Belastung in Kletterhallen

Luftbelastung: Was Hallenkletterer über Feinstaub wissen sollten

"Klettern ist wie Yoga", heißt es. Die positiven Effekte auf den Körper sind ähnlich. Beides verbessert Beweglichkeit, Kraft und Kondition. Ein großer Unter schied ist jedoch die Verletzungsgefahr. Und die Sportstätte! Denn in Kletterhallen lauert ein weiteres, unsichtbares Gesundheitsrisiko.

Leider keine Seltenheit in Kletterhallen: Hohe Konzentrationen Feinstaub in der Luft. 
© Stock.Adobe

Feinstaubbelastung: Mikrokosmos Kletterhalle

Was Jahrzehnte unterschätzt wurde, ist der "Mikrokosmos Kletterhalle". 2008 untersuchte die TU-Darmstadt erstmals die Feinstaubbelastungen in Kletterhallen durch die Verwendung von Magnesium (Weinbruch, Stephan et. al.: Feinstaub in Kletterhallen, 2008). 

Anlass dazu war eine Studie vom Health Council of the Netherlands von 2003, derzufolge die Exposition gegenüber Magnesit (reines Magnesiumcarbonat) zum Auftreten von Atemwegserkrankungen (Bronchitis, pulmonales Emphysem, Pneumokoniose), Nasen- und Augenentzündungen sowie Kopfschmerzen führte.

Weinbruch und sein Team fanden in Kletterhallen hohe Konzentrationen von Feinstaub. Während der Spitzennutzungszeiten wurden PM10-Konzentrationen zwischen 1000 und 2000 µg/m3 gemessen. PM10 entspricht dabei dem Anteil der Partikel, "die beim Einatmen über den Kehlkopf hinaus in die Atemwege vordringen".

<p>Sorgt für zusätzliche Luft-Probleme: Griffe putzen verteilt die Staub-Partikel in der Luft!</p>

Sorgt für zusätzliche Luft-Probleme: Griffe putzen verteilt die Staub-Partikel in der Luft!

© Stock.Adobe

In flacheren Boulderräumen wurden sogar Konzentrationen von zwischen 3500 und 4200 µg/m3 gemessen. PM4-Konzentrationen (noch feinere Partikel, die "bis in die Alveolen vordringen können") erreichten Werte von bis zu 600 µg/m3 (Kletterhallen) bzw. 1000 µg/m3 (Boulderräume). Verantwortlich für die hohen Staubkonzentrationen sei fast ausschließlich Magnesia, so die Wissenschaftler.

Magnesia verursacht: Asthma, Bronchitis, Augenentzündungen und Co.

Weiterlesen mit ALPIN+

Text von Ralf Stefan Beppler

0 Kommentare

Kommentar schreiben