Nur an scharfen Kanten können moderne Bergseile noch reißen. Daher entscheiden in der Praxis vor allem Faktoren wie Handling, Gewicht oder Wasseraufnahme. Wir haben elf Allround-Seile getestet.

Ab in die Wanne: Alle Seile mussten baden gehen.
Ab in die Wanne: Alle Seile mussten baden gehen.

So haben wir getestet:

Alle Seile wurden im Neuzustand auf einer geeichten Waage gewogen. Dann haben wir die Seillänge nachgemessen, indem wir die Seile unter leichtem Zug ausgelegt haben. Das Metergewicht haben wir aus diesen beiden Größen errechnet.

Für den Test der Wasseraufnahme haben wir die Seile zehn Minuten in ein Wasserbad (Temperatur 20 Grad) getaucht (dabei ständig bewegt) und über Nacht aufgehängt (als Bund) abtropfen lassen. Dann haben wir sie erneut gewogen und die Gewichtszunahme festgehalten.

Für den Abriebtest haben wir die Seile in Anlehnung an den Normentwurf der UIAA für die Wasserabweisung partiell 20 Mal durch eine M12er-Mutter gezogen (Winkel 90 Grad). Anschließend haben wir diese Seilstücke noch über 2000 Meter Asphalt geschleift. Unter dem Mikroskop (Vergrößerung 200-fach) wurde der Mantelverschleiß bewertet.

Klicken Sie sich durch die Slideshow mit einem Kurzfazit zu jedem getesteten Allround-Seil.

Welches Seil mit welchem Sicherungsgerät: ALPIN sagt es Ihnen.
Welches Seil mit welchem Sicherungsgerät: ALPIN sagt es Ihnen.

Fazit:

Moderne Bergseile sind ausgereifte und solide Produkte. Es gibt allerdings deutliche Qualitätsunterschiede. Die preisgünstigen Seile konnten nicht überzeugen. Auch in puncto wasserabweisender Ausrüstung waren wir von fast allen Seilen enttäuscht.

Unterm Strich das beste Seil im Test war das Tendon 9.7 Master. Robust, gut im Handling, sehr wasserabweisend und mit einem niedrigen Fangstoß. Für Gewichtsfetischisten ist das Beal Stinger III mit seinem Gewicht von 57,9 g/m interessant.

Ein gutes, wenngleich recht teures Seil ist das Mammut 9.5 Infinity. Es ist alpin wie zum Sportklettern gut geeignet. Vom Handling beim Klettern her hat uns das Sterling Evolution Velocity sehr gut gefallen. Es hat die perfekte Abstimmung zwischen nötiger Steifigkeit und angenehmer Flexibilität.

Hinweis: Die Tabelle ist eine übersichtliche Zusammenfassung des Tests der ALPIN-Ausgabe 07/2013 . Sollten Sie an dem ausführlichen Test interessiert sein, möchten wir Sie bitten, die weiter unten gegebene Möglichkeit der Einzelheftbestellung zu nutzen.

Mit einem Mausklick auf ein Bild, gelangen Sie zu einer komfortablen Großansicht des Produktes.

Alle auf alpin.de veröffentlichten Produkttests finden Sie hier!

Hersteller Modell Preis Bewertung Urteil Tipp
Beal Stinger III 204,95 Euro + leichtestes Seil im Test, + gutes Handling, - rel. hohe Feuchtigkeitsaufnahme gut Gewichts-Tipp
Edelrid Falcon 229,95 Euro + besonders abriebfest, + gutes Handling, - teuer gut
Edelrid Heron Duotec 209,95 Euro + robust, + sehr gute Mittelmarkierung, + recht hohe Sturzzahl sehr gut
Mammut 9.5 Infinity 260 Euro + leicht, + sehr gute Mittelmarkierung, - teuer sehr gut Allround-Tipp
Mammut 9.5 Spark 215 Euro + leicht, + robust, - recht weich gut
Millet Silver TRX 9.8 181,95 Euro + robust, + gutes Handling, - schwer (Metergewicht) gut
Skylotec Bico II 219,95 Euro + sehr gute Mittelmarkierung, + gutes Handling, - hoher Fangstoß gut
Skylotec Cimai DRY 184,95 Euro + griffig, - sehr weich, - sehr hohe Wasseraufnahme befriedigend
Sterling Ropes Evolution Velocity 194,95 Euro + super Handling, + mäßige Wasseraufnahme, - relativ schwer sehr gut
Tendon 9.7 Master 199 Euro + leicht, + robust, + äußerst geringe Wasseraufnahme sehr gut ALPIN-Tipp
Tendon 9.8 Smart Lite 138,95 Euro + preiswert, - extrem weich, - hohe Wasseraufnahme ausreichend