Mit 14 in der Wand: Kurt Alberts frühe Anfänge@(zwischenHeadlineTag)>
Im Alter von 14 Jahren begann Kurt Albert mit dem Klettern und bereits mit 17 durchstieg er den Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses, ein Jahr später dann die Eiger-Nordwand! Ungeachtet seiner beeindruckenden Kletter-Erfolge bereits in jungen Jahren, liegt sein Verdienst vor allem in einer Weiterentwicklung der Kletter-Ethik. Albert gilt als entscheidender Initiator des Rotpunkt-Gedankens: 1975 fingen er und ein paar Freunde an, den Einstieg aller frei und ohne technischen Hilfsmittel, sowie sturzfrei und in einem Zug gekletterten Routen mit einem roten Farbklecks zu markieren.
Mit dem Rotpunkt-Gedanken revolutionierte Albert das Klettern. Nicht mehr das bloße Erreichen des Gipfels oder das reine "Schaffen" einer Route zählte, sondern die Art und Weise. Was heute selbstverständlich erscheint, war in den 1970er-Jahren vielen neu, für manche gar eine Provokation und legte doch den Grundstein für das moderne Sportklettern.
Viele der heutigen Spitzenkletterer sind mit dem Rotpunkt-Gedanken aufgewachsen, ohne ihn je infrage zu stellen. Dass schwierige Routen frei geklettert werden müssen, ist längst globaler Standard. Dies geht unmittelbar auf Albert zurück – und macht ihn zu einem der einflussreichsten Kletterer der Geschichte.
Ursprünglich Lehrer für Physik und Mathematik@(zwischenHeadlineTag)>
Ursprünglich als Lehrer für Physik und Mathematik angestellt, kehrte Albert 1986 der Schule den Rücken, um sich fortan ganz seiner Karriere als Kletterer zu widmen. Diese verlief weiter eindrucksvoll, 1988 gelang ihmbeispielsweise zusammen mit Wolfgang Güllich die erste freie Begehung des "Jugoslawenweges" (VIII+) am Nameless Tower (6242 Meter) im Karakorum.
Es folgten Expeditionen zu Bigwalls weltweit: Karakorum, Patagonien, Grönland, Baffin Island oder Venezuela. Dabei setzte er mit seinen Partnern – oft Holger Heuber und Stefan Glowacz – auf die Devise "by fair means": Der Weg zum Fels sollte weitgehend mit Muskelkraft, ohne Helikopter oder Träger zurückgelegt werden.
Viele Routen, die Albert und seine Seilpartner wie Güllich, Glowacz oder auch Bernd Arnold weltweit und vor allem in der Fränkischen Schweiz erstmals Rotpunkt klettern konnten, zählen bis heute zu den schwersten in Deutschland.
Albert stürzte 2010 am Höhenglücksteig in der Hersbrucker Schweiz 18 Meter in die Tiefe und zog sich dabei schwerste Verletzungen zu. Im Krankenhaus in Erlangen kämpften die Ärzte um das Leben der fränkischen Kletter-Legende. Vergeblich. Kurt Albert starb am 28. September 2010 im Alter von 56 Jahren
Auswahl von Kurt Alberts Erstbegehungen und Leistungen auf einen Blick@(zwischenHeadlineTag)>
1975 Adolf-Rott-Gedächtnis-Weg, Streitberger Schild (6+ UIAA), die erste Route, die mit einem roten Punkt markiert wurde.
1977 Erstbegehung "Osterweg" (VIII-), Frankenjura
1981 Erstbegehung "Sautanz" (IX-), Frankenjura
1986 Free-Solo in "Fight Gravity" am Richard-Wagner-Fels (VIII+ UIAA)
1987 Erster freier Durchstieg der Hasse-Brandler-Route (VIII) an der Großen Zinne, Dolomiten
1987 Erster freier Durchstieg des "Schweizer Weges" (IX-) an der Westlichen Zinne, Dolomiten
1988 Erste Rotpunkt-Begehung des "Jugoslawenwegs" (VIII ) am Nameless Tower, Karakorum
1989 Erstbegehung "Eternal Flame" (IX-, 3 Seillängen technisch, alle anderen rotpunkt) am Nameless Tower, Karakorum
1990 Erstbegehung "Riders on the Storm" (IX) am Paine Zentral Turm, Patagonien
1994 Erstbegehung "Moby Dick" (IX ) am Ulamertorsuaq in Grönland
1995 Erstbegehung "Royal Flush" (IX) am Fitzroy, Patagonien, für Albert "die wichtigste, die ich gemacht habe"
2000 Erstbegehung von "Odyssee 2000" (VIII ) auf Baffin Island, größte Insel des Kanadisch-Arktischen Archipels
2006 Erstbegehung "Fegefeuer" (IX) am Acopan Tepui, Venezuela
2007 Expedition zum Sablija (Rußland - Ural) im August / September
2008 Expedition Castillo/Venezuela "El Nido del TirikTirik" (400m/ SG 7b)
2009 Erstbegehung am Roraima-Tepuis/Venezuela "Hotel Guácharo" (550m/ SG 7a )
Teilnahme an zahlreichen Filmen: (Sportspiegel: "Den Fels im Griff", "Frei wie der Wind", "Fitzcarraldo - der Weg ist das Ziel", "Kurtl goes West",...
Veröffentlichungen, Reportagen in Büchern, Magazinen und Diavorträgen.
Autor von "Fight Gravity" (Klettern im Frankenjura)
"Silbernes Lorbeerblatt" ( höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland) - 1985
King Albert I Award 2008
Bücher über Kurt Auswahl@(zwischenHeadlineTag)>
"Fight Gravity. Klettern im Frankenjura", Infos, Geschichten und Porträts aus Kurt Alberts Kletterheimat, tmms-verlag.de
"Kurt Albert: frei denken - frei klettern - frei sein"- Tom Dauer, Die Biografie zum 10. Todestag von Kurt Albert am 28. September 2020, tyroliaverlag.at


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