Aller guten Dinge sind 14: Die Achttausender-Besteigungen von Reinhold Messner
Erstbesteigung: am 3. Juli 1953 von Hermann Buhl.
Es war sein erster Achttausender und zugleich sein schwerster – am 27. Juni 1970 steht Reinhold Messner mit seinem Bruder Günther am Gipfel des Nanga Parbat. Der Anstieg erfolgt durch die schwierige Rupalwand, die höchste Wandflucht der Erde. Die beiden steigen über die Diamirflanke ab, was die erstmalige Überschreitung des Nanga Parbat und zugleich die zweite Überschreitungeines Achttausenders bedeutet. Beim Abstieg verliert Reinhold den höhenkranken Bruder aus den Augen, er kehrt allein und entkräftet in die Zivilisation zurück. Günthers Leiche wird erst 35 Jahre später geborgen. Messner verliert durch Erfrierungen sechs Zehen. Zahlreiche Publikationen und Filme, darunter Joseph Vilsmaiers Spielfilm "Nanga Parbat" aus dem Jahr 2010, beschäftigen sich mit diesem Drama.
Erstbesteigung: am 9. Mai 1956 von einer japanischen Expedition unter der Führung von Yuko Maki.
Der 8163 Meter hohe Manaslu gehört eher zu den "kleinen" Achttausendern. Messner gelingt die Erstdurchsteigung der Manaslu-Südwand im Rahmen einer Tiroler Expedition unter Leitung von Wolfgang Nairz. Es ist die erste Besteigung ohne Flaschensauerstoff und erst die dritte Besteigung des Berges überhaupt. Überschattet wird die Expedition durch zwei Todesopfer in der Gipfelmannschaft: Franz Jäger und Andi Schlick kommen in einem schweren Orkan ums Leben. Die Ereignisse rund um die Besteigung schildert Messner in seinem Buch "Sturm am Manaslu".
Erstbesteigung: am 4./5. Juli 1958 von Pete Schoening und Andrew Kauffman.
Die Besteigung des Hidden Peak, auch Gasherbrum I genannt, gelingt Messner am 10. August 1975 zusammen mit Peter Habeler – ein Meilenstein in der Geschichte des Höhenbergsteigens im Himalaja. Erstmalig wird ein Achttausender im Alpin- statt wie bisher üblich im Expeditionsstil bestiegen. Reinhold Messner ist damit der erste Mensch, der zu diesem Zeitpunkt mehr als zwei Achttausender bestiegen hat.
Erstbesteigung: am 29. Mai 1953 von Edmund Hillary und Tenzing Norgay.
Es ist die erste Besteigung des höchsten Berges der Erde ohne Flaschensauerstoff. Am 8. Mai 1978 – fast genau 25 Jahre nach der Erstbesteigung – erreichen Reinhold Messner und Peter Habeler über die Südroute den Gipfel des Mount Everest. Im Vorfeld hatten Ärzte und andere Alpinisten immer wieder angezweifelt, ob dies ohne gesundheitliche Folgeschäden möglich sei.
Erstbesteigung: am 31. Juli 1954 von Achille Compagnoni und Lino Lacedelli.
Messners geplante Route am Südpfeiler des K2 ("Magic Line") mit einer kleinen sechsköpfigen Expedition scheitert bereits beim Anmarsch durch verschiedene unglückliche Begebenheiten. Daraufhin entscheidet sich die Gruppe für den Anstieg über den Abbruzzengrat. Am 12. Juli 1979 erreichen Reinhold Messner und Michl Dacher den Gipfel des K2.
Erstbesteigung: am 2. Mai 1964 von einer chinesischen Expedition.
Am 28. Mai 1981 stehen Reinhold Messner und Friedl Mutschlechner bei schlechtem Wetter auf dem Gipfel der Shishapangma, dem einzigen Achttausender, der komplett auf chinesischem Territorium steht. Für Mutschlechner ist es der erste Achttausender. Sie steigen von der Nordseite über eine Variante des Normalweges auf. Die Besteigung erfolgte teilweise mit Ski.
