Ein breites Bündnis von Naturschutzverbänden,Umweltschutzorganisationen und Klimaschutzaktivisten ruft dazu auf, am 29. November weltweit für einen #neustartklima zu demonstrieren.

Rund 1,4 Millionen Menschen gingen laut Bund Naturschutz beim letzten Klimastreik am 20. September allein in Deutschland auf die Straße. Beim 4. Global Climate Strike am 29. November sollen es, so die Hoffnung der Organisatoren, noch mehr werden.

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Schweigedemonstration der "Scientists for Future" vor dem Bundeskanzleramt in Berlin am 15. November 2019.

| © Imago / Snapshot

Der Termin ist nicht zufällig gewählt. Denn vom 02. bis 13. Dezember findet in Madrid unter dem Hashtag #TimeForAction die 25. Weltklimakonferenz (COP 25) statt. Gastgeber Spanien möchte dabei, so Regierungschef Pedro Sánchez, "eine Vorreiterrolle in der Klimapolitik einnehmen". 

Allein 20.000 Delegierte aus aller Welt werden an der Veranstaltung der Vereinten Nationen teilnehmen, dazu noch mehrere tausend Wissenschaftler, Manager und Medienvertreter. 

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Schwerpunkt des Gipfels wird sein, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens weiter voranzutreiben. Dabei dürfte vor allem die Frage im Fokus stehen, wie das 2015 beschlossene Ziel, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, umgesetzt werden kann.

Ein Weg dazu führt über eine deutliche Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes. Wenn das 1,5 Grad-Ziel eingehalten werden soll, müssen die weltweiten Emissionen, so heißt es im aktuellen Bericht des UN-Umweltprogramms Unep, von 2020 bis 2030 jährlich um stolze 7,6 Prozent sinken. Momentan sieht es jedoch nicht danach aus, als könne diese Marke auch nur ansatzweise erreicht werden.

Das jüngst beschlossene Klimapaket der Bundesregierung bietet dazu auch wenig Anlass zu Hoffnung, kritisieren die Umweltschutzaktivisten unisono.

"Wir fordern Gesetze und Maßnahmen, die wirklich dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen und die Erderhitzung zu stoppen", so der Bund Naturschutz in Bayern, der appeliert, am 29. November an einer der zahlreichen Aktionen und Demos der weltweiten Klimaschutzbewegung teilzunehmen. 

Outdoorbranche reagiert auf Black Friday

Der Klimastreik fällt in diesem Jahr mit dem Black Friday zusammen, bei dem stationärer wie Online-Handel mit satten Rabatten und speziellen Aktionen weltweit um Käufer buhlen. 

Für die US-Marke Patagonia ein wirklich schwarzer Freitag und einer "der umweltschädlichsten Tage des Jahres". Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Ventura ruft daher seine Kunden dazu auf, eine Umweltschutzorganisation mit einer Spende zu unterstützen - statt das Geld für neue Produkte auszugeben. Jeder Betrag bis zu 10.000 Euro, der zwischen dem 29. November und 31. Dezember gespendet wird, wird von Patagonia verdoppelt

Auch bei Isbjörn of Sweden antwortet man auf die am Black Friday, Black Weekend und Cyber Monday ausgetragenen Rabattschlachten mit einer speziellen Aktion. Der Premium-Hersteller für Kinder-Outdoorbekleidung startet nämlich seinen ersten eigenen Kleidungsverleihservice. 

"Aktionen wie der Black Friday verschärfen Massenkonsum und die Abfallproblematik in erheblichem Maße. Verbraucher werden übertrieben dazu animiert, Dinge zu kaufen, die sie zum größten Teil gar nicht wirklich benötigen. Anderes Brauchbares landet dafür im Müll. Diesen Kreislauf möchten wir durchbrechen und Eltern dafür sensibilisieren, bewusst und damit weniger anstatt mehr zu konsumieren", so Maria Frykman Forsberg, eine der Gründerinnen von Isbjörn of Sweden.

Isbjörns Verleihservice wird zunächst als Pilotprojekt in Schweden gestartet und soll in einem zweiten Schritt auf andere Länder ausgeweitet werden.

