Mountainbiken für die ganze Familie: mit dem passenden Transportmittel und der nötigen Ausrüstung ist das kein Problem. Wir haben die 5 ultimativen Tipps für die richtige Technik zusammengefasst!

Mountainbiken ist ein actionreicher Sport. Unabhängig davon, welche Technik trainiert wird – langsam anfangen und Stück für Stück die Erfahrungen ausbauen lautet die Devise. Bevor es ins Gelände geht, sollten die ersten Versuche auf sicherem Untergrund erfolgen, wie z.B. entsprechenden Übungsparcours. Gerade bei der Kurventechnik ist eine behutsame Übungsphase ratsam.

Macht richtig Spaß: Auf Biketour mit der ganzen Familie.

Macht richtig Spaß: Auf Biketour mit der ganzen Familie.

| © Imago

Sobald die Griffe und Positionen ausreichend eingeübt und automatisiert wurden, spricht eigentlich nichts dagegen, das Gelernte auf geeigneten Einsteiger-Trails auszuprobieren.

Vor allem wer mit Fahrradanhänger und Kindern unterwegs ist, braucht eine gute Technik und sollte sein Fahrverhalten entsprechend anpassen. Trails und unwegsames Terrain sind selbst für gut gefederte Anhänger nicht geeignet. Mit Kindern sollte man dann also doch lieber auf asphaltierten Straßen bzw. gut gekennzeichneten, nicht zu groben Schotterwegen bleiben!

MTB-Fahrtechnik Tipp 1: Das passende Transportmittel für die Kleinsten

Eine solide Ausrüstung ist die Grundlage für alles weitere. Damit die ganze Familie an der Moutainbiketour teilnehmen kann, braucht es neben dem richtigen Bike auch eine Transportlösung für die Kinder. Gerade für die Kleinsten, die noch nicht selbst in die Pedale treten können, ist ein entsprechendes Transportmittel notwendig.

Neben dem altbewährten Kinderfahrradsitz gibt es auch die Möglichkeit auf einen geländegängigen, sprich gut gefederten Fahrradanhänger zu setzen. Welcher hier die passende Lösung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Will man beispielsweise ein oder zwei Kinder im Kinderanhänger transportieren, wie viel Stauraum braucht man, wie viel Budget steht zur Verfügung, uvm.

Ein Fahrradanhänger hat jedenfalls den Vorteil, dass er Platz für bis zu zwei Kinder und daneben noch zusätzlichen Stauraum für Gepäck und Proviant bietet. Mehr Informationen dazu gibt es bei zweiradkraft.com.

Speziell bei Mountainbike-Touren ist es wichtig, auf gut gefederte Modelle zurückzugreifen, um die Sicherheit und den Fahrkomfort an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen. Selbstverständlich muss man auch bei der Streckenbeschaffenheit Rücksicht auf die Kinder im Fahrradanhänger nehmen.

Während Schotterwege mit gemäßigtem Tempo noch o.k sind, sollte man mit Anhänger von Trails Abstand nehmen. Denn selbst der am besten gefederte Kinderfahrradanhänger kann Unebenheiten nur bis zu einem gewissen Grad abfedern!

MTB-Fahrtechnik Tipp 2: Die korrekte Grundposition

Wer im Gelände sicher unterwegs sein möchte, muss die Grundposition beim Mountainbiken beherrschen. Von dieser Grundhaltung gehen alle weiteren Fahrtechniken aus.

Die Pedale sollten stets waagrecht gehalten werden. Dabei den Schwerpunkt senkrecht über dem Tretlager positionieren und sowohl die Arme als auch die Beine locker anwinkeln (das sorgt für zusätzliche Federung).

Die Ellbogen sind dabei leicht nach außen gerichtet, während der Oberkörper flach bleibt. Damit man allzeit bremsbereit ist, sollten man die Zeigefinger stets auf den Bremshebeln halten und den Blick nach vorne richten.

Schwere Füße helfen dabei, das Mountainbike besser unter Kontrolle zu haben. Dazu immer die Beine gestreckter lassen als die Arme, die sollten in einer leicht gebeugten Haltung bleiben.

