Sie ist die höchste Wand der Ostalpen und zieht seit jeher Alpinisten in ihren Bann. Dazu der tiefblaue Königssee, das mächtige Watzmann-Massiv und dessen lohnende Überschreitung krönen die Ostwand zur Parade-Tour!

Wer als Bergsportler etwas auf sich hält, für den ist die Watzmann-Überschreitung genauso verlockend wie ein Aufstieg auf Deutschlands höchsten Berg. Die Königsdisziplin bleibt, hier wie dort, erfahrenen Alpinisten vorbehalten: Was der Zugspitze ihr Jubiläumsgrat, ist dem Watzmann seine Ostwand. 

Mythos Watzmann-Ostwand

Mehr über die "Wand der Wände" lest ihr in ALPIN 4/2021.

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Der Ruf dieser Wand ist geradezu legendär: imposant, atemberaubend und einzigartig sind die meistgebrauchten Adjektive, wenn dieser Riegel aus senkrechtem Fels beschrieben wird. Warum? Weil sie mit ihren gut 1800 Meter Höhe die höchste Felswand der Ostalpen ist. 

Und obwohl ihre Erstdurchsteigung schon 1881 Johann Grill (genannt Kederbacher) mit Otto Schück auf dem Kederbacher Weg (IV) gelang, fanden Josef Aschauer und Hellmuth Schuster die leichteste Linie, den Berchtesgadener Weg (III) erst 1947 – bis heute der gebräuchlichste Aufstieg.

Den Nimbus der Wand unterstrich auch Herrmann Buhl, der sich dort im Winter 1953 mit einer Solo-Begehung auf die Nanga-Parbat-Expedition vorbereitete, sowie wohl auch die mehr als 100 Todesopfer, die in der Ostwand starben. In der Eiger-Nordwand sind etwa gerade mal gut 70 Tote zu beklagen. Das liegt unter anderem an den Gefahren durch Wettstürze, Steinschlag, Altschneefelder, Orientierungsprobleme, ausgesetztes Gehgelände und durch Erschöpfung und Konzentrationsfehler. 

Kein Wunder, bei gut2100 Höhenmetern Aufstieg bis zur Watzmann Südspitze!Doch wer gut vorbereitet ist, den Weg kenntoder geführt wird, für den ist die Ostwand purerGenuss und die Überschreitung zum Watzmannhausdann aussichtsreiche Dreingabe.

Watzmann-Ostwand über den Berchtesgadener Weg: Hier findet ihr ein Topo der Route sowie eine genaue Touren-Beschreibung.