Jubiläumsgrat heißt die Verbindung zwischen Zugspitze (2962 m) und Hochblassen (2707 m). Der Gipfel des Hochblassen wird dabei nicht bestiegen. Der Weg zweigt nach der Vollkarspitze (2630 m) Richtung Grieskarscharte (2463 m) ab. Die meisten Begeher wählen den Weiterweg über den Gipfel der Alpspitze (2628 m) und den Abstieg über die Nordwand-Ferrata.

Der Jubiläumsgrat ist auch im Winter für Geübte mit viel Kondition machbar.

Anreise

Von Garmisch nach Grainau und weiter zur Talstation der Eibsee-Seilbahn mit dem Eibsee- Bus (ab 6.23 Uhr, Fahrtzeit ca. 25 Min.), der Zahnradbahn der Bayerischen Zugspitzbahnen (ab 8.15 Uhr) oder dem Pkw.

Beste Zeit

Normalerweise nicht zu früh im Winter, da der Schnee noch nicht verfestigt ist und keinen Halt bietet. Wer aber Glück hat, erwischt gerade zu Winterbeginn eine Schönwetterperiode Anfang Januar, in der bei wenig Schnee auch ausgezeichnete Verhältnisse sein können.

Hütten

Münchner Haus , 2959 m, im Winter geschlossen; Biwakschachtel am Jubiläumsgrat , 2684 m, 12 Plätze; Kreuzeckhaus , 1652 m, beim Abstieg evtl. dort übernachten, Tel. 08821 2202.

Bergführer

Alpin Sport TS, Eckbergstraße 15, 76534 Baden-Baden, Tel. 07221 72831

www.alpinsport-ts.de

Bergbahnen

Eibsee-Seilbahn: Die Gipfelplattform der Zugspitze erreicht man am schnellsten mit der Eibseeseilbahn. Die Bahn fährt bis Februar 8.30 – 16.30 Uhr, ab März 8.00 – 16.45 Uhr. Bergfahrt: 26,50 Euro; Alpspitzbahn: Wer schnell ist, kann mit der Bahn bis 16.30 Uhr vom Osterfelderkopf hinuntergondeln. Info für beide Bahnen: Tel. 08821 7970, www.zugspitze.de

Karten

AV-Karte, 1:25 000, Blatt 4/2, Wetterstein Mitte.

Die Tour

Zugspitze, 2962 m, Jubiläumsgrat

Gesamtzeit: 5 - 12 Std. I 800 Hm Aufstieg, 2000 Hm Abstieg I Schwierigkeit: Schwer

Von der Bergstation der Eibseeseilbahn auf die Gipfelplattform des Gebäudes. An der Nordseite unter einer Absperrung hindurch und in die Scharte vor dem Zugspitze-Ostgipfel. Über Leitern und an einem Geländerseil unschwierig auf den Gipfel. Auf dem ersten Gratabschnitt 2,5 km hinunter Richtung Innere Höllentalspitze. Vor einer Scharte wird der Grat zunehmend schmaler und ausgesetzter, Drahtseilsicherungen sind hier so gut wie nicht vorhanden. Wesentlich leichter sind dann die westseitigen Steilaufschwünge zu bewältigen, da diese gut versichert und dank der Steilheit die Drahtseile meist zugänglich sind.

Ab der Inneren Höllentalspitze (2737 m) beginnt ein ständiges Auf- und Abklettern am exponierten Grat, das wesentlich zeitaufwendiger ist als der Anfang des Grates. An der Inneren Höllentalspitze kann man das letzte Mal den Grat verlassen und über den versicherten Brunntalgrat südseitig Richtung Knorrhütte absteigen, aber Achtung: von der Knorrhütte sind es ca. 600 Hm zurück zu einer Auffahrtsmöglichkeit Richtung Zugspitze. Vor der Äußeren Höllentalspitze erreicht man die Biwakschachtel. Von der Zugspitze bis hierher hat man etwas mehr als die Hälfte des Weges geschafft – ein Blick auf die Uhr lohnt sich, um abzuschätzen, wie lange man dann noch brauchen wird.

Ab der Vollkarspitze wird der Grat leichter (je nach Verhältnissen) und führt zum Gipfel der Alpspitze. Von hier über die Ferrata Richtung Osterfelderkopf und weiter über die Skipiste zur Talstation in Garmisch-Partenkirchen.

Wichtige Winterinfos

Im Winter muss man damit rechnen, dass ein Teil der Drahtseilversicherungen am Jubiläumsgrat und an der Alpspitz-Ferrata unter dem Schnee liegen. Während im Sommer der Grat in beide Richtungen begangen wird, ist für den Winter der Start von der Zugspitze empfehlenswert : So können die steilen Nordhänge der Vollkarspitze und der Steilhang unterhalb des Hochblassen im Abstieg bewältigt werden, was lawinentechnisch sehr empfehlenswert ist. Vorsicht: Die Hänge sind über 40 Grad steil und nordseitig in Kammlage. Da der Jubiläumsgrat die erste Bergkette gegen die Wetterfronten aus Nordwesten bildet, bekommt er oft den meisten Schnee ab.

Dann kann der letzte Teil des Weges zur Falle werden. Der Abstieg über die Ferrata kann zu gefährlich sein. Der Abstieg zu Fuß durch das Grieskar ist extrem (!) anstrengend – hier sammelt sich oft mehr Schnee an als erwartet. Der Schnee kann meterhoch eingeweht sein. Bei guten Bedingungen kommt man im Winter schneller voran als im Sommer; bei Neuschnee und ohne Spur wird der Grat zum hochalpinen Unternehmen. Völlig falsch ist, dass die Tour im Winter Training für Westalpenklassiker sei. Die Anforderungen am sommerlichen Rochefort-Grat sind dagegen geradezu lächerlich – der Jubiläumsgrat ist wesentlich schwieriger und erfordert mindestens das Doppelte an Kondition.

Text und Fotos: Heinz Zak

Aus ALPIN 12/11

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