Seit der Onsight-Begehung von "Estado Critico" (9a) im vergangenen Jahr gibt es für Alexander Megos kein Halten mehr. Ganz gleich, in welche Route der junge Mittelfranke auch einsteigt, ihm scheint derzeit einfach alles zu gelingen. Mitte Juli konnte Megos jetzt in Frankreich ein starkes Ausrufezeichen setzen.

Foto: Jorgos Megos

Zwei Namen, eine Route. Wenn von "Biographie" / "Realization" die Rede ist, bekommen Sportkletterer feuchte Hände. Die Route ist genauso legendär wie die Geschichte hinter dem Doppelnamen. 1989 richtete Jean-Christophe Lafaille nahe der Stadt Gap in den französischen Südalpen "Biographie" ein.

Sieben Jahre später gelang es dem Spitzenkletter Arnaud Petit, die Route erstmals rotpunkt zu begehen. Allerdings nicht komplett, sondern nur bis zu einem von ihm angebrachten Umlenker auf halber Strecke. Petit bewertete das von ihm gekletterte Teilstück mit 8c+. Schließlich war es 2001 Chris Sharma, der sich die erste freie Begehung der kompletten Route sichern konnte.

Sharma verpasste dem Projekt von Lafaille mit "Realization" zwar einen neuen Namen, bewerten wollte der US-Kletterstar die Route aber nicht. Das taten andere für ihn und stuften sie als 9a+ (XI+) ein. Seither konkurriert "Realization" immer wieder mit Alexander Hubers "Open Air" um den Rang als erste bestätigte Route in diesem Schwierigkeitsgrad.

Seit Sharmas Meisterstück hat "Realization" - oder "Biographie Extension" wie die Route in Frankreich genannt wird - gerade einmal sieben Wiederholungen gesehen. Die Achte gelang Alexander Megos nun am 12. Juli diesen Jahres. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern benötigte der Erlanger aber nur einen einzigen Nachmittag, um das Problem gleich im dritten Anlauf zu bewältigen. Eine fantastische Leistung, die dem 20-Jährigen einges, aber nach eigenen Angaben nicht alles abverlangte, wie er in einem Interview auf www.planetmountain.com erklärte.