Alpinklettern - Ötztaler Alpen

Über den Ostgrat auf die Watzespitze in den Ötztaler Alpen

Plaisir? Nicht hier!
Der Ostgrat auf die Watzespitze ist die perfekte Tour für alle, die "gscheides" Bergsteigen lieben. Kraxeln, Klettern, Grat, Wegfindung, Abseilen – hier ist der Allrounder gefragt. Eine Traumtour, für die man am besten auf der Kaunergrathütte Station macht.

Der markante Steinmann im oberen Drittel des Ostgrats.
© Lubika Brechtel
  • Tourdaten
  • Anreise
  • Literatur
Alpinklettern, schwer, IV Österreich
Dauer 14:30 Std.
Strecke 18,53 km
Aufstieg 2000 Hm
Abstieg 2600 Hm
Höchster Punkt 3533 Hm
Tiefster Punkt 1594 Hm
Bewertung
Kondition
Erlebniswert
Landschaft
Gefahrenpot.
Schwierigkeit (diffNameSmall)
Exposition
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Beste Zeit

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  • Feb
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  • Apr
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  • Dez
Quelle: ALPIN - Das Bergmagazin.
Autor: Lubika Brechtel

Tourbeschreibung

Der Kaunergrat zählt zu den ruhigeren Ecken der Ötztaler Alpen. Lange Zustiege, anspruchsvolle Steige und grandios gelegene Hütten zeichnen die Gegend aus. Zahlreiche wilde und teils abgelegene Klettertouren warten nur darauf, endlich einmal wieder besucht zu werden. Über allem thront die 3533 Meter hohe Watzespitze, der "Wächter" des Kaunergrats. Dessen anspruchsvoller Ostgrat ist glücklicherweise noch nicht zum überlaufenen Hotspot geworden, vielleicht liegt es an der stellenweise anspruchsvollen Orientierung? Wer sich als alpiner Allrounder identifiziert, wird hier pure Freude empfinden.

Wegbeschreibung

Zur Kaunergrathütte über den Cottbuser Höhenweg
Von der Bergstation der Rifflseebahn folgt man der Beschilderung "Cottbuser Höhenweg" nach Norden bergan. Immer entlang des eher anspruchsvollen Höhenwegs umrundet man in stetem Auf und Ab (teils seilversichert) Brand- und Steinkogel. Ersteren Gipfel kann mit bei Lust und Laune noch "mitnehmen". Es folgt eine lange, steile und mitunter steinschlaggefährdete Querung unterhalb des sogenannten Steinkarle, bis man auf eine Wegkreuzung trifft. Dort der Beschilderung zur Kaunergrathütte bis zur Hütte folgen.

Der Ostgrat auf die Watzespitze
Ab der Hütte geht es vorbei an einer Infotafel mit Zeitangaben, Topo der Route und weiteren Hinweisen über einen deutlich erkennbaren Pfad nach Südwesten hinab in ein gerölliges Kar. Weglos, nur durch einige Steinmänner markiert, geht es zum Einstieg bei einem markanten, südostseitigen Aufschwung (vereinzelt Bohrhaken). Ein zerbrochener, roter Helm markiert den Einstieg. Dort befindet sich auch der erste Standplatz, gefolgt von der ersten Seillänge (IV-, gefühlt leichter). Die weiteren fünf Seillängen sind plaisirmäßig mit Bohrhaken versehen und führen in eher sanftem Gelände mit festem Fels (II-III) zur ersten Kante hin. Sporadisch erleichtern verblasste rote Punkte die Orientierung. In der sechsten Seillänge trifft man auf eine Tafel vor einer durch (fragwürdige) Fixseile entschärften steilen Wand. Diese hinauf (IV) und im leichten IIer-Gelände weiter bergan. Ab hier wird die Orientierung anspruchsvoller, auch bedingt durch zahlreiche Verhauer. Diese können im Abstieg für Verwirrung sorgen, deshalb: Immer mal wieder umdrehen und im Zweifel ein Foto für die Wiedererkennung machen! Über einen unschwierigen Absatz (I-II) geht es in einen Kessel, den man in Richtung eines markanten Ausstiegs bergan quert. Hier wird der zuvor feste Fels zunehmend brüchiger. Entlang einzelner Bohrhaken und roter Punkte steigt man aus dem Kessel über einen sandigen Absatz zu einem schmalen Band auf. Dort befindet sich ein riesiger, roter Pfeil, der den Weg zum Grat weist. Ca. 100 Meter führt ein schmales, sandiges Band nach Westen zum nächsten Standplatz in einer Senke. Ab hier beginnt der eigentliche Grat mit zunehmend schlechterer Absicherung. Über eine kurze Kletterstelle (III) geht es hinauf zum Grat, diesem mehr oder weniger direkt (I-II) bis zu einem großen Steinmann folgen. Kurz unterbrochen wird der Grat durch eine luftige Plattenquerung (III). Danach geht es weiter ausgesetzt über den gezackten Felsgrat hinauf. In leichter, aber luftiger Kletterei (I-II) steigt man die letzten Höhenmeter zum Gipfel auf. Abstieg wie Aufstieg, die Variante über den Gletscher wird wegen Stein- und Eisschlaggefahr in der Regel nicht mehr begangen. Viele Abseilmöglichkeiten entlang des Weges.

Endlich: Die letzten Gratmeter zum Gipfel
Endlich: Die letzten Gratmeter zum Gipfel
© Lubika Brechtel

Sicherheitshinweise

Sicher Klettern: Das müsst ihr beim Vorsteigen beachten.

Felsklettern: Richtig sichern am Standplatz.

Felsklettern: 7 Tipps für Mehrseillängenrouten.

Unsere Haftung für Inhalte findet ihr hier.

Ausrüstung

Kletterausrüstung (Schuhe eher nicht, aber Helm!), Einfachseil (60 m) oder zwei Halbseile zum schnelleren Abseilen, 5 Expressschlingen (teils verlängerbar),.

Das darf bei keiner Klettertour fehlen: die ALPIN-Checkliste Klettern.

Alle ALPIN-Tests zum Thema Klettern findet ihr hier.

Alles was euch noch für diese Tour fehlt, gibt es im ALPIN-Shop.

Gleich mehrere Tage auf der Kaunergrathütte verbringen lohnt sich, viele ähnliche Klettertouren befinden sich an den umliegenden Bergen!

Tipp des Autors Lubika Brechtel

Weitere Infos und Links

INFO

Tourismusverband Pitztal, Unterdorf 18 A, 6473 Wenns im Pitztal, Tel: +43 5414 86 999, pitztal.com

 

TALORT
Plangeross, 1594 m.

  

HÜTTE
Kaunergrathütte, 2817 m, DAV Sektion Mainz, Hütte geöffnet 21. Juni – Mitte September, Tel. +43 5413 20310, kaunergrathuette.at

 

BERGFÜHRER

Bergführervereinigung Pitztal, Mandarfen 62, 6481 St. Leonhard im Pitztal, Tel.: +43 5413 20366, pitztaler-bergfuehrer.at

 

GEHZEITEN
Bergstation Rifflseebahn - Kaunergrathütte 4 Std.,
Kaunergrathütte - Einstieg Ostgrat 0:30 Std.,
Einstieg - Watzspitze-Gipfel 4:30 Std.,
Watzspitze-Gipfel - Kaunergrathütte 3 Std.,
Kaunergrathütte - Plangeross 2:30 Std.

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