Der schwierigste Klettersteig zum Gipfelstock des Triglavs

Triglav: Die Besteigung über den Bambergweg in Bildern

Der Triglav ist der höchste Gipfel der Julischen Alpen und mit seiner riesigen Nordwand auch eine der imposantesten Felsgestalten der Ostalpen!

Über den Bambergweg auf den Triglav
© Andreas Strauß

"Hätte ich damals gewusst, was ein Schlafsack ist, so hätte ich oben mehr als eine Nacht verträumt." Julius Kugy (1858 – 1944) kann als Entdecker der Julischen Alpen gelten. Der Triglav als höchste slowenische Erhebung nahm für ihn eine Sonderstellung ein. Heute ist er der Nationalberg der Slowenen, ziert Flagge, Wappen und sogar die 50-Cent-Münze. Etliche Wege führen auf seinen Gipfel, es gibt ein Netz an Hütten.

Auf den höchsten Berg Sloweniens: Den Triglav

Am eindrucksvollsten sind die nordseitigen Anstiege: Tominsekweg im Nordosten, Pragweg in der Mitte und Bambergweg im Nordwesten. Alle drei beginnen im wunderschönen Vrata-Tal. Speziell der Bambergweg gewährt tolle Einblicke in die imposante Nordwand – eine der höchsten der Ostalpen mit 1500 Meter Höhe und drei Kilometern Breite. Der Bambergweg ist der ruhigste, aber auch schwierigste der drei Wege mit Kletterstellen (I) und kurzen versicherten Passagen, die KS 2 – 3 entsprechen.

Tatsächlich aber machen die langen ausgesetzten Abschnitte im An- und Abstieg die Tour aus. Für alle drei Wege braucht man Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein Mindestmaß an Kletterfertigkeit. Auch wenn stellenweise Versicherungen helfen, ist keiner als Klettersteig begehbar, da es oft nur Eisenstifte sind. In Kombination mit dem Abstieg über den Normalweg zur Triglav-Hütte und dem Rückweg über Tominsekoder Pragweg ist der Bambergweg eine wirklich runde Sache.

Die Tour

<p>Blick zurück ins tief eingeschnittene Tal und zu den Ausläufern der Triglav-Nordwand zur Rechten.</p>

Blick zurück ins tief eingeschnittene Tal und zu den Ausläufern der Triglav-Nordwand zur Rechten.

© Andreas Strauß

Triglav, 2864 m, über den Bambergweg

Die Besteigung des Triglav über den Bambergweg zur Triglav-Hütte ist landschaftlich großartig und ein besonderes Erlebnis. Solide Kondition und alpine Erfahrung sind Voraussetzung.

  • Schwierigkeit: Bergtour, schwer

  • Dauer: 11 – 12 Std.

  • Höhenmeter: 1850 Hm

  • Talort: Mojstrana, 641 m.

  • Ausgangspunkt: Gebührenpflichtiger Parkplatz vor der Aljaž-Hütte, ca. 995 m, erreichbar von Mojstrana auch per Bus.

  • Beste Zeit: Juli – Oktober.

<p>Blick auf die Planika-Hütte, von der man ebenfalls in einer Dreiviertelstunde in die Scharte aufsteigen kann.</p>

Blick auf die Planika-Hütte, von der man ebenfalls in einer Dreiviertelstunde in die Scharte aufsteigen kann.

© Andreas Strauß

Route: Vom Parkplatz über die Aljaž--Hütte durchs Vrata-Tal hin auf bis in die Luknja-Scharte auf 1758 Metern Höhe. Dort links auf markiertem Steig teils klettersteigartig, oft über leichtes Klettergelände hinauf und über ein Hochkar und weitere Schrofenpassagen in die Scharte im Südgrat, ca. 2660 m. Gemeinsam mit dem Weg von der Planika-Hütte zum Gipfel. Abstieg über den Ostrücken, teils versichert, zur Triglav-Hütte. Ins Tal über den Tominsekweg oder den Pragweg. Beide ausgesetzt und steil. 

Info: Bambergweg auf den Triglav

Der anspruchsvollste Anstieg auf der Nordseite geht über die Luknja-Scharte, ist teils ausgesetzt und nur stellenweise versichert. Er verlangt gute Kondition sowie Trittsicherheit.

Info: Touristinfo Slowenien, Maximiliansplatz 12a, 80333 München, Tel. +49 89 29161202, www.slovenia.info

Anreise: Über den Karawankentunnel zur Ausfahrt Jesenice (geht ohne Slowenien-Vignette) und nach Mojstrana. Auf teils geschotterter Straße zum Parkplatz Aljaž-Hütte.

Hütten: Aljaž-Hütte, 1015 m, Slowenischer Alpenverein (PZS), Mitte Mai – Oktober, Tel.+386 4 5891030; Triglav-Hütte, 2515 m, PZS, Mitte Juni – September, sonst teils bewartet, Tel. +386 4 5312864

Ausrüstung: Bergtourenausrüstung, ausreichend Getränke. Klettersteigausrüstung kaum verwendbar (Sicherung nur durch Eisenstangen etc.)

Literatur: Helmut Lang: Julische Alpen, Bergverlag Rother, 2012; Andrea und Andreas Strauß: Dreitausender Ostalpen – drüber und drunter, Bergverlag Rother, 2014.

Karte: Freytag & Berndt, 1:35 000, WK 5141, Nationalpark Triglav.

ALPIN-Tipp: Diese sehr beliebte Tour sollte man möglichst am Wochenende meiden. Staugefahr herrscht am Ostgrat vormittags/mittags. Der Abstieg (über Prag- oder Tominsekweg) ist am frühen Nachmittag am wenigsten begangen.

Text von Andreas Strauß

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