Erstbesteigung: am 25. Mai 1955 von George Band und Joe Brown.
Als erster Bergsteiger überhaupt plant Messner 1982 drei Achttausender in einem Jahr zu besteigen. Am 6. Mai erreichen Messner, Friedl Mutschlechner und Ang Dorje den Gipfel des Kangchendzönga Mutschlechner erleidet starke Erfrierungen, Messner erkrankt an einem Leberabszess. Das Vorhaben, in einem Jahr drei Achttausender zu besteigen, ist gefährdet.
Erstbesteigung: am 7. Juli 1956 durch drei Teilnehmer einer österreichischen Expedition unter Leitung von Fritz Moravec.
Am 24. Juli steht Messner auf dem Gipfel des Gasherbrum II, den er jedoch ohne Mutschlechner und nicht über die geplante neue Route erreicht.
Erstbesteigung: am 9. Juni 1957 von Hermann Buhl, Kurt Diemberger, Fritz Wintersteller und Expeditionsleiter Marcus Schmuck.
Am 2. August ist der Hattrick perfekt: Messner steht innerhalb eines Jahres auf dem dritten 8000er.
Erstbesteigung: am 19. Oktober 1954 von einer österreichischen Klein-Expedition unter Führung von Herbert Tichy - mit dem Tiroler Sepp Jöchler und dem Sherpa Pasang Dawa Lama.
Die erste Winterbesteigung 1982/1983 des Cho Oyu scheitert an zu großen Schneemassen auf 7500 Metern. Am 5. Mai 1983 erreicht Messner zusammen mit Hans Kammerlander und Michl Dacher über eine neue Variante den Gipfel.
Erstbesteigung: am 3. Juni 1950 von Maurice Herzog und Louis Lachenal.
Über eine neue Route in der Nordwestwand erreichen Reinhold Messner und Hans Kammerlander am 24. April 1985 den Gipfel der Annapurna. Den restlichen Expeditionsteilnehmern bleibt der Gipfel aufgrund von heftigen Schneefällen verwehrt.
Der Chronist Eberhard Jurgalski meint Belege gefunden zu haben, dass Messner und Kammerlander nicht den höchsten Punkt erreicht haben.
Erstbesteigung: am 13. Mai 1960 gelang einem sechsköpfigen Team aus dem Kreis der Expeditionsteilnehmer – Kurt Diemberger, Peter Diener, Ernst Forrer, Albin Schelbert sowie die beiden Sherpas Nawang Dorje und Nyima Dorje.
Nach missglückten Versuchen 1977 und 1984 erreicht Reinhold Messner im dritten Anlauf am 15. Mai 1985 zusammen mit Hans Kammerlander den Gipfel des Dhaulagiri in einem Zug ohne Rasttag aus dem Kali-Gandaki-Tal über den Normalweg.
Erstbesteigung: am 15. Mai 1955 von Lionel Terray, Jean Couzy und allen weiteren Expeditionsteilnehmern (erstmalig bei einem 8000er).
Gleich vier Anläufe brauchte Messner für den Makalu. Die ersten drei Versuche scheiterten: 1974 an der Südwand, 1981 am Südostgrat und im Winter 1985/1986 an der Wintererstbesteigung über den Normalweg. Am 26. September 1986 gelang Messner zusammen mit Hans Kammerlander und Friedl Mutschlechner endlich die Besteigung über den Normalweg.
Erstbesteigung: am 18. Mai 1956 von Fritz Luchsinger und Ernst Reiss.
Am 16. Oktober 1986 erreicht Reinhold Messner zusammen mit Hans Kammerlander bei starkem Wind den Gipfel des Lhotse über den Normalweg. Nach 16 Jahren an den höchsten Gipfeln der Welt ist er der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hat, und gleichzeitig ist es auch der letzte Gipfel eines Achttausenders, den Messner in seinem Leben besteigen sollte.













