Sturz unterhalb der Burgruine Karlstein
Am 29. April 2026 retteten Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger einen 39-jährigen Mann im Bereich der Burgruine Karlstein. Wie die Bergwacht Bad Reichenhall mitteilt, hatte der Österreicher gegen 19:20 Uhr einen Notruf bei der Leitstelle Traunstein abgesetzt.
Er gab an, bereits rund eine Stunde zuvor infolge einer Erkrankung im steilen Gelände unterhalb des Weges abgestürzt zu sein. Aufgrund von Schmerzen konnte er nicht mehr selbstständig absteigen. Die Einsatzkräfte lokalisierten den Mann im Steilhang und versorgten ihn gemeinsam mit einem Bergwacht-Notarzt. Aufgrund der unklaren Verletzungen wurde ein schonender Abtransport vorbereitet und der Notarzthubschrauber "Christophorus 6" aus Salzburg nachgefordert.

Einsatz an der Burgruine Karlstein: Bergretter steigen zum verletzten Mann im Steilhang ab.
Ein Abtransport per Tau musste jedoch aufgrund einer Zustandsveränderung abgebrochen werden. Stattdessen brachten die Retter den Verunfallten seilgesichert mit der Gebirgstrage ins Tal. Von dort wurde er weiter mit einem Rettungswagen versorgt und schließlich per Hubschrauber in das Salzburger Landeskrankenhaus geflogen. Der Einsatz dauerte laut Bergwacht bis etwa 22 Uhr. Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei übernahm die Ermittlungen.

Bergwacht im nächtlichen Einsatz: Einsatzkräfte und Notärzte koordinieren die Rettung am Fahrzeug.
Verstieg am Hochstaufen-Goldtropfsteig
Bereits am 24. April 2026 kam es zu einem weiteren Einsatz am Hochstaufen: Ein ebenfalls 39-jähriger Mann hatte gegen 9:30 Uhr einen Notruf abgesetzt, nachdem er sich abseits des Goldtropfsteigs im steilen Gelände verstiegen hatte. Nach Angaben der Bergwacht konnte der Mann weder vor noch zurück und befand sich in absturzgefährdetem Gelände auf etwa 1250 m Höhe westlich des Goldtropfpfeilers.

Steiles ubd felsdurchsetztes Gelände am Hochstaufen: Hier hatte sich ein Wanderer verstiegen.
Die alarmierten Bergwachten Bad Reichenhall und Freilassing forderten den Rettungshubschrauber "Christoph 14" aus Traunstein nach. Ein Bergretter wurde per Winde abgesetzt, sicherte den Mann und bereitete die Rettung vor. Anschließend wurde der Verstiegene per Winde aufgenommen und ins Tal geflogen. Weitere Einsatzkräfte standen am Landeplatz bereit. Der Einsatz konnte gegen 11:15 Uhr beendet werden.
Anspruchsvolles Gelände am Hochstaufen
Der Goldtropfsteig am Hochstaufen führt in direkter Linie durch die steile Südflanke und gilt als anspruchsvoller, nicht gewarteter Steig. Er ist nur spärlich markiert und ohne Hinweistafeln, zudem wurde der Verlauf durch einen Felssturz im Jahr 2022 zusätzlich verändert. Passagen durch Schrofen, Geröll und Latschen sowie erhöhte Steinschlaggefahr machen die Route heikel – sie erfordert alpine Erfahrung, gute Orientierung und sollte keinesfalls unterschätzt werden.
Regelmäßig kommt es zu Einsätzen in der Route, da zahlreiche Wanderer die vermeintliche Abkürzung nutzen. Viele von ihnen sind von dem steilen, abschüssigen Gelände überfordert und müssen aufgrund von Blockaden gerettet werden.

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