Bettwanzen auf Berghütten: So können Hüttenbesucher bei der Bekämpfung mithelfen.

Die Schätzungen gehen auseinander: Während manche davon ausgehen, dass auf bis zu 30 Prozent aller Berghütten mit Bettwanzen zu rechnen ist, sagt Robert Kolbitsch, der beim DAV für die Hütten verantwortlich ist: "Ich schätze, dass mindestens zehn Prozent betroffen sind."

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In einer Umfrage auf alpin.de im Jahr 2017 gaben insgesamt acht Prozent der Teilnehmer*Innen an, schon ein- oder mehrere Male auf einer Alpenvereinshütte von einer Bettwanze gestochen worden zu sein.

Die genaue (Prozent-)Zahl der von Bettwanzen heimgesuchten Berghütten kennt wohl niemand, Fakt ist aber, dass das Thema ein Problem ist. Ein Problem, das nicht besser wird, wenn man es totschweigt.

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Gleich juckt's: Eine Wanze bei der Nahrungsaufnahme.

| © (c) dpa
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Dessen bewusst, geht der Alpenverein nun in die Offensive. Wert legt man dabei auf die Tatsache, dass Bettwanzenbefall kein Hygiene-Thema sei. Überall, wo viele Menschen zusammentreffen, kämen Bettwanzen vor, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Es sei also keine Frage der Sauberkeit und kein spezifsches Problem von Hütten, Bettwanzen könnten genauso gut Vier-Sterne-Hotels befallen.

Was tun? Robert Kolbitsch verbreitet Zuversicht: "Es gibt sehr wirksame Maßnahmen gegen Wanzen. Dabei sind sowohl die Hüttenwirtinnen und Hüttenwirte als auch die Gäste gefragt.“

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt hat der Alpenverein eine Broschüre herausgegeben, die Ihr hier herunterladen könnt.

Hier die Maßnahmen gegen die Verbreitung von Bettwanzen aus derm Flyer:

1. Wie verbreiten sich Bettwanzen?

Bettwanzen verbreiten sich hauptsächlich durch den Transport befallener Gegenstände. Zwischen den Hütten und Hotels, die als Ausgangs- oder Endstation bei Wanderungen dienen, werden Bettwanzen vor allem mit Wanderrucksäcken verschleppt. Ein einziges befruchtetes Weibchen im Rucksack kann ausreichen, um woanders (Hütte, Hotel, Transportmittel, Zuhause) einen Befall zu verursachen.

2. Was könnt Ihr vorbeugend gegen eine Bettwanzenverschleppung tun?

  • Nehmt verschließbare Tüten/Beutel zur Aufbewahrung des Rucksacks innerhalb der Hütte selbst mit

  • Verschließt Euren Rucksack in der Hütte grundsätzlich und bewahrt ihn in größtmöglicher Entfernung zum Schlafplatz auf (zum Beispiel an Kleiderhaken, auf Stühlen)

  • Nutzt zur Verfügung gestellte Präventionsmaßnahmen in den Hütten (Rucksackaufbewahrung, ein von der Hütte gestellter Schlafsack, Behandlung des mitgebrachten Schlafsacks usw.)

  • Bewahrt getragene Wäsche fest verschlossen in einer Plastiktüte auf, damit menschliche Duftstoffe keine Bettwanzen anlocken

  • Sucht mögliche Verstecke im Zimmer vor der Übernachtung nach Bettwanzen und Kotspuren ab

  • Solltet Ihr Bettwanzen entdecken, informiert sofort die Hüttenwirtsleute und verlangt nach Möglichkeit einen anderen Schlafplatz

  • Kontrolliert durch Ausschütteln und Absuchen Euren Rucksack und Schlafsack immer auf Bettwanzen und deren Spuren, bevor Ihr Euer nächstes Ziel aufsucht

  • Die Kontrolle von Rucksäcken solltet Ihr am besten in der Dusche/Badewanne oder außerhalb der Hütte auf einer hellen Unterlage durchführen, damit Ihr fliehende Wanzen schnell entdeckt und diese kein neues Versteck findet

  • Findet Ihr eine Bettwanze, zerquetscht sie und bewahrt das Insekt für eine mögliche spätere Bestimmung auf, falls Ihr unsicher seid (in einem Glas, Zip-Beutel oder Taschentuch)

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