Friends oder Klemmgeräte sind so etwas wie Das Erkennungszeichen von "echten" Kletterern. Aber einfach in den Riss und weiterklettern ist nicht. Wir sagen Ihnen, was beim Einsatz von Klemmgeräten beachtet werden muss.

Mit stolz geschwellter Brust hängt sich der junge Kletterer seine Friends an den Klettergurt. Wer Friends braucht, ist angekommen im "echten" Klettern.

Friends benutzen heißt Routen selbst absichern - zum Teil zumindest. Aber ein Friend ist kein Bohrhaken. Man kann ihn nicht einfach irgendwo im Fels platzieren. Es braucht Risse (oder Löcher), um einen Friend sicher legen zu können.

Auch Querrisse bieten eine gute Möglichkeit, um Friends zu legen.

Die Auswahl an Klemmgeräten (Friends) ist in den letzten Jahren noch einmal größer geworden. Bei einigen Herstellern gehört es wohl zum "guten Ton", Klemmgeräte im Sortiment zu haben. Marktführer in diesem Bereich ist sicherlich Black Diamond mit seinem Produkt Camalot.

Aber die Konkurrenz ist größer geworden. Neben Wild Country, die auch schon Jahrzehnte super Produkte machen, sind mit DMM (Dragon Cam) und Omega Pacific (Link Cams) zwei weitere gute Anbieter mit innovativen Produkten auf dem Markt.

Die Bandbreite der Größen dieser Klemmgeräte ist inzwischen gigantisch. Von dem echten Winzling (Camalot C3 Größe 000) für Risse mit einer Breite im Millimeterbereich bis zum Monsterteil für Rissbreiten von fast 20 Zentimeter reicht das Sortiment.

Aber der kletternde Normalo hat kein komplettes Sortiment an Klemmgeräten auf Lager.

Zum einen kosten die einen Haufen Geld und zum anderen sind sie am Gurt groß und schwer. Die Kunst ist es, sich auf die für die Tour und das Gestein wichtigen Größen zu beschränken.

Welche Größen ?

Die meistgebrauchten Größen bei den Camalots sind die Größen 0,5 bis 4 (bei anderen Herstellern sind die Größenangaben abweichend). Wer sich diesen Satz von sieben Klemmgeräten zulegt, wird zwischen 400 und 500 Euro weniger auf seinem Konto haben, hat dafür aber die meisten Einsatzbereiche abgedeckt. Wer mehr in cleanen Routen klettern möchte, braucht die mittleren Größen doppelt.

In guten Routenbeschreibungen findet man häufig Hinweise auf die Rissgröße oder die benötigten Klemmgeräte-Größen. Ist das nicht der Fall, hilft nur Erfahrung. Bin ich im Kalk unterwegs oder im Granit?

Sind die Risse eher breit oder sehr fein? Ist die Route clean oder findet man hier und da fixe Sicherungsmittel wie Haken oder Bohrhaken?

Friends sind schnell

Friends kann man in Rissen mit parallelen Seitenwänden legen, bei richtigem Gestein und sorgsamer Legeweise sogar in Rissen, deren Seiten nach unten aufgehen. Das kann man mit starren Keilen nicht.

Ein Klemmgerät ist dann optimal positioniert, wenn die Segmente etwa zur Hälfte zusammengezogen sind.

Ein weiterer Faktor ist aber sicherlich für viele Kletterer viel entscheidender: Friends sind viel schneller gelegt. Und wer schonmal aus einer wackligen und kraftraubenden Kletterposition versucht hat, einen Keil zu legen, der weiß, was das wert sein kann. Wenn man sich an die Größen gewöhnt hat (die unterschiedlichen Größen sind farblich markiert), ist ein Friend ruck, zuck im Riss platziert und es kann weitergehen.

Wichtig zu beachten sind einige Grundregeln:

Friends sollte man nie mit fast komplett geöffneten Segmenten legen. Dann halten sie zum einen nicht zuverlässig, zum anderen gibt es Modelle, die diese Positionierung von der möglichen Belastung her nicht aushalten.

Auch das Gegenteil ist schlecht. Einen Friend in komplett zusammengezogenem Zustand zu legen, ist nicht gut.Besonders bei kleinen Größen bekommt man sie dann auch nicht mehr aus dem Riss. Der Nachsteiger, der die teuren Stücke ja wieder einsammeln soll, wird fluchen.

Die optimale Positionierung von Friends ist das mittlere Einsatzdrittel. Friends werden möglichst von unten nach oben positioniert, sprich so gut es geht in die zu erwartende Belastungsrichtung ausgerichtet. Sie halten zwar auch, wenn sie rechtwinklig zum Riss gelegt werden, können aber durch die Bewegung in den Riss wandern.

Ingenieuers-Kunst

Eine Besonderheit in der Gruppe der Klemmgeräte bilden die Link Cams von Omega Pacific.

Die Link Cams arbeiten mit einer Art Faltsegment und haben so einen extrem weiten Einsatzbereich. Das ist toll für Routen oder Touren, in denen man hin und wieder

ein Klemmgerät benötigt, weil ich so nicht ein ganzes Sortiment mitnehmen muss. Allerdings sind die Link-Cams schwerer als normale Friends und auch noch teurer.

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