Vom 18. bis 22. Oktober fand in Tegernsee die 15. Ausgabe des renommierten Film-Festivals statt.

Über 600 Besucher fanden in diesem Jahr den Weg an den Tegernsee, um sich an fünf Tagen über 90 internationale Produktionen zum Themenbereich Berg und Natur anzusehen, und dies bei bestem Herbstwetter!

Volles Haus bei der Präsentation der Siegerfilme 2017.

| © Thomas Plettenberg

Dementsprechend erfreut zeigte sich auch Michael Pause über den Zuspruch. "Das ist wohl die schönste Auszeichnung, die wir bekommen konnten, für unsere Filme, unsere Arbeit, unser Festival", so der langjährige Direktor des Festivals bei der Präsentation der prämierten Filme im Barocksaal des Gymnasiums Tegernsee am 21. Oktober. 

Die Jurymitglieder mit Festival-Direktor Michael Pause (von links): Martin Kaufmann, Julia Brunner, Benedikt Kuby, Moja Volkar Trobevšek, Helmut Scheben, Michael Pause.

| © Thomas Plettenberg

Die Preisträger 2017

Für die Auszeichnung der besten Filme zeichneten sich in diesem Jahr der Jouranlist Helmut Scheben (Schweiz), die Kamerafrau Julia Brunner (Österreich), die Dokumentarfilmerin Mojca Volkar Trobevšek (Slowenien), der Regisseur Benedikt Kuby (Deutschland) sowie Martin Kaufmann (Italien), der Programmdirektor der Bozener Filmtage, verantwortlich. Hier ihre Auswahl:

Großer Preis der Stadt Tegernsee: "Still Alive – Drama am Mount Kenya" (Reinhold Messner)

Der Film ist eine geglückte Komposition von wertvollem Archivmaterial, eindrücklichen Zeugenberichten zweier überlebender Alpinisten und nachgespielten Szenen. Die Geschichte einer Rettungsaktion am Mount Kenya wird in einer schnörkellosen Dramaturgie erzählt. Der Verzicht auf hohes Pathos, Heldentum am Berg und Sensationsbilder macht den Film von Anfang bis Ende glaubwürdig und ergreifend.

Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm der Kategorie "Erlebnisraum Berg": "Last Exit" (Puria Ravahi)

Der Film stellt die Frage nach den Motiven für Basejumping und andere Extremsportarten von hohem Risiko. Ein junger Basejumper sieht die Zwanghaftigkeit seines Tuns und beschließt aufzuhören mit einem Sport, der so viele Todesopfer fordert. Er erkennt seine Verantwortung gegenüber sich selbst, seiner Familie und seinen Freunden. In sieben Minuten überzeugend dargestellt.

Bester Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“: "Becoming who I was" (Chang-Yong Moon und Jin Jeon)

"Becoming who I was" öffnet eine Tür zu einer fremden Kultur und Religion, der Film geht aber weit darüber hinaus. Er symbolisiert elementare Werte, indem er in starken und ruhigen Bildern zeigt, wie Zuneigung und Vertrauen zwischen zwei Menschen wachsen können. Die Story ist so bewegend erzählt, dass man unsicher ist, ob es sich um Dokumentation oder Fiktion handelt, - für die Jury ein Zeichen von hoher Qualität.

Bergzeit-Preis für den besten Film in der Kategorie "Naturraum Berg": "Dessine-mois un chamois" (Véronique, Anne und Erik Lapied)

Der Zuschauer sieht das Hochgebirge mit den Augen eines kleinen Jungen. Der Film ist also nicht nur Naturbeobachtung, sondern zeigt auch, welche Rolle die Erfahrung der Bergwelt im Leben des Kindes spielt. Die starken Bilder von Wildtieren und Landschaften prägen sein langsames Erwachsenwerden. Ein Naturfilm, der auch eine geglückte Story erzählt.

Publikumspreis: "Symphony on Skis" (Carla Braun-Elwert)

Zwei junge Frauen durchqueren die Gletscher Neuseelands von Meer zu Meer. Sie folgen der Route in Erinnerung an ihren verstorbenen Vater, der die Durchquerung einst als Bergführer in Rekordzeit schaffte. Sehenswerte Montage von Archivmaterial und faszinierenden Landschaftsbildern.

ALPIN-Redakteur Andreas Erkens war beim "DAV-Abend" vor Ort. Hier sein Fazit:

Immer wieder außergewöhnlich ist die Atmosphäre im Barocksaal des Gymnasiums Tegernsee – vor allem wenn die Filmauswahl so vielfältig ist wie beim DAV-Filmabend. Die Spanne reicht hier von Kurzfilmen über das Klettern im Frankenjura bis hin zu den bekannten und von Lachern begleiteten Expeditionen der Seilschaft Villanueva/Favresse – diesmal mit dem Titel "Coconut Connection". 

Mein persönliches Highlight 2017 aber war der 7-Minüter "Last Exit": Weil diese Produktion endlich mal einen kritischen Gegenpol setzt zu den Schneller-höher-weiter-Heroen-Stücken, die seit vielen Jahren die Sportfilme dominieren. In unaufgeregter, geradezu durchdringender Dramaturgie und Erzählweise nähert sich "Last Exit" dem Thema Basejumpen mal auf eine ganz andere Art und Weise. Absolut sehenswert!

Ausführliche Informationen zum 15. Bergfilmfestival Tegernsee findet Ihr unter www.bergfilm-tegernsee.de

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