Michi Wohlleben (23) und Fritz Miller (29) gelingt die Erstbegehung der Route "Dornröschen" an der Wetterwand im Wettersteingebirge. Praktisch vor der eigenen Haustür eine große Wand im Winter und in schnellem Stil zu bewältigen ist für die Beiden etwas ganz besonderes. Nach zwei Fehlversuchen gelang im dritten Anlauf die Besteigung des Wetterwandecks über die 1100m lange und 50° steile Route.

Die Route "Dornröschen" am Wetterwandeck.
Die Route "Dornröschen" am Wetterwandeck.

Am 26. Februar gelang Profibergsteiger Michi Wohlleben gemeinsam mit seinem Kletterkollegen Fritz Miller eine Erstbegehung am 2.698 Meter hohen Wetterwandeck.

"Mit der Realisierung dieser Route geht ein Traum für uns in Erfüllung", so Michi Wohlleben, "eine große Wand in schnellem Stil im Winter zu bewältigen, auch noch zu Hause, praktisch vor der Haustür, das ist schon etwas Besonderes."

Dabei begann das Projekt alles andere als vielversprechend. Zwei Versuche missglückten, eine Direttissima an der Südlichen Wetterspitze zu eröffnen.

Mitte Dezember 2013 meisterten die beiden Bergsteiger zwar drei Viertel der Wand, entschieden sich aber nach einer kalten Biwaknacht angesichts der miserablen Felsqualität in der Headwall zur Umkehr. Eine Woche später kehrten die beiden Kletterer für einen weiteren Versuch in die Wand zurück, scheiterten aber erneut am äußerst brüchigen Fels.

Michi Wohlleben in der Route Dornröschen.
Michi Wohlleben in der Route Dornröschen.

"Das Risiko in der direkten Linie war uns insgesamt einfach zu groß. Im Hinterkopf hatten wir eine leichtere Route, die einsteigt wie die bisherige, dann aber über Bänder und Schwachstellen im Fels zum Gipfel des Wetterwanddecks führt."

Bei perfekten Bedingungen gelang Wohlleben und Miller in gut fünf Stunden der Durchstieg der neuen Linie, die sich im Mittelteil nach eigenen Angaben an der Schmidführe und der Laßberg/Leberle-Führe orientiert.

Route "Dornröschen"

Bewertung: 1100m 50°/7- /M5

Text- und Bildquelle und weitere Informationen:

www.michiwohlleben.de

www.fritz-miller.de

Am Gipfel: Michi Wohlleben und Fritz Miller (re.).
Am Gipfel: Michi Wohlleben und Fritz Miller (re.).