Je nach Fahruntergrund muss der Körperschwerpunkt dementsprechend verlagert werden. Bei Steilabfahrten muss der Schwerpunkt weiter nach hinten. Dazu sollte das Mountainbike quasi unter dem Körper hervorgeschoben werden, indem die Knie und Ellenbogen leicht gebeugt werden.

Wie gesagt, wer mit Fahrradanhänger und Kinder unterwegs ist, sollte gefährliche Strecken ohnehin meiden und Routen wählen, die sich auch mit Kindern eignen.

MTB-Fahrtechnik Tipp 3: Richtig bremsen will gelernt sein

Als nächsten Schritt geht es an die richtige Bremstechnik. Bestenfalls werden sowohl Vorderrad- als auch Hinterradbremse gleichzeitig betätigt. So wird nicht nur eine größere Bremswirkung, sondern auch ein verkürzter Bremsweg erzielt. Nebenbei werden die Bremsbeläge zu gleichen Teilen beansprucht.

Die Vorderradbremse besitzt einen deutlich größeren Wirkungsgrad. Je nach Verlagerung des Körperschwerpunktes, kann es zu Zwischenfällen wie z.B. einem Überschlag kommen. Damit solche Unfälle vermieden werden, braucht es beim Bremsvorgang eine gute Körperspannung.

Wichtig: die Bremsbelege unbedingt vor jeder Fahrt kontrollieren und bei Bedarf rechtzeitig wechseln!

Nichts für Anfänger: Abfahrt über grobes Blockgelände.

Nichts für Anfänger: Abfahrt über grobes Blockgelände.

| © picture alliance/KEYSTONE | GIAN EHRENZELLER

MTB-Fahrtechnik Tipp 4: Fahrverhalten bei größerer Geschwindigkeit & in Kurven

Ein korrekter Bewegungsablauf beim Kurvenfahren ist sehr komplex. Aus diesem Grund ist Anfängern abzuraten, gleich zu Beginn ins Gelände zu gehen. Erste Erfahrungen sollten daher auf ebenen Untergründen in sicherer Umgebung gesammelt werden. Die Balance und die Blickrichtung sind besonders beim Kurvenfahren äußerst wichtig.

Vor Kurven sollte die Geschwindigkeit immer entsprechend angepasst werden (vor allem, wen man mit Fahrradanhänger unterwegs ist). Der Blick ist immer vorausschauend gerichtet, sodass das Ende der Kurve im Blickfeld ist. In der Kurve ist es ideal, den Körperschwerpunkt zentral über dem Mountainbike zu halten. So wird der Druck auf beide Räder gleichmäßig verteilt.

Höhere Geschwindigkeiten beim Kurvenfahren erfordern ein anderes Fahrverhalten. Statt Lenken und Steuern muss man das Bike in die Kurve legen bzw. drücken. ‚Legen‘ wird überwiegend bei sehr gutem Grip angewendet. Dabei bleiben Körper und Bike in einer Achse. Beim ‚Drücken‘ wird nur das Bike in die Kurve gedrückt, der Körper bleibt aufrecht und der Blick ist in die Kurve gerichtet.

MTB-Fahrtechnik Tipp 5: Übung macht den Meister

Richtig biken lernt man nicht an einem Tag, sondern durch Praxiserfahrung. Damit auch die Kleinsten im gut gefederten Fahrradanhänger sicher mit on Board sind, ist auch hier entsprechende Übung notwendig. Die ersten Fahrversuche mit Mountainbike und Fahrradanhänger sollten ohne Passagiere erfolgen. Das dient in erster Linie dazu, ein Gefühl für das Fahrverhalten zu entwickeln.

Besonders beim Bremsen sollte man den verlängerten Bremsweg bei voller Beladung miteinkalkulieren – gerade beim Bergabfahren wird der Unterschied deutlich spürbar.

Bike-Rucksäcke im Test - Klickt euch durch die Fotogalerie mit sechs Modellen:

Text von Gerald Bacher