Überwechtete, fein ziselierte Grate, steile Rinnen und Flanken und eine atemberaubende Aussicht bieten sich dem erfahrenen Alpinisten bei der anspruchsvollen Winterbegehung des Mittenwalder Höhenweges.

Anreise:

Von N über die Autobahn München – Garmisch und über die B2 nach Mittenwald. Von S aus dem Inntal über Seefeld/Scharnitz nach Mittenwald. Mittenwald liegt an der Bahnlinie München – Garmisch – Innsbruck.

Hütte:

Brunnsteinhütte, 1560 m, DAV Mittenwald

Kontakt: Hans Peter Gallenberger

Tel. 01 72/8 90 96 13

www.brunnsteinhuette.de

Kein Winterraum, im Winter und Frühjahr am Wochenende bei guter Witterung geöffnet.

Bergbahn:

Karwendelbahn, erste Bergfahrt um 9.00 Uhr (Wochenende um 8.30 Uhr)

Tel. 0 88 23/ 84 80

www.karwendelbahn.de

Von November bis Mitte Dezember wegen Revisionsarbeiten kein Fahrbetrieb.

Bergführer und Info:

Bergführeragentur Mittenwald

Tel. 08823/9269666

www.bergfuehrer-mittenwald.de

Beste Zeit:

Früh im Jahr liegt meist weniger Schnee, später sind die Tage länger, beides bietet Vorteile.

Ausrüstung:

Komplette Klettersteigausrüstung, diverse Karabiner, 2 – 4 lange Bandschlingen, Einfachseil 50 m, Steigeisen, Kurzpickel, LVS-Gerät, Lawinenschaufel, Stirnlampe, Biwakausrüstung.

Literatur:

Paul Werner: Klettersteige Bayern – Tirol – Salzburg, Bergverlag Rother, 2004. Karten: AV-Karte, Blatt 5/1, Karwendelgebirge, West, 1:25000.

Die Tour

Klicken Sie für eine Großansicht.

Mittenwalder Höhenweg

Gesamtzeit: 8 – 12 Std.

Höhenmeter: 500 Hm

Schwierigkeit: schwer

Im Winter hochalpine und anspruchsvolle Überschreitung, bei der neben günstigen Schneeverhältnissen gute Kondition sowie vor allem der erfahrene Umgang mit den Sicherungstechniken (z.B. auch Gehen am kurzen Seil!) Vorraussetzung ist.

Route: Von der Karwendelbahn Bergstation (2244 m) auf dem Rundweg in 25 Min. hinauf zum Beginn des Mittenwalder Höhenweges. Auf der schattigen Nordseite geht es nun entlang der mehr oder weniger verschneiten Sicherungsanlagen hinauf zur Nördlichen Linderspitze (2372 m). Weiter über den luftigen Grat und südseitig hinab in einen kleinen Sattel, das Gatterl (2266 m). Wer bis hierher schon länger als 2 Std. unterwegs war, sollte umdrehen.

Der nächste Abschnitt führt über eine Reihe von Leitern hinauf zum ausgesetzten Grat, welcher bis zur Südlichen Linderspitze (2305 m) führt. Nach kurzem Abstieg zum Gamsanger (2188 m) beginnt der heikelste Teil der Route. Vorbei an einer kleinen Unterstandshütte quert man in der steilen NO-Flanke der Sulzleklammspitze schräg links ansteigend zum Beginn einer engen Rinne (Haken rechts an der Wand). Nach der Rinne hält man sich links, bis man über eine Leiter den Ausstieg aus der Flanke erreicht. Weiter links hoch zu einer Schulter, welche zum Gipfelgrat führt. Entlang dem Grat zur Sulzleklammspitze (2321 m) und Kirchlspitze (2302 m), wo die Sicherungen enden. Über den breiten Rücken gelangt man nun hinab zum Brunnsteinanger (2080 m). Gesamtzeit: 6 – 9 Std.

Abstieg: Am Sommerweg zur Brunnsteinhütte (1560 m). Achtung: Keinesfalls vom Brunnsteinanger direkt die Rinne ins Tal nehmen – Absturzgefahr! Von der Hütte durch den Wald in den Talgrund und über den Feldweg neben der Bundesstraße zur Talstation der Seilbahn (2 – 3 Std.)