Das Zwiebelprinzip wirkt recht einfach, und dank dem Vorbild aus der Natur ist es auch ganz gut vorstellbar. Eine Schicht liegt einfach über der anderen. Aber aufgepasst: Die Lagen müssen zueinander passen. Nur wenn man die Funktionsweise der einzelnen Schichten versteht, läuft das System.

Funktionswäsche hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit von innen (der Haut) nach außen (der Umgebung) abzuleiten und, je nach Bekleidung und Außentemperatur, körpernah verdunsten zu lassen. Feuchtigkeit entsteht immer, wenn wir uns bewegen, auch wenn es kalt ist. Je intensiver die Bewegung, desto mehr Feuchtigkeit (Schweiß) fällt an. 

© Maloja

Am besten leiten Kunstfasermaterialien Feuchtigkeit weiter, weil sie selbst kaum Feuchtigkeit speichern (können). Zieht man nun mehrere Schichten übereinander, müssen die aufeinander abgestimmt sein, damit das System weiterhin funktioniert.

1. Lage: Unterwäsche

Die erste Lage ist die Unterwäsche. Sie wird direkt auf der Haut getragen. Aber schon hier kann man fatale Fehler machen. Frauen tragen gerne Baumwollhemdchen mit Spaghettiträgern als unterste Lage. Ein No-Go, wenn man ein funktionierendes System haben möchte. Wer wenig schwitzt, kann auch ein Merino-Shirt anziehen (Wolle). 

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Aber für ein gut funktionierendes Zwiebelprinzip ist das nicht sehr sinnvoll, weil Wolle viel Feuchtigkeit speichert. Ein Funktionshemd, im Idealfall aus Polyester, erzielt die besten physiologischen Werte. Neben dem Material ist bei Unterwäsche die Passform wichtig. Ein weites, schlabbriges Hemd bringt nichts! Das Funktionsshirt muss eng anliegen. 

Und wo wir dabei sind: Auch die Unterhosen gehören zur ersten Lage. Und wie oft sind die noch aus Baumwolle. Im Winter auf Skitour eine verschwitzte oder mindestens klamme Unterhose am Steiß ist alles andere als angenehm. Auch hier schafft Funktionswäsche Abhilfe.

2. Lage: Isolierschicht

Diese Lage sorgt für den Wärmerückhalt. Sie heißt zwar zweite Lage, kann aber durchaus aus mehreren Schichten bestehen. Die zweite Lage dürfen auch zwei dünne Fleecepullover übereinander sein. Bei falschen Materialien ist die zweite Lage ein wahrer Feuchtigkeitspuffer. Wer einen Baumwoll-Sweater trägt und ordentlich Dampf ablässt, wird nach ein paar Stunden eine doppelt so schwere zweite Lage ausziehen, als er angezogen hat. 

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Merino ist wieder nur begrenzt geeignet, auch diesmal wegen des hohen Feuchtigkeitsspeichers. Gut geeignet sind hier Bekleidungsstücke aus Kunstfaser oder eben Mischfaser. Luftige und leichte Fleecelagen sind universell einsetzbar und tragen sich angenehm. Unter einer anderen Lage getragen, bringen sie viel Wärme. Im Normalfall ist die zweite Lage aber nicht winddicht und natürlich auch nicht wasserdicht oder wasserabweisend. 

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Das würde den Durchlass von Wasserdampf massiv erschweren. Das ist der Grund, warum man die leichten Kunstfaserjacken aus Primaloft oder ähnlichen Materialien nicht als zweite Lage trägt, wenn man sich bewegt. Sowohl die Wattierung als auch die beiden Lagen winddichten Materials (Futter und Außenstoff) dieser Jacken blockieren jedes Durchlassen von Dampf.

3. Lage: Wetterschutz

Die dritte Lage schützt vor der Witterung. Hier gilt es, Wind und Regen/Schnee abzuhalten. Je nach Einsatzzweck muss die dritte Lage auch sehr robust und reißfest sein. Was die Hersteller uns hier in den letzten Jahren präsentiert haben, ist schon beeindruckend. Atmungsaktive Membranen gibt es schon lange, aber früher waren sie steif und schwer.

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Heute bekommt man eine komplett wasserdichte Jacke mit einem ordentlichen Maß an Wasserdampfdurchgang mit einem Gewicht von unter 300 Gramm. Bei der dritten Lage handelt es sich umgangssprachlich um eine Wetterschutzlage. Ist das Wetter so gut, dass man ohne diese Lage auskommt, sollte sie auch nicht getragen werden. 

Allzu häufig beobachtet man in den Bergen noch Leute, die fast einen Hitzestau bekommen, aber x Lagen inklusive Wind- und Wetterschutz beim Aufstieg übereinander tragen. Das ist nicht der Sinn des Zwiebelprinzips.


 

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