Der 27-jährige DAV-Athlet konnte in Toulouse das Ticket für Tokio lösen.

Nach Alexander Megos konnte sich nun auch Jan Hojer für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 qualifizieren.

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Hat allen Grund zum Strahlen: Jan Hojer.

| © DAV / Marco Kost

Dazu reichte dem gebürtigen Kölner ein 4. Platz im Gesamtklassement beim Qualifikations-Event in Toulouse.

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Für Yannick Flohé ist der Traum von Olympia hingegen geplatzt. Nach den Wettkämpfen in den Disziplinen Bouldern, Speed und Lead landete der 20-Jährige auf den 18. Platz, und hat damit die Chance verpasst, sich einen Startplatz für Tokio zu sichern.

"Für einen Olympia-Boost brauchen wir Erfolge"

Kicker-Redakteur Bernd Staib sprach mit DAV-Bundestrainer Urs Stöcker über die stärke der japanischen Athleten, den neuen Combined-Modus und die Entwicklung des deutschen Teams.

Kann den Olympischen Spielen einiges abgewinnen: DAV-Bundestrainer Urs Stöcker.

| © Picture Alliance / Tobias Hase

Olympic Combined, das für Tokio 2020 erfundene Format. Wie finden Sie diesen Dreikampf aus Speed, Bouldern und Lead?

Ich war schon immer ein Verfechter von Kombinationswertungen. Deswegen will ich auch nicht die einzelnen Disziplinen auf- oder abwerten. Ich finde dieses Format sehr attraktiv und super spannend für die Zuschauer. Und der, der am Ende Gold um dem Hals hängen hat, ist wirklich der beste Kletterer.

Viele Athleten hadern mit dem Speedklettern. Können Sie das nachvollziehen?

Zumindest in Deutschland hat Speedklettern keine hohe Wertigkeit. In den osteuropäischen Ländern oder in Asien sieht das anders aus. Ich finde den Schnelligkeitsaspekt auch in der Ausbildung junger Kletterer enorm wichtig. In Deutschland ist diese Disziplin leider zu lange vernachlässigt worden.

Der Weg nach Tokio ist für Sportkletterer enorm schwierig, da es pro Nation und Geschlecht nur je zwei Plätze gibt. Fiel es den Athleten schwer, auch angesichts des neuen Combined-Modus, voll auf die Karte Olympia zu setzen?

Ja, das war schon eine schwierige Grundsatzentscheidung. Wir haben im Jahr 2017 nur gescoutet, haben überlegt, welcher DAV-Athlet könnte für Olympia in Frage kommen. 2018 war dann geprägt von vielen gemeinsamen Trainingseinheiten, zudem haben wir die Athleten in viele Wettkämpfe geschickt, um zu sehen, wie sie mit der hohen Frequenz zurechtkommen und wie sie sich in allen drei Disziplinen entwickeln können. Und das Jahr 2019 war das Qualifikationsjahr, da ging es nur darum, zu performen.

Wie sind Sie mit diesem Prozess seit 2017 zufrieden?

Wir haben bei den Männern mit Alex Megos, Jan Hojer und Yannick Flohé auf die absolut richtigen Athleten gesetzt. Megos ist bereits für Olympia qualifiziert, die beiden anderen haben sehr reelle Chancen. Aber bei den Frauen war es von Anfang an klar, dass die Olympia-Qualifikation eine sehr schwierige Mission wird. Auch hier haben wir mit Alma Bestvater, Afra Hoenig und Hannah Meul auf die richtigen gesetzt, aber es hat bis jetzt nicht funktioniert. Eine Chance gibt es noch bei der Europameisterschaft im Frühjahr, aber die Siegchance ist eher klein.

Haben Sie eine Erklärung, warum es bei den Damen nicht wie erhofft lief?

Uns macht das Loch im Lead extrem zu schaffen. Wir sind in dieser Disziplin schon im Jugendbereich sehr schwach aufgestellt und das zieht sich bis oben durch. Im Bouldern können wir international sehr gut mithalten, im Speed sind wir im europäischen Vergleich wettbewerbsfähig, aber im Lead fehlt es.

Was erhoffen Sie sich prinzipiell davon, dass das Sportklettern jetzt olympisch ist?

Das Sportklettern wird durch Olympia einen Schub erfahren. Aber für einen echten Boost brauchen wir Erfolge. Wenn die Deutschen gut abschneiden, ergibt sich das von alleine. Wir haben derzeit bei den Herren ja auch ein paar Gesichter, die für Erfolge stehen. Aber planbar ist der Erfolg natürlich nicht, das macht Sport ja so faszinierend. Unsere Aufgabe heißt jetzt allerdings nicht, irgendwelche Medaillen-Vorgaben zu machen, sondern wir müssen zusehen, dass wir uns auf die Wettkämpfe optimal vorbereiten.

Schaut man sich die Siegerlisten des Jahres an, stehen fast immer Japaner vorne. Was macht die japanischen Kletterer so stark derzeit?

Die Japaner sind seit Jahren in der Nationenwertung beim Bouldern und im Lead ganz vorne. Allerdings wird ihr Erfolg auch ein wenig überbewertet. Ihr Vorteil ist, dass sie eine große Dichte an Spitzenleuten haben, die im Raum Tokio zusammen trainieren und so einen großen Konkurrenzkampf täglich erleben.

Das komplette Interview mit dem 43-jährigen Schweizer findet Ihr unter kicker.de

 
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