Paar aus Mittelfranken mit sehr schweren Gepäck muss entkräftet gerettet werden.

Die Watzmann-Überschreitung ist einer der ganz großen Tourenklassiker in den Bayerischen Alpen. Jedes Jahr wagen sich mehrere Tausend Bergsteiger an die anspruchsvolle Traverse vom Watzmann-Hocheck über die Mittelspitze zur Südspitze; immer häufiger auch Aspiranten, die der Unternehmung weder konditionell noch von ihren technischen Fähigkeiten her gewachsen sind.

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Wie die Bergwacht Ramsau via Facebook sowie das Bayerische Roten Kreuz (BRK) via Homepage vermeldete, kam es in der Nacht von Montag auf Dienstag zu einer mehrstündigen Rettungsaktion, in deren Verlauf ein junges Bergsteiger-Paar aus Mittelfranken vom Watzmann-Hocheck gerettet werden konnte. 

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Die Frau kam wegen Erschöpfung nicht mehr weiter. Grund für die Erschöpfung war offenbar unter anderem der 17 Kilogramm schwere Rucksack der Frau.

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Hier die Pressemeldung des BRK im Wortlaut:

Zwölf Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers "Christoph 14" haben in der Nacht von Montag auf Dienstag ein junges Paar aus Mittelfranken vom Watzmann-Hocheck gerettet, da die Frau nach einer missglückten Überschreitung im Abstieg zwischen Hocheck und Hochstieg völlig kraftlos war und nicht mehr weiterkam. 

© BRK BGL

Der Heli konnte die Bergretter nur bis zum Haus fliegen, da die Einsatzstelle selbst im Nebel lag. Die Retter versorgten die frierende und erschöpfte Frau, brachten das Paar dann bodengebunden in drei Stunden bis zum Watzmannhaus und waren erst um 2 Uhr nachts wieder im Tal. 

Die jungen Franken hatten am Watzmannhaus übernachtet und waren am Morgen mit rund 16 bis 17 Kilo schweren Rucksäcken zu einer geplanten Sieben-Tages-Tour über den Watzmann und ins Steinerne Meer aufgebrochen, kamen aber wesentlich langsamer als vorgesehen voran. 

Auf der Überschreitung war dann an der Mittelspitze Schluss: die beiden Urlauber erkannten, dass sie mit den schweren Rucksäcken im ausgesetzten Gelände kein Tempo machen konnten, ihr nächstes Etappen-Ziel an der Grieshütte nicht mehr erreichen würden und kehrten wieder um zum Hocheck.

© BRK BGL

Gegen 18.20 Uhr setzten sie dann einen Notruf ab, da die Frau zwischen Hocheck-Gipfel und Hochstiege am Ende ihrer Kräfte war. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers "Christoph 14" flog im Pendelverkehr insgesamt sieben Ramsauer Bergretter zum Watzmannhaus, die dann zu Fuß aufstiegen und zum Teil so weit wie möglich mit dem Tau unterhalb der Wolkenschicht geflogen und abgesetzt wurden. 

© BRK BGL

Sie versorgten die Frau so weit, dass sie in einer dreistündigen Aktion aus eigener Kraft am kurzen Seil zum Haus geführt werden konnte. Ein Rettungsflug per Tau unterhalb des Nebels war wegen Dunkelheit nicht mehr möglich. Die Bergwacht tankte den Heli mit dem Kerosinanhänger wieder auf.

Die zusätzliche Ausrüstung für einen zunächst geplanten liegenden Abtransport in der Trage wurde nicht mehr benötigt. Die in Bergnot Geratenen übernachteten wieder im Watzmannhaus und planten am Dienstagvormittag selbst abzusteigen. 

Die Bergretter gingen nach einer Brotzeit am Watzmannhaus zu Fuß weiter zur Mitterkaseralm, wo sie ihre Kameraden per Fahrzeug abholten und ins Tal fuhren. Der aufwendige Einsatz dauerte bis 2 Uhr in der Früh.

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17 Kommentare

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t-kress

17 kg???
Was hatten die Alles dabei, den ganzen Hausrat?

Eli Vogt auf Facebook

Für solche Fälle sollte es so eine Art Taxiflugdienst geben an die die Leute weitergeleitet werden....und das sollte gewaltig was kosten und keine Versicherung sollte die Kosten übernehmen.Vielleicht kommen dann manche wieder von ihrem Anspruchsdenken runter

Joachim Roth auf Facebook

Leider ist im Kopf vieler Leute dass sie versichert sind und geholt werden

lemueck

ich war mit 20kg drei Wochen in Nepal trekken und wir hatten ALLES dabei ! man kann es auch übertreiben mit dem Rucksack packen...

Markus Stahl auf Facebook

Zu schwerer Rucksack? Nie davon gehört! Zu schwach zum tragen...dagegen schon!
Oder einfach nur, unzureichende Fähigkeit der realistischen Selbsteinschätzung!

Ines Abendroth auf Facebook

Ich gehe nächste Woche auf eine geführte Hüttentour -6 Tage- max. 8 kg (inklusive Wasser),das reicht dicke,man braucht nur die richtigen Klamotten dazu .

Stefan

Bei all der Häme finde ich die Entscheidung umzukehren für offensichtlich unerfahrene Bergsteiger schon mal ziemlich klug. Stellt euch vor die beiden hätten versucht weiterzugehen.

Vielen Dank an die Bergrettung

Christoph Gotthardt auf Facebook

Es gibt tausend Verpackungspläne im Netz ,mein Gott man muss halt mal mit rein in der Mini Tube zwischenwaschen

Ben Ider auf Facebook

Ich war neulich am Ramoljoch auf 3200. Eine Wanderin hat sich von ihrem Bergführer den Rucksack hochschleifen lassen. Als sie wieder auf der gegenüberliegenden Seite im Tal war, packte sie erstmal ihre Hausschuhe aus! Gott, waren das lustige Flüche im Ötztaler Dialekt!

Stefan Lankes auf facebook

7 Tage Tour ? 17 kg aber nichts für ein Biwak dabei ? Es gibt genug stellen auch am Watzmann für ein Notbiwak, aber es ist wohl leichter die Bergwacht einzuschalten. Das Wetter war stabil und bei dem Gewicht sicher genug Flüssigkeit und essen dabei.. aber Hütte war wohl angenehmer !

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