Am 04. Januar 1880 gelang Edward Whymper mit Louis und Jean-Antoine Carrel die Erstbesteigung des Sechstausenders.

Als Alexander von Humboldt am 22. Juni 1802 den Fuß des Chimborazo erreichte, hatte er Unvorstellbares im Sinn: Der deutsche Naturforscher und Universalgelehrte wollte als erster Mensch den höchsten Berg der Welt besteigen. 

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt der fast 6300 Meter hohe, inaktive Schichtvulkan in Ecuador tatsächlich als die höchste Erhebung der Erde. 

Der britische Bergsteiger Edward Whymper in einer Aufnahme von 1865, dem Jahr der Matterhorn-Erstbesteigung.

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Nimmt man den Erdmittelpunkt als Referenzpunkt, trifft die Aussage in gewisser Weise auch heute noch zu. Denn kein anderer Gipfel ist vom Kern des "Blauen Planeten" weiter entfernt als der in Nähe des Äquators gelegene Sechstausender.

Als Humboldt, wie seine drei Begleiter schwer von der Höhenkrankheit gezeichnet, seinen Besteigungsversuch am Mittag des 23. Juni auf 5917 Metern abbrechen musste, überwog der Stolz auf das Erreichte. Nie zuvor war ein Mensch in solche Höhen vorgestoßen. 

Und es sollten fast 80 Jahre vergehen, bis dieser "ungeheuere Koloss" aus Fels und Eis zum ersten Mal bestiegen werden konnte. 

Am 04. Januar 1880 gelang Edward Whymper ausgereichnet mit dem Mann der historische Gipfelgang, mit dem er sich über ein Jahrzehnt zuvor noch einen erbitterten "Kampf ums Matterhorn" geliefert hatte: Jean-Antoine Carrel (der noch von seinem Bruder Louis begleitet wurde).

Die Erstbesteigung des Chimborazo bildete den krönenden Abschluss der gemeinsamen Südamerika-Expedition der einstigen Matterhorn-Rivalen.