"Think big" haben sich wohl Ueli Steck und Michi Wohlleben bei der Ausarbeitung ihres neuesten Projekts gedacht. Die beiden Profis wollen innerhalb von 80 Tagen sämtliche Viertausender der Alpen besteigen. Die ersten fünf haben sie schon in der Tasche, doch für Mich Wohlleben ist das Projekt bereits gelaufen.

Piz Bernina, Schreckhorn, Lauteraarhorn, Mönch und Jungfrau - diese fünf Viertausender können Michi Wohlleben und Ueli Steck inzwischen von ihrer "To Do" - Liste streichen. Bleiben noch 77 Gipfel übrig. Die wird Ueli Steck nun im Alleingang in Angriff nehmen, den sein Tourenpartner aus Deutschland musste jetzt verletzungsbedingt aufgeben.

Bei einem Gleitschirmflug von der Scheckhornhütte missglückte Michi Wohlleben die Landung. Danach hatte der 25-Jährige "die ganze Zeit Schmerzen und extreme Schwellungen", wie der Profi nun in einem Video-Statement erklärte. Nachdem sich sein Zustand auch gut eine Woche nach dem Unfall nicht wesentlich gebessert hätte, und er daher mit dem Tempo von Steck nicht mithalten könne, steige er jetzt aus, gab Wohlleben bekannt.

Ueli Steck hingegen will weitermachen. Hofft aber, dass Wohlleben zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht wieder miteinsteigen könne.

Steck und Wohlleben hatten die Distanzen zwischen den Gipfel - wie angekündigt - "nur mit eigener Muskelkraft" zurückgelegt. An dieser Vorgabe möchte Steck, trotz des Zwischenfalls, nicht rütteln. Schließlich ist dies ein essentieller Bestandteil seines "82 Summit"-Projektes.

Die geplante Route
Ihr 82 Summits-Projekt führt Steck und Wohlleben in drei Länder. | © www.82summits.com

Das bedeutet: viel laufen, rennen, mit dem Gleitschirm fliegen und Rad fahren. Über 1000 Kilometer werden so zusammen kommen. Die Zahl der zu bewältigenden Höhenmeter liest sich mit 100.000 aber noch imposanter. 

Dabei versteht es sich fast von selbst, dass die beiden Berg-Profis - wann immer es die Bedingungen zulassen - die 82 Gipfel nicht über die Normalwege, sondern auf den schwierigeren Varianten besteigen möchten. Übernachtet wird im Wohnwagen, auf Berghütten, Hotels und im Biwak.

Trotz ehrgeiziger Zielsetzung und Live-Berichterstattung auf allen gängigen Kanälen (Homepage, Facebook und Twitter) möchte Steck das Projekt nicht als nächstes "Riesending" verstanden wissen.

Ueli Steck während der Schreckhorn-Finsteraarhorn-Überschreitung.
Ueli Steck während der Schreckhorn-Finsteraarhorn-Überschreitung. | © Michi Wohlleben

"Es geht mir um eine Botschaft, die ich auch an mich selber richte. Die Botschaft, dass dem Rekordstreben Gefahren innewohnen. Wenn ich nämlich in diesem Film drin bleibe, immer schneller, höher und weiter, dann endet es irgendwann tödlich, das weiss [sic] ich", so der 38-Jährige gegenüber der Neuen Züricher Zeitung. 

Nach dem Berner Oberland wartet das Wallis und seine 41 Viertausender auf Steck. Sind die abgehakt, wechselt "The Swiss Machine" (und sein Begleittross) nach Frankreich, wo abschließend die hohen Gipfel des Montblanc- und Ecrin-Massivs auf dem Programm stehen. Unterbrochen wird die Frankreich-Tour nur von einem kurzen Abstecher nach Italien zum Gran Paradiso.

Das Statement von Michi Wohlleben können Sie auf unserer Facebook-Seite sehen: www.facebook.com/alpinonline

6 Kommentare

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Mathias

"Strahlhorn-Finteraarhorn-Überschreitung" laut Bildbeschreibung - selbst wenn das Finsteraarhorn richtig geschrieben wäre, wäre das ein Riesending, mit dem Gleitschirm übers Rhonetal ??!

Holger von alpin.de

Hi Besserwisser,

ich weiß, dass es in der Schweiz kein "ß" gibt. Dennoch habe ich das [sic] verwendet, das nicht nur auf einen Rechtschreibfehler hinweisen kann, sondern auch darauf, dass das vorhergehende Wort in einem Zitat eine Ungewöhnlichkeit darstellt. Und die Schreibweise "weiss" statt "weiß" ist eine solche Ungewöhnlichkeit für unsere deutschen und österreichischen Leser.

Vgl. wikipedia.org/wiki/Sic.

Viele Grüße Holger

Walter Drothler auf Facebook

Wohl wahr Michal Wójcicki die Berge sollten eigentlich entschleunigen. Nichts desto trotz Berg heil Ueli

Michal Wójcicki auf Facebook

Ich habe langsam das Gefühl, dass das was Ueli macht hat mit dem Bergsteigern nichts mehr zu tun. Dieser Meinung sind auch andere Bergsteiger und Bergführer. Überall nur Geschwindigkeit. Das ist toll aber so verliert man den Sinn und die Schönheit für die man in die Berge geht. Er sagt er liebe Berge aber genauso wenn er sagt er liebe seine Frau dann widmet er ihr 5 Minuten anstatt 5 Stunden weil je schneller desto schöner besser und anspruchsvoller? Man kann in den Bergen noch so viel erreichen und dazu ohne hineinzulaufen. Überall Marketing Geld Speed usw. Das ist nicht das wichtigste. Er ist ein genialer Sportler aber in der Geschichte und auch heutzutage gibt es bessere Bergsteiger die vielleicht langsamer sind aber erreichen mehr. Trotzdem Viel Glück Ueli !

Besserwisser

"...dann endet es irgendwann tödlich, das weiss [sic] ich", so der 38-Jährige gegenüber der Neuen Züricher Zeitung.
In der Schweiz gibt es kein "scharfes S", darum ist das auch kein
Rechtschreibfehler.
Just my 2 cents.

Patricia Grein auf Facebook

(...) der Ueli ist halt ein ganz schneller...Leben auf der Überholspur...wünsche Ihm ein ganz langes Leben