Östlich von Lenggries liegen mit Seekarkreuz und Schönberg zwei tolle Skitourenberge, die sich zu einer idealen Runde verbinden lassen. Bei hoher Schneelage und Kaiserwetter lohnt es sich, zusätzlich den Grasleitenkopf mitzunehmen.

Mit der "Berchtesgadener Reibn" – der Mutter aller Bayrischen Skitouren-Runden – kann es die "Lenggrieser Reibn" allein der Länge wegen natürlich nicht aufnehmen. Eine solide Kondition braucht man aber trotzdem, wenn man östlich der Isar seine Felle aufzieht. Hat man wie wir das Glück, nach einer Neuschneenacht selbst spuren zu dürfen, ist ein gutes Orientierungsvermögen überaus hilfreich. 

Ausblick auf das Seekarkreuz.

| © Michael Pröttel

Wir hielten uns beim Aufstieg zur Lenggrieser Hütte jedenfalls etwas zu weit rechts, was uns die Überschreitung eines ungeplanten Zusatzgipfels bescherte. Doch der Anstieg über den licht bewaldeten Gipfelkamm des Grasleitenkopfes entpuppte sich als landschaftlich sehr lohnender "Verhauer". Meistens ist aber bereits eine Spur vorhanden. Natürlich durchquert man wie bei vielen Skitouren in den Bayerischen Voralpen etliche Waldpassagen auf der etwa zwölf Kilometer langen Runde.

Dank Lichtungen und freier Almflächen ist die "Lenggrieser Reibn" insgesamt eine erstaunlich "weitsichtige" Tour mit wunderbaren Ausblicken Richtung Isartal und Karwendelgebirge. Und auch der Abfahrtsspaß kommt bei dieser abwechslungsreichen Rundtour auf keinen Fall zu kurz!

Wir führen Euch schrittweise über die drei Gipfel: 

ALPIN Info&Touren

Grasleitenkopf, 1433 m – Seekarkreuz, 1601 m – Schönberg, 1620 m

Die Lenggrieser Reibn ist eine der landschaftlich schönsten Skitouren in den Bayerischen Voralpen. Ohne vorhandene Spur braucht man aber ein gutes Orientierungsvermögen.

  • Skitour, mittel

  • Dauer: 5 Std.

  • Höhenmeter: 1200 Hm im Auf- und Abstieg

  • Beste Zeit: Dezember bis Anfang März

  • Talort: Lenggries, 680 m

  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz östlich von Fleck, 720 m

  • Info: Tourist Information Lenggries, 83661 Lenggries, Tel. 08042 5008800, lenggries.de

  • Anreise: Über Holzkirchen und Lenggries nach Fleck. Hier nach links, vor Lebensmittelladen der schmalen Straße zum meist geräumten Wanderparkplatz folgen.

  • Gehzeiten: Parkplatz – Lenggrieser Hütte 1½ Std. – Lenggrieser Hütte – Seekarkreuz 1 Std., Seekarkreuz - Rauhalm ¼ Std., Rauhalm – Schönberg 1¼ Std., Schönberg – Parkplatz 1 Std.

  • Hütte: Lenggrieser Hütte, 1338 m, DAV, ganzjährig bewirtschaftet, Dienstag Ruhetag, Tel. 08042 5633096, lenggrieserhuette.de

  • Karte: AV-Karte, 1 : 25.000, BY13, Mangfallgebirge West.

  • Ausrüstung: Normale Skitourenausrüstung

Route: Beim Parkplatz folgt man der Forststraße ins Tal des Almbachs. Nach mehreren Lichtungen nicht rechts Richtung Schönberg, sondern Wiesenhängen nach Norden folgend an einem alten Stadl vorbei. Im Wald trifft man auf eine Forststraße, der man leicht absteigend folgt. Die Straße macht eine Rechtskurve und führt dann immer in gleicher Richtung nach Osten bergan. Dort, wo die Straße endet, geradeaus weiter zur Lenggrieser Hütte (1338 m). Wer den Grasleitenkopf (1433 m) mitnehmen möchte, hält sich links und folgt dann dessen schönem Gipfelkamm nach Osten zum Kessel der Seekaralm, von wo es nach rechts zur Lenggrieser Hütte geht.