Bei Haglöfs hat man angekündigt, den Verkaufspreis für alle Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände in den eigenen Ladengeschäften in Stockholm, Göteborg, Åre, Helsinki und Oslo am Black Friday verdoppeln zu wollen.

"Als Outdoor-Marke sind wir zutiefst um die Natur besorgt und wir sind uns bewusst, dass Dinge oftmals gekauft werden, nicht weil man sie unbedingt benötigt, sondern weil sie zu einem Sonderpreis angeboten werden. Mit der Entscheidung gegen den Black Friday möchten wir unsere Verbraucher dazu ermutigen, zweimal nachzudenken, bevor sie ein neues Produkt kaufen“, erläutert Haglöfs-CEO Carsten Unbehaun.

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5 Kommentare

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olliS.

Ich arbeite seit 25 Jahren als Ein- und Verkäufer im Outdoorfachhandel. Innerhalb dieser Zeit wurde aus kleinen Spezialistenanbietern große Konzerne mit maximalen Gewinnstreben. Wir hatten früher sehr viele junge Studenten als Kunden, die ihre hart verdienten Kröten in einen Lowe Rucksack (damals hielten die fast für die Ewigkeit) oder Charlet Moser Steigeisen investierten und von Bergtouren in Chamonix träumten. Marken wie The North Face oder Mammut standen für ernsthafte Bergsteiger und Outdoorer. Einen Fleece trug man bis er fast auseinander fiel. Flicken auf Daunenjacken waren normal und zeugten von echten Abenteuern. Kletterer hatten oft einen ganz anderen Blick auf das Weltgeschehen und lebten für ihre Leidenschaft, den Fels.
Heute ist alles anders. Heute geht es um style und likes. Es geht um das perfekte Image nach Aussen. Bergsportausrüstung ist nicht mehr Zeichen idealistischer Lebenseinstellung sondern Ausdruck von Wohlstand und Erfolg. Keiner fährt mehr mit seiner klapprigen Karre und abgewetzten Klamotten in die Dolomiten zum klettern oder ins Berner Oberland für ne Woche in Schnee und Eis untergebracht in engen Westalpenhütten. Nein, heute fährt man mit dem topmodernen Caravan für nen netten plauschigen Trip zum Bouldern in die Zillergründe, mit dem SUV zur Kletterhalle, mit dem E-Bike zur nächsten Alm oder steigt in den Flieger zum Powdern in Norwegen.

Und immer mit dabei die supertollen und neuerdings sooo nachhaltigen Brands aus den Edelboutiquen der Outddorwelt.

Arme Zeit heute.

olli

Heisltschick!

Lieber Archie, seit wann ist denn eine derart substanzlose Pauschalkritik ein tauglicher Diskussionsbeitrag? Warum versuchen Sie denn nicht, Ihre "Meinung" in der Sache, wenn Sie denn überhaupt eine solche haben sollten, darzulegen und zu begründen? Oder wollen Sie nur die Bühne nutzen, um Ihre sogenannte "Haltung" zu demonstrieren?

Archie

Au weia Heisltschick, was für ein wirres Pamphlet ..

Simon

Sehr gut, dass die Jungen nicht nachlassen. Kompliment dafür!

Heisltschick!

Letztlich geht es für Wirtschaftsunternehmen doch nur darum, die "Gefühle" der jeweiligen Zielgruppe zu treffen, Weltrettungsjünger hier, Schäppchenjäger dort. Marketing beruht auf Opportunismus. Wer verkaufen will, muss sich flexibel und anpassbar zeigen, an potentielle Käufer heranwanzen. Und wer an vermeintliche (!) Naturschützer und Weltrettungschauvinisten verkaufen will, muss eben das herausstellen, was man heute euphemistisch »Haltung« nennt. »Haltung« bedeutete indes Gehorsam, Mitläufertum. Um zur bestmöglichen »Haltung« in der Lage zu sein, ist es indes notwendig, alle relevanten, selbständigen Denktätigkeit einzustellen... wie Beispiele gerade aus der deutschen Geschichte eindrucksvoll lehren.