Die CSU in Oberbayern möchte neue Regeln für (E-)Mountainbiker.

Durch den Siegeszug der E-(Mountain)-Bikes sehen viele eine erhöhte Zahl von Zweiradfahrern in den bayerischen (Vor-)Alpen. Damit einhergehend werden weitere Konflikte zwischen Wanderern, Grundstücksbesitzern und (E-)Bikern sowie steigende Unfallzahlen und höhere Kosten für den Wegebau befürchtet. 

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Gesellschaftspolitische Akteure ringen derzeit um eine Lösung, wie mit dieser Thematik umzugehen ist. So hat beispielsweise die DAV Sektion München beschlossen, auf den Sektions-Hütten keine Ladestationen für E-Bikes einzurichten und keine E-Mountainbike-Touren ins Programm zu nehmen.

Auch die CSU Oberbayern diskutierte das Thema im Rahmen ihres Bezirksparteitags am 29. Juni in Ingolstadt. In dem 19-seitigen Leitantrag "Oberbayern nachhaltig gestalten - umweltbewusst und nachhaltig - nicht links"  heißt es:

"Viele der derzeit üblichen touristischen und vor allem sportlichen Aktivitäten, insbesondere im Wintersport, sind mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden. Dazu kommen Aktivitäten wie Mountainbiking, Drachenfliegen, Paragliding oder Schneeschuhwandern, bei denen es bei hoher Intensität zu teilweise starker Beunruhigung der Wildtiere kommt. Gerade der Boom mit E-Bikes bringt viele Radfahrer in Regionen, in die früher nur wenige Sportler vorgedrungen sind."

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Unterwegs mit dem E-Mountainbike: Bald in Obebayern mancherorts verboten?

| © Holger Rupprecht

Als Lösungsweg sieht man bei der CSU, die oberbayerischen Erholungsregionen weder "zum reinen Freilichtmuseum oder Urwald " noch zur "Massentourismusmaschine" zu machen. Um die Interessen der Bevölkerung, der Erholung suchenden Menschen und der Natur und der Tiere unter einen Hut zu bringen, sind nach Ansicht der Delegierten des Parteitags lenkende und trennende Maßnahmen der richtige Weg.

Hierfür werden neben vielen anderen Punkten auch die verstärkte Ausweisung von naturverträglichen Routen mit "Naturverträglichkeitssiegel" für Schneeschuhwanderer und Tourengeher sowie die Einrichtung von Sperrzonen und Ausweisung geeigneter Routen für Mountainbiker und E-Biker angeführt.

Der Antrag wurde von den 300 Delegierten einstimmig verabschiedet. 

Ob die Vorschläge der oberbayerischen CSU umgesetzt werden, ist ungewiss. Hierfür ist noch ein weiter Weg zu gehen. Gewiss ist, dass die geforderten Maßnahmen die ohnehin laufende Diskussion weiter angefacht haben.

Während einzelne Kommunalpolitiker Zustimmung äußerten, möchte Axel Doering, Leiter des Arbeitskreises Alpen beim Bund Naturschutz aus Garmisch-Partenkirchen zwischen Mountainbikern und E-(Mountain)-Bikern differenzieren.

Im bayerischen Naturschutzgesetz heißt es zwar in Art. 27 dass "alle Teile der freien Natur, insbesondere Wald, Bergweide, Fels, Ödungen, Brachflächen, Auen, Uferstreifen und landwirtschaftlich genutzte Flächen, von jedermann (...) unentgeltlich betreten werden" dürfen.

Aber in Art. 28 steht einschränkend, dass die Benutzung von Privatwegen in der freien Natur nur mit Fahrzeugen ohne Motorkraft erfolgen darf.

Doering hält es für rechtlich zulässig und sinnvoll, wenn E-Bikes nach der Forstschranke nicht mehr fahren dürften.

Skeptisch gegenüber Sperrungen ist man beim DAV. "Wir halten pauschale Sperrungen nicht für den richtigen Weg", wird DAV-Sprecherin Andrea Händel in Medienberichten zitiert. Besser sei, die Probleme mit allen Beteiligten an einem Tisch regional zu besprechen.

 
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55 Kommentare

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Thomas

Selten fand ich Diskussionen so absurd und emotional verbohrt wie diese: warum soll nicht eine gemeinsame Nutzung der vorhandenen Wege und Trails möglich sein? Wer in anderen Regionen wie z.B. Südtirol oder der Schweiz unterwegs ist, wird feststellen, dass eine gemeinsame Nutzung möglich ist. Die Wege gehören weder den Bikern noch den Wanderern. Wer nicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme und gemeinsamen Nutzung bereit ist sollte mit Verlaub gesagt besser zuhause bleiben.

Thomas

Hallo, es ist leider wie so oft im Leben. Jede Seite hat ihre „schwarzen Schafe“ die ohne Rücksicht und Toleranz unterwegs ist. Vielleicht ist es besser für die Umwelt (Natur u Tiere) wenn es separate Touren oder Strecken gibt. Ich persönlich finde es sehr schade noch mehr Reglementierungen auszuloben, ich bin gerne in den Bergen mit dem Mtb unterwegs und ärgere mich jetzt schon wenn ich auf ein Schild treffe das Radeln verbietet. ??Meistens steige ich trotzdem nicht ab, bin aber immer mit schlechtem Gefühl unterwegs. Das wird dann noch schlimmer.......!??es bleibt abzuwarten und spannend!

Wolfgang

ich sehe es als eine große Gefahrenquelle an, dass auf schmalen Bergpfaden Mountainbiker, besonders E-Biker den Berg schnell hinunterfahren und andere Bergler gefärden. Ich mußte schon ab und zu feststellen, dass sie ihr Gerät nicht ric

fettiz

Gegenseitige Rücksicht und Verständnis. Spezielle Bike-Angebote zur Lenkung. Nutzerströme lassen sich lenken. Wenn aber bestimmte Regionen kein Angebot machen, dann werden die Biker halt auch zu falschen Uhrzeiten ungeeignete Wege nehmen.
Anstatt Verbote wäre es sinnvoller den Trend zu nutzen und Angebote zu schaffen. Wichtige Hütten ausbauen. Eben auch mit Ladestationen, Werkzeug. Dorthin getrennte Wege für Biker und Wanderer schaffen. Downhill Trails fördern. Andere (ungeeignete) Wege dafür konsequent für Biker sperren oder zeitlich begrenzen. Die Umweltzerstörung vorzuschieben ist Unsinn. Wieviel Erosion wurde schon durch Wanderer verursacht? Davon kann man doch lernen, damit nicht das gleiche durch Biker geschieht.

Willi

Dann muß man auch sämtliche Seilbahnen und im Winter die Skilifte verbieten. Fahre seit 30 Jahren mit dem MTB-Bike und seit 2 Jahren mit dem E-Bike. Wenn die Bergwanderer mit der Seilbahn hochfahren und dann mit ihren Turnschuhen rumlaufen ist auch gefährlich.

Hugo Schneider (Rad nicht E- Sportler)

Keine Ladestationen bringt nichts, da inzwischen schon mit Reseve Akkus gefahren wird. Überhaupt schädigen die breiten Reifen der Ebikes die Trails.Klare Beschränke für Ebikes notwendig u dazu Kennzeichen u Versicherungspflicht derselbigen!

helli

die rotsocken haben mal wieder was zu wettern.
früher gings gegen halbschuhtouristen. wer mit turnschuhen unterwegs war war sowieso a preiss.
dann kamen die radler die auf forstwegen nix zu suchen haben.
die sportkletterer wären ja auch keine bergsteiger.
selbst stöcke gehören im sommer verboten, beschleunigen sie ja die erosion.
jetzt gehts halt gegen bikebergsteiger und e-biker...

Thomas Lenhart

Schon jetzt liegt die Belastung der bayerischen Alpen an der Schmerzgrenze. Um künftig Komplettsperrungen wegen zunehmender Überbelastung/-Frequentierung zu vermeiden, ist es sinnvoll zwischen Fortbewegungsmethoden aus eigener Kraft und mit (E-)Motor-Unterstützung zu unterscheiden. Nicht jeder muss überall hinkommen dürfen. Auch im Flachland gibt es schöne Radlwege. Wenn E-Bikes im Gebirge fahren dürfen, warum denn dann nicht auch E-Autos? (Meine Oma kann nämlich auch nicht mit dem E-Bike fahren.) Wegen der Gerechtigkeit. E-Autos sind genau so sauber wie E-Bikes. Für die E-Autos müsste man nur noch die Forststraßen ausbauen (am besten Ehrenamtliche der Sektionen) und große Parkplätze an den Almen einrichten. Neulich bin ich mit dem Radl von Krün über die Fischbachalm zum Hundsstall und dann mit Ski weiter an den Soiernhäusern vorbei zur Reißenden Lahnspitz. Am Rückweg sind mir zwischen Hundsstall (Talstation der Materialseilbahn Soiernhäuser) und den Soiernhäusern bergauf ein E-MTB-Päarchen entgegengekommen. Auf diesem Abschnitt habe ich mein ganzes Leben noch keinen MTB-ler gesehen. Ohne E-Bike wären die beiden wohl nicht mal bis zur Fischbachalm gekommen. Außeralpin machen E-Bikes natürlich schon Sinn.

Siegfried Maier

Es zählen nur noch Kilometer und Höhenmeter, mit dem E-Mountainbike kein Problem für unerfahrene und untrainierte Radsportler. Dadurch eine Überhäufung von Radlern, welches den Bergregionen nicht gut tut. Fahre seit 2006 schon etliche Transalps ohne E-Antrieb, aber die Entwicklung Transalp mit E-Antrieb kann ich nicht befürworten.

Helmut

Mountain-Bikes nur auf ausgewiesenen Forststraßen! Auf keinen Fall auf Wanderwegen und Steigen.

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