Nach Osten über freie Hänge, dann im Wald zum breiten Südrücken und zum Seekarkreuz. Über den Ostrücken zur Rauhalm abfahren. Nun nach Süden ansteigend über die Zinnenleite und rechts zum Maria Eck. Nach rechts queren zu einer Lichtung, dort nach links auf den Gipfelkamm des Schönbergs und auf den zuletzt freien Gipfel. Für die Abfahrt zunächst dem Anstiegsweg und dann ein Tälchen hinab. Nun der hier so gut wie immer vorhandenen Spur folgend durch eine längere Waldpassage zu den Lichtungen vom Beginn der Tour hinab.

© Michael Pröttel

Wem die Drei-Gipfel-Runde der Lenggrieser Reibn zu lang ist, kann auch einfach nur den Schönberg besteigen.

Schönberg, 1620 m

Dieser Skitourenklassiker ist auch bei nicht ganz sicheren Lawinenverhältnissen machbar, erfordert aber eine hohe Schneelage.

  • Skitour, leicht

  • Dauer: 4 Std. 

  • Höhenmeter: 900 Hm im Auf- und Abstieg

  • Beste Zeit: Dezember bis Anfang März

  • Talort: Lenggries, 680 m

  • Ausgangspunkt: Wanderparkplatz östlich von Fleck, 720 m

  • Info: Tourist Information Lenggries, 83661 Lenggries, Tel. 08042 5008800, lenggries.de

  • Anreise: Über Holzkirchen und Lenggries nach Fleck. Hier nach links, vor Lebensmittelladen der schmalen Straße zum meist geräumten Wanderparkplatz folgen.

  • Gehzeiten: Parkplatz – Lichtung unterhalb Maria Eck 2½ Std., Lichtung – Schönberg ½ Std., Schönberg – Parkplatz 1 Std.

  • Literatur: R. Demmel, M. Stadler: Skitourenführer Bayerische Alpen, Rother Verlag, 2017.

  • Karte: AV-Karte, 1 : 25.000, Blatt BY13, Mangfallgebirge West.

  • Ausrüstung: Normale Skitourenausrüstung.

Route: Beim Wanderparkplatz am Waldrand (bitte die geringe Gebühr entrichten) folgt man der Forststraße nach Südosten, hält sich ein Stück später an einer Gabelung links, um den Almbach zu überqueren, und wendet sich wieder nach rechts, um über eine flache Wiese weiter nach Osten zu spuren. Am Ende der Wiese hält man sich rechts, kommt an einer Hütte vorbei und dahinter zu einer weiteren Lichtung. An deren Ende geht es nach rechts in den Wald. 

Nun folgt man den so gut wie immer vorhandenen Spuren, die meist entlang des Sommerwegs und später entlang eines Tälchens nach Südosten zum großen Wiesenkessel westlich unterhalb des Sattels Maria Eck führen. Noch vor diesem hält man sich rechts und folgt einer weiteren Lichtung nach Süden zum bewadeten Gipfelrücken, der an tollen Felstürmen vorbei zum zuletzt freien Gipfelkamm führt. (Das Gipfelkreuz westlich steht etwas unterhalb). 

Hier findet Ihr den GPS-Track der Tour.

Die Abfahrt erfolgt auf dem Anstiegsweg. Bei ganz sicheren Verhältnissen kann man dem Gipfelrücken weiter bis kurz vor dem Kreuz folgen, steht nicht am höchsten Punkt, und dann nach rechts über eine steile Waldschneise nach Norden abfahren, wo man bald auf den Anstiegsweg stößt.

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