Mit dem Wohnmobil in den Winterurlaub? Was früher nur etwas für Hartgesottene war, ist dank moderner Ausrüstung, wintertauglichen Reisemobilen und zahlreichen geöffneten Camping- und Wohnmobilstellplätzen heute eine Möglichkeit zum günstigen Ski- oder Skitourenurlaub. Mit unseren acht Tipps gelingt das Wintercamping!

Komfort und Wellness: Der Camping- oder Stellplatz

Mittlerweile gibt es ganzjährig geöffnete Campingplätze, die weitreichenden Komfort, beheizte Sanitäranlagen und teilweise sogar Wellnessangebote mit Hallenbad und Sauna bieten. Nutzt man die sanitären Einrichtungen und die Dusche am Camping- oder Stellplatz, spart man erheblich Gas, da kein Warmwasser über den Boiler der Gasheizung generiert werden muss. Wer autark unterwegs ist und keinen Campingplatz benötigt, kann oftmals auf Anfrage auch auf den Parkplätzen der Skilifte nächtigen.

Unser Tipp: Um Gas und Heizkosten zu sparen, wählt man einen Stellplatz, an dem möglichst lange die Sonne scheint.

Schön warm und gemütlich: Die Heizung

Um beim Aufenthalt im Wohnmobil nicht zu frieren, benötigt dieses eine Heizung. Bei kleineren Wohnmobilen wird die Wärme über eine Standheizung auf Diesel-Basis generiert, größere Wohnmobile nutzen hierfür separate Gasflaschen mit fünf oder 11 Litern. Je nach Außentemperatur und Größe des Fahrzeugs reicht eine 11-Liter-Gasflasche im Winter zwei bis drei Tage lang. Wichtig ist natürlich, dass die Gasflasche oder der Dieseltank vor der Nacht gefüllt ist, deshalb unbedingt vor Abfahrt die Gas-Vorräte prüfen.

Unser Tipp: Zwei Gasflaschen an Bord helfen auch bei längeren Aufenthalten und Touren. Eine Umschaltautomatik zwischen den Flaschen sorgt dafür, dass man nicht nachts manuell von der leeren auf die volle Gasflasche wechseln muss.

Draußen kalt, drinnen gemütlich: Wintercamping mit dem Wohnmobil

Draußen kalt, drinnen gemütlich: Wintercamping mit dem Wohnmobil

| © SUNLIGHT

Vor dem Einfrieren schützen: Die Wasserversorgung

Das Wasser im Frischwasser- und Abwassertank sowie in den Wasserleitungen kann gefrieren und das Fahrzeug dadurch Schaden nehmen. Moderne wintertaugliche Wohnmobile sind mit einer Heizung ausgestattet und gegen Kälte isoliert, ein innen liegender Frischwassertank sollte dementsprechend nicht aufgefrieren. Teilweise gibt es sogar Modelle mit isoliertem und beheiztem Abwassertank. Hierauf sollte man beim Kauf achten!

Einen unbeheizten Wassertank kann man auch mit einem Kanister ersetzen. Hat man keinen beheizten Abwassertank, kann man das Abwasser auch direkt nach außen in einen Eimer leiten und das gesammelte Abwasser dann - notfalls auch als Eisblock - entsorgen.

Unser Tipp: Ein 3/4 gefüllter Tank gefriert nicht so schnell wie ein fast leerer Tank.

Übrigens: Die Boiler in wintertauglichen Reisemobilen und Camper Vans verfügen über einen sogenannten Frostschutzwächter. Das bedeutet: Die Heizung hat ein Frostventil, dass sich automatisch öffnet und das Wasser auslaufen lässt, bevor es gefriert. Deshalb: Die Bordheizung bereits rund eine Stunde vor dem Befüllen mit Wasser starten, damit das Wasser auch an Bord bleibt.

Die Isolierung ergänzen: Thermo-Fenstermatten und Isolierungen

Kältebrücken in Wohnmobilen wie z. B. am Fenster des Fahrerhauses lassen sich mit speziellen Thermo-Fenstermatten ausmerzen. Auch für Hecktüren gibt es passende Isolierungen, sodass der Schlafbereich auch bei Camper Vans mollig warm bleibt.

Im Wohnmobil Gas sparen geht auch, indem man die Temperatur nicht ganz so hoch dreht und stattdessen etwas wärmere Bekleidung trägt. Ideal passen auch die Fleecejacken aus unserem Produkttest:

Problemfaktor beim Wintercamping: Strom

Im Winter ist der Stromverbrauch höher als im Sommer. Es wird früher dunkel und man verbringt mehr Zeit im Fahrzeug. Es ist also ratsam, sich mit dem Landstrom des Camping- oder Stellplatzes zu verbinden, weil die Bordbatterie weniger Leistung bei Temperaturen unter null bringt.

Unser Tipp: Den Kühlschrank mit Strom statt Gas betreiben, um Gas für die Heizung zu sparen.

 Tief verschneit: Wintercamping mit dem Wohnmobil

Tief verschneit: Wintercamping mit dem Wohnmobil

| © picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Trockene Ausrüstung bei Wintercamping mit dem Wohnmobil: Die Heckgarage nutzen

Viele größere Wohnmobile besitzen eine Heckgarage, teilweise wird diese sogar beheizt. Hier findet sich ausreichend Platz für die Ski(touren)-Ausrüstung, Skischuhe und auch die feuchte Skibekleidung. Somit bleibt die Feuchtigkeit draußen und gelang nicht in den Wohnraum.