Ein GPS-Gerät, das nicht einmal die aktuelle Position anzeigen kann, klingt zunächst wie ein schlechter Witz. Doch bei sportlichen Aktivitäten stehen nicht Koordinaten im Vordergrund, sondern die Dokumentation der Route und möglichst vieler Daten. ALPIN präsentiert Ihnen die wichtigsten Infos über Navis für das Handgelenk.

T5K444 Ironman Global Trainer heißt die GPS-Uhr mit Brustgurt für die Pulsmessung von Timex.

Die meisten GPS-Geräte bringen selbst ohne Batterien fast 200 Gramm auf die Waage, mit Stromversorgung sind sie dann so schwer wie ein Päckchen Butter. Das ist nichts für sportliche Aktivitäten.

Hinzu kommt die Handhabung: So muss man beispielsweise bei einem Berglauf beide Hände frei haben. Sportuhren sind da schon geeigneter. Die trägt man am Handgelenk und hat so die bei Sportwettbewerben wichtigsten Informationen wie Zeit, Geschwindigkeit und zurückgelegte Strecke stets im Blick. Möchte man andere Informationen sehen, lassen sich diese mit einem Tastendruck oder zweien ebenfalls schnell anzeigen.

GPS in Sportuhren

Die Zeiten der ersten GPS-Uhren, als diese noch wahre "Klötze am Handgelenk" oder "GPS-Geräte mit Armband" waren, sind vorbei. Moderne Exemplare wie zum Beispiel der Forerunner 210 von Garmin wiegen gerade einmal 50 Gramm - viele Herrenuhren sind da deutlich schwerer.

Zugegeben: Wenn man das erste Mal eine solche Uhr trägt und vergebens die Anzeige mit der aktuellen Position sucht, reibt man sich etwas die Augen - eine GPS-Uhr ohne Standortbestimmung. So ganz stimmt das natürlich nicht, nur sind einige Modelle nicht in der Lage, diese anzuzeigen. Im Innern aber weiß der GPS-Empfänger sehr wohl, wo man sich gerade befindet.

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Schließlich beruhen die Anzeigen von Geschwindigkeit und Distanz auf den ständig registrierten Positionswechseln. Manche GPS-Sportuhr kann auch die Geokoordinaten einblenden. Dort stehen dann aber Werte wie "47° 25° 16.38° N, 10° 59° 10.73° E" oder im UTM-Format "32T 649817 5253887". Damit lässt sich ohne gedruckte oder elektronische Landkarte wenig anfangen.

Anders als richtige GPS-Geräte verfügen die Uhren nur über eine dreizeilige LCD-Anzeige mit Graustufen, für eine Kartendarstellung reicht das nicht. Sinnvoll sind die Koordinaten also nur im Notfall, wenn man Hilfe organisieren muss oder selbst die Orientierung verloren hat.

Genaue Streckendarstellung später am Computer

Auf dem Computer aber lässt sich nachträglich anzeigen, wo man unterwegs war. Die Streckenaufzeichnung ist zumindest bei den Sportuhren Standard, welche die Distanz mittels GPS-Empfang aufzeichnen. Daneben gibt es zum Joggen insbesondere von Polar und Suunto auch Uhren, die mit speziellen Laufsensoren zur Entfernungsmessung gekoppelt sind.

Die GPS-Methode ist aber umfassender einsetzbar, weil sie auch den exakten Streckenverlauf aufzeichnet. Die Geräte speichern die Strecke als sogenannten Track, der meist als GPX-Datei direkt auf einer elektronischen Landkarte am Computer angezeigt werden kann. Das kostenlose Programm Google Earth ( http://earth.google.com ) bietet detaillierte Landkarten. Hier muss man die gespeicherten Tracks nur noch mit der Maus draufziehen und sieht sie sogleich.

Die aufgezeichneten GPS-Tracks lassen sich am Computer betrachten und auswerten.

Bei manchen Modellen lässt sich der Track aus der Uhr nicht direkt verwenden, man muss sich erst beim Online-Portal des Herstellers anmelden und dort über ein oder zwei Mausklicks den Track in ein universell verwendbares Format konvertieren. Was etwas umständlich klingt, macht zugleich die zusätzlichen Sport-Funktionen dieser Portale klar. Weil ein Pulsmesser (meist über einen Brustgurt) ebenfalls zur Standardausstattung gehört, lassen sich über die Korrelation von Geschwindigkeit, Strecke, Höhenprofil und Herzfrequenz der persönliche Fitnessstand errechnen und sogar individuelle Trainingsprogramme erstellen.

Fazit und Preise

Solche Sportuhren sind kein vollwertiger Ersatz für ein GPS-Gerät, das auf einem großen Farbdisplay eine topografische Karte inklusive Routenplanung anzeigt. Andererseits bieten sie neben dem Sportaspekt mit Puls- und Trainingskontrolle eine Reihe "traditioneller" GPS-Funktionen. Dazu gehören Distanzmessung, Höhenprofil, Track-Aufzeichnung und so weiter. Selbst das Geotaggen von Fotos, also das Festhalten der jeweiligen Aufnahmestandorte, lässt sich zusammen mit einem Gratisprogramm wie "Geosetter" ( www.geosetter.de ) mit jeder Digitalkamera bewerkstelligen.

Los geht es bei den kombinierten Puls-/ GPS-Uhren bei rund 100 Euro, mehr kostet das No-Name-Modell "Globalsat GH- 625M" nicht. Selbst Auslaufmodelle der Markenhersteller sind nicht viel teurer, den Garmin Forerunner 305 gibt es mit Brustgurt für die Pulsmessung ab ca. 130 Euro - allerdings sind die älteren Modelle eben etwas wuchtiger. Die Tabelle ( siehe zweites Bild von oben ) zeigt wichtige Hersteller von GPS-Sportuhren, die zum Teil gleich mehrere Modelle in verschiedenen Preislagen zur Auswahl haben.

Text von Peter Stelzel-Morawietz

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