Höhenbergsteiger Nirmal Purja an der Aktion beteiligt.

Es ist erst ein paar Wochen her, dass Nirmal Purja für den von ihm jüngst aufgestellten Achttausender-Rekord in den sozialen Medien gefeiert wurde, selbst Reinhold Messner zollte dem Nepalesen seine Anerkennung.

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Inzwischen schlägt dem 36-Jährigen ein ziemlich scharfer Wind entgegen. Grund dafür ist eine Aktion, die es so in der Geschichte des Alpinismus noch nie gegeben haben dürfte: 

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Yes, I have helped our friends from Kuwait to take their National flags on the summit of Amadablam, to help them celebrate their National day that is coming up soon. . It seems like people don’t do enough research nowadays and they seem very keen to put their opinion with only little knowledge. As a quote says "little knowledge is dangerous “ . . To clear this up: We have taken the flags up to the summit "complete” & WE HAVE BROUGHT DOWN THE FLAGS BACK TO KATHMANDU "COMPLETE” . Yes the COMPLETE package is back with us. We leave no trace on the mountains. . Yes I know it’s a very high risk mission, but every risk was calculated by myself. I was there on the ground/summit managing all the risk and ensuring every one is safe and we leave no trace on the mountains. For those who doesn’t know and are apprehensive of this project and it’s success, please note : 1. All my team members are safe and sound. 2. The mission didn’t hamper anyone’s climb at all . We put the flags up once all other mountaineers descended. 3. The project employed 17 Nepalese sherpa guides; 4 base camp kitchen staffs and 20 Nepalese porters and definitely helped in country’s economy. 4. This project has definitely promoted Nepal’s government campaign for next year "Visit Nepal 2020” in Kuwait . 5. This project has definitely strengthened the relationship between Nepal and Kuwait. 6. This project has definitely shown the ability of A Nepalese exped/local leaders and local agency in terms of managing risk and can perform equally or more than the western/European leaders or tour operators. 7. Everyone takes the flags on the summit and I apologise our flags was definitely bigger but unlike many we didn’t leave the trace up there. . I hope this clears up all and let’s start being more positive and let’s start looking into the positive aspect of things? The negative energy will drown yourself ! . . . #letsmakethepositivitylouder #kflag #wearepossible #makingshithappen #nimsdai #problemsolvers #visitnepal2020 #extremehighaltitudeperformers #alwaysalittlehigher #elitehimalayanadventures

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Am Gipfel der Ama Dablam war am 12. November eine gigantische Flagge Kuwaits enthüllt worden, die zuvor - unter Leitung von Purja und einem sechsköpfigen Sherpa-Team - in Einzelteile zerlegt auf 6812 Meter geschleppt worden war. 

Das Gesamtgewicht der rund 100 x 30 Meter großen Fahne soll laut Medienberichten 150 Kilogramm betragen haben. 

Für die Aktion gab es im Netz Beifall, aber auch viel Kritik. Die kann der frischgebackene Rekordhalter jedoch nicht nachvollziehen. Denn, so erläutert Purja in den sozialen Netzwerken, zum einen seien keine anderen Expeditionsteams behindert worden, zum anderen habe man keinerlei Spuren am Berg zurückgelassen, da die Flagge wieder komplett ins Tal gebracht worden sei.

Für Purja könnte die Aktion dennoch ein juristisches Nachspiel haben. "Wir untersuchen den Fall", so Mira Acharya vom nepalesischen Tourismusministerium gegenüber der Nepali Times. "Sie haben keine Erlaubnis dafür gehabt, so eine große Fahne mitzunehmen. Wenn es danach aussieht, dass Gesetze gebrochen wurden, werden wir handeln."

Ob Purja an der Ama Dablam möglicherweise die "Büchse der Pandora" geöffnet hat, wie es Stefan Nestler auf Abenteuer-Berg formulierte, bleibt abzuwarten. Bei der Vorstellung, die höchsten und bekanntesten Gipfel der Welt zukünftig als gigantische Werbefläche nutzen zu können, dürfte jedoch so mancher Konzernchef oder Staatenlenker in Verzückung geraten.

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11 Kommentare

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Margot Ablamowicz-Sobotka auf Facebook

Ha! Ha! Ha! Jemand aus Kuwait hat jemanden gesponsort, und die Bedingung war, die Flagge auf dem Gipfel zu entrollen...

Nose

Diese Aktion erhält ihre Sinnhaftigkeit dadurch, dass andere es sehen. In sofern entspricht sie dem Zeitgeist der millionenfachen Selbstdarstellung in den sozialen Medien.

Was das mit Bergsteigen zu tun hat? Nichts, absolut gar nichts!

Schade, mich macht so etwas traurig. Wir schmücken uns gerne mit Begrifflichkeit wie "by fair means", Kletterethik, Nachhaltigkeit, Bio, CO2 neutral, ... . Letztlich geht es um Selbstsucht und Geld.

Jetzt höre ich mir erstmal "Rage against the Machine" an und dann plane ich meine neue Tour. Die mach ich nicht free solo, sondern noch viel krasser: ohne Foto, ohne Smartphone, ohne GPS, ohne Flagge und ich setzt sogar nochmal einen drauf und lass auch das Rudergerät weg!

Icke

- ich sehe schon das Matterhorn mit der Schweizer Fahne verhüllt als Toblerone Milchschokoladewerbung - das Logo Matterhorn inklusive , das wäre doch mal was ! Nein, Spaß beiseite - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn es um Selbstdarstellung und Popularität geht, dabei hat doch Purja alles an Respekt, Achtung und Anerkennung bekommen.

Ich frage mich wirklich, warum tut er das, und darf er das? Ich weiß es nicht, nach meinem Rechtsverständnis ist das nicht erlaubt, als Kunstprojekt vielleicht eher, bloß das hätte er auch anmelden müssen.

Was soll`s , jeder kann machen, was er will, wir brauchen keine Regeln mehr, daran hält sich eh`keiner. Auf Grund seiner Popularität wird es wahrscheinlich bei einem "DU, DU wackelnder Zeigefinger" bleiben.

ErgoSum

Die USA haben doch auch ihre Fahne auf den Mond gepflanzt. Warum dürfen es die Kuweitis nicht auf der Ama Dablam? Weil die Amis gut und die Scheichs doof sind?

PowderFreak

Ich sehe schon hunderte Nike-Beachflags auf dem Everest-Normalweg vom Eisbruch bis zum Gipfel. Tausendfach fotografiert, hundertausendfach geliked und geteilt über Social-Media. Was für ein Werbecoup!

Lo Padi auf Facebook

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

Jones Beyer auf Facebook

Das hat dort oben nichts zu suchen.

Kemal Subašić auf Facebook

Ist die Flagge da oben geblieben, nein. Ist verrückt aber ok.

Heike Friebel auf Facebook

Wem hat es denn "gedient" das er diese Fahne da hoch geschleppt (hat schleppen lassen) hat. Es war wohl noch nicht genug Lob das er geerntet hat für seinen "Rekord". Was um alles in der Welt geht denn in diesen Menschen vor. Normal geht nicht mehr, nur noch schneller, höher, weiter.

Andre Kipper auf Facebook

Können die Menschen die Berge nicht einfach mal so sein lassen wie sie sind? Es ist einfach unglaublich.

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