Begleiterin muss Unglück mitansehen

Tod durch Steinschlag: Wanderer verstirbt noch am Einsatzort

Für einen Wanderer kam nach einem Felssturz jede Hilfe zu spät. Der Mann wurde auf einer Wanderung von Steinschlag getroffen und erlitt tödliche Verletzungen. Seine Begleiterin musste den Unfall mitansehen.

Tod durch Steinschlag: Wanderer verstirbt
© Bergrettung Spital/Pyhrn/Facebook

Tod durch Steinschlag: Das ist passiert

Ein 58-Jähriger und seine 46 Jahre alte Begleiterin befanden sich am 1. Mai am Kleinen Pyhrgas in Oberösterreich auf einer Wanderung, als sich der Bergunfall ereignete. Die beiden hatten unweit der Gowialm festgestellt, dass sie falsch abgebogen waren und sich unbeabsichtigt auf dem Bad Haller Steig (Schwierigkeit A) befanden. 

Als sie gerade eine Rinne queren wollten, beobachtete die Wanderin, wie sich auf etwa 1500 Metern Höhe überhalb des vor ihr gehenden Mannes mehrere Gesteinsbrocken lösten. Sie versuchte noch erfolglos, ihren Tourenpartner durch Rufe zu warnen. Der Mann aus Linz wurde jedoch erfasst und etwa 50 Meter durch steiles, felsdurchsetztes Gelände mitgerissen.

Wanderer verstirbt noch am Berg

Die 46-Jährige stieg nach Wählen des Notrufs umgehend zu dem Verletzten ab, obwohl noch immer Geröll durch die Rinne ins Tal donnerte. Der Abgestürzte hatte sich schwerste Verletzungen an Beinen und Kopf zugezogen. Der zügig eintreffende Notarzthubschrauber nahm den Verletzten und dessen unverletzte Begleiterin per Tau auf und flog sie zunächst zur Holzeralm. 

Dort übernahmen Fahrzeuge der Bergrettung Spital am Pyhrn die beiden. Allerdings verstarb der Schwerstverletzte trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort. Die Begleiterin des Verunfallten wurde ins Tal begleitet und dort vom Kriseninterventionsteam betreut.

<p>Die Absturzstelle.</p>

Die Absturzstelle.

© Bergrettung Spital/Pyhrn/Facebook

Über den Bad Haller Steig

Beim Bad Haller Steig auf den Großen Pyhrgas (2244 m) in den Ennstaler Alpen handelt es sich um einen Klettersteig der Schwierigkeit A. Er führt über 700 Meter auf den höchsten Gipfel der Haller Mauern. Die Route ist im Sommer vielbegangen.

8 Kommentare

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Romanus N

Bergsteigen zu verbieten, ist ein abwegig er Gedanken, denn dann müsste man auch schwimmen und Spazierengehen verbieten. Beim Spazieren sterben mehr Menschen als beim Bergsteigen.

Maarten Slooves

Das gefährliche Bergsteigen ist zu verpönen. Mitleid kann ich dafür nicht haben. Wenn man tot ist, ist man befreit von alle globale Elend der Welt. Für die Frau, die sah wie ihrer man umkam war es furchtbar. Bergsteigen müsste verboten werden. Wer bezahlt die sehr hohe Rettungskosten?

Monika Schnabler

Es passiert so viel zur Zeit - man überlegt sich
je länger je mehr was man noch riskiert.

Bruno

Thomas vom ALPIN Team: Danke für Ihre Antwort, aber ohne weiter Klugs... zu wollen, was aufgrund der Tragik auch vollkommen fehl am Platz erscheint, schreiben Sie: "...ist Klettersteig der Schwierigkeit A." Was ist aber ein "Klettersteig" - die meisten Bergkameraden verstehen darunter ein weitgehendst seilversicherter Weg, was dieser Steig definitiv nicht ist! Das Problem hierbei ist, das dann Anfänger meinen, "A" geht immer, und dann überrascht sind, daß sie kein Seil antreffen, aber dafür eine extrem steile Bergflanke, an der man an manchen Stellen nicht danebentreten sollte - was auch zu Gefahrensituationen führt. Aber gegen Steinschlag hilft sowieso nichts. Ich wünsche allen Bergfreunden wunderschöne Erlebnisse in der herrlichen Welt, kommt immer gut zurück! Bruno

Thomas vom ALPIN Team

@Bruno: Der Haller Steig läuft in den meisten Datenbanken als Klettersteig, auch wenn er mit A-Klassifizierung eher ein Steig als wirklicher Klettersteig samt durchgehender Seilsicherung ist.

Bruno

Immer wieder tragisch, wenn Bergkameraden ums Leben kommen. Aber ganz verstanden habe ich den Artikel nicht - zum KP ist die Ausschildung klar nach links. Und der Bad Haller Steig ist KEIN Klettersteig! Vom Süden kann man auf den GP über den Hofersteig, der sehr wenig mit Seilen versichert ist, wobei man an den paar Stellen von "A" reden kann. Ist hier richtig recherchiert worden? Bruno

Ein Gast

Sehr traurig. Vor nichts habe ich im Gebirge mehr Angst als vor Steinschlag. Hat es zwar schon immer gegeben aber solche Ereignisse werden uns in Zukunft leider immer häufiger begleiten.

Stephan65

Meine Gedanken sind bei dem verstorbenen Bergkameraden und seinen Angehörigen.
Möge er in Frieden ruhen.