Das große Lawinen-Special

Ziel: 100 Prozent

Nur mit vollständiger Standardausrüstung, also mindestens Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS, umgangssprachlich „Pieps“), Lawinensonde und Lawinenschaufel, können Sie sich im Ernstfall zu 100 Prozent für die Bergung eines Verschütteten einsetzen. Text: Stefan Winter

Ziel: 100 Prozent
Schaufel, Sonde und LVS sollten immer dabei sein.
Schaufel, Sonde und LVS sollten immer dabei sein.

Verschiedenste Studien zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, alle drei genannten Sicherheitsgegenstände mitzuführen. Bitte stellen Sie sich folgendes Szenario vor und beantworten Sie die nachfolgenden Fragen wirklich selbstkritisch!

"Sie sind auf Skitour, werden von einer Lawine erfasst und einen Meter tief verschüttet. Innerhalb der ersten 18 Minuten haben Sie nun eine Überlebenschance von 90 Prozent (nach H. Brugger, 2001)."

Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS)

Dieses elektronische Sende- und Ortungsgerät muss am besten in der mitgelieferten Tragetasche am Oberkörper „spätestens“ über der ersten Bekleidungsschicht getragen werden.

Stand der Technik sind digitale Geräte mit drei Antennen. Aber auch die Zwei-Antennen-Geräte können für Geübte empfohlen werden. Ein-Antennen- Geräte sind veraltet. In der Norm ist unter anderem festgeschrieben, dass alle Geräte untereinander kompatibel sein müssen, d.h. dass sie ihre Signale gegenseitig empfangen können.

In der technischen Ausführung und den Bedienmöglichkeiten gibt es dagegen große Unterschiede. Diese sollte man sich in aller Ruhe erklären lassen (siehe auch die Gebrauchsanweisung). Mit dem Kauf alleine ist es jedoch nicht getan; entscheidend ist die richtige Handhabung!

Diese muss man mindestens am Beginn jeder Saison durch Üben und Training automatisieren, so dass man im Ernstfall auch unter Stress korrekt handelt.

Ebenso sollte man mit genug Batterieleistung und intakten Geräten unterwegs sein, was beim LVS-Check vor dem Losgehen festgestellt werden kann. Eine komplette Testübersicht und Bewertung finden Sie

Kosten: ab 200 Euro.

Lawinensonde

Ist man bei der Punktortung mit dem LVSGerät direkt beim Verschütteten angelangt, kann man nun mit einer Sonde dessen genaue Lage bestimmen. Dies ist von großer Bedeutung, um nicht durch eine ungenaue bzw. nur grobe Ortung an der falschen Stelle mit dem Schaufeln anzufangen und so unnötig Zeit zu verlieren.

Sonden bestehen aus Aluminium oder Karbon und sind heute so leicht (190 bis 360 Gramm), dass das Gewicht keine Rolle spielt. Sie bestehen wie eine Zeltstange aus mehreren Segmenten, die durch eine Kevlarschnur oder ein Stahlkabel verbunden und mittels Schnellverschluss fixierbar sind.

Die Länge reicht bei allen im Handel befindlichen Modellen aus (190 bis 320 cm), da Verschüttungen tiefer als 1 Meter selten sind. Entscheidend ist jedoch die Stabilität der Sonde!

Klicken Sie für eine Großansicht!
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Je dicker die Sonde ist, desto weniger "verläuft" sie beim Sondieren aus der Stoßrichtung. Des weiteren muss der Fixiermechanismus so gut sein, dass die einzelnen Elemente fest aneinander gepresst sind und kein Spiel mehr haben.

Kosten: ab 29 Euro.

Lawinenschaufel

Das Ausgraben eines Verschütteten dauert meist länger als das Lokalisieren. Deshalb ist es besonders wichtig, optimales Material zu benutzen und die richtige Technik anzuwenden. Der Trend geht eindeutig zum langen Stiel (39 bis 72 cm) und zum Schaufelblatt aus Metall (Aluminium), da es wesentlich stabiler als Kunststoff ist.

Das hilft aber nur, wenn die Verbindung zwischen Blatt und Stiel absolut robust ist. Beim Stiel ist ein T-förmiger Griff am gängigsten. Teleskopartige Verlängerungen des Stiels erleichtern den Muskeln die Arbeit durch den größeren Hebel.

Gerade bei der Schaufel lohnt es sich, die robusteste zu wählen und so das Bruchrisiko zu minimieren.

Gewicht: 494 bis 784 Gramm.

Kosten: ab 34 Euro.

Text: Stefan Winter