Am Watzmann purzelten im Sommer 2020 die Rekorde! Nachdem Hannes Namberger am 23. Juni den bisher gültigen Rekord von Toni Palzer aus dem Jahr 2018 um fünf Minuten unterbieten und mit 3:01:53 Stunden eine neue Bestmarke aufstellen konnte, antwortete Palzer nur drei Tage später auf äußerst eindrucksvolle Weise!
Die Watzmann-Überschreitung zählt zu den anspruchsvollen klassischen Bergüberschreitungen in den Ostalpen. Der Gratverlauf vom Watzmann-Hocheck über das Mittel- bis zum Südgipfel verlangt absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung. Viele Passagen sind exponiert, bei Nässe oder Sturm gefährlich und für Ungeübte nicht geeignet.
Die über 23 Kilometer lange Strecke mit über 2.300 Höhenmetern und Kletterstellen bis zum II. Grad bewältigte der damals 27-jährige Palzer am 26. Juniin unglaublichen 2:47:08 Stunden. Damit holte sich der Berchtesgadener "seinen" Rekord - mit neuer Fabelzeit - zurück und unterbot die somit nur sehr kurze Zeit geltende Bestzeit von Namberger um mehr als 14 Minuten.
Facebook-User Peter Beuster kommentierte den Post von Toni Palzer so: "Du Wahnsinniger! Das war so klar, dass du das nicht auf dir sitzen lässt. Bombastisch! Es gibt nur EINE Maschine."
Toni "Doni" Palzer, der eigentlich Anton heißt, war bereits vor seinen Rekorden am Watzmann beileibe kein Unbekannter in der Berg- und Ausdauersportszene. Er war jahrelang erfolgreicher Skibergsteiger und mehrfacher Deutscher Meister und Junioren-Weltmeister. Auch als Bergläufer erzielte Palzer nationale und internationale Erfolge und wurde beispielsweise 2013 Deutscher Meister. Seit 2021 mischt er als Radprofi bei einem deutschen Team im internationalen Radsport mit und zählt auch 2025 zu den Aktiven im Kader der Mannschaft von Red Bull-Bora-hansgrohe.
Vier Jahre nach Palzers Rekordlauf wurde auch eine neue FKT (fastest known time) bei den Frauen am Watzmann bekannt. In vier Stunden und 13 Minuten rannte Trailrunning-Talent Clara Carste am 22. Juni 2024 vom Tal hinauf zum Hocheck, traversierte den Grat und sprintete durch das Wimbachgries zurück zum Ausgangspunkt.


7 Kommentare
Kommentar schreibenJeder hat den berühmten Swiss Maschine kennengelernt und wie es endete in Nepal am Nutze...Mit dem Sturz 1000m tief ins Nirwana. Ich lernte ihn kennen bei einem Vortrag in Freiburg. Ulli Steck.....Armer Schneller Bergläufer..Arme Ehefrau...
Ihr seid ja echt ziemlich durchgeknallt - sowohl Toni als auch Phillip. Saustarke Leistung und meinen Respekt. Ich bin auch im Trail unterwegs und finde es nicht verwerflich, schnell im Gelände unterwegs zu sein, auch wenn der Watzmann ganz sicher nicht auf meinem Plan steht, ist es mega, seinen Körper, seine Leistung und dieses Vorwärtskommen zu spüren. Das sagt rein gar nichts darüber aus, ob man nicht auch Genießer sein kann....Es gibt mit Sicherheit genug selbsternannte Genussmenschen am Berg mit weniger Erfahrung und noch geringerem Respekt.
Ab und zu ein Projekt durchziehen, warum nicht? Der Mann ist sicher oft langsamer unterwegs und genießt wahrscheinlich die Natur. Der Berg bietet ja grad so viele Möglichkeiten der Betätigung. In diesem Sinne, Glückwunsch.
Wer dem "Schneller - Höher - Weiter" hinterherjagt lebt in seiner eigenen Welt. Die meisten Bergfreunde sehen die Berge und die Natur nicht als Sportobjekt, sondern als Ort der Erholung, des Insichgehens, Genuss und Freude an den Pflanzen, Tieren und der Vielfalt der Natur.
Langweilig und nicht relevant. Diese Leute haben das Bergsteigen und die Natur nicht verstanden. ALPIN sollte darüber nicht dauernd berichten. Der mediale "Druck" führt zu immer weiteren "Rekorden"- und es wird irgendwann etwas passieren.
Na ja wer es braucht fürs Ego
Ich habe 8 Std gebraucht mit Genuss und schönen Bildern und Eindrücken und nette Begegnungen was diese Leute sicher nicht haben
Denke sein Schlüssel zum Rekord war der Umstand, dass er sich seinen Proviant selber mitgebracht hat. Damit konnte er sich längere Wartezeiten auf seine Bestellung am Watzmannhaus sparen. Denn gerade da verliert die Konkurrenz oft wertvolle Minuten. Raffiniert!