.

Bernd Pucher auf Facebook

So an Anzug hätma domols a gebraucht don hätma uns den elends hatscha durchs Wimbachtal ause a daspoat.

Monika Teusch auf Facebook

Die Strafe kann nicht hoch genug sein. Bewußt gegen Gesetze zu verstoßen ist kein Kavaliersdelikt.Wir tun gut daran, ist wieder daran zu erinnern, dass Gesetze dazu da sind, das Miteinander zuregeln, auch wenn es manchmal nicht einsichtig erscheint.

Michi Ferschmann auf Facebook

Wow, über die Ost...! An mir ist einmal beim Klettern im Sarchetal ein Wingsuitspringer laut rauschend vorbei gesaust, im ersten Moment hatte ich gedacht, omg, da stürzt einer ab, irre Fall-Geschwindigkeit. Sieht mit seiner Bodycam gar nicht so schnell aus wie man es von außen mitbekommt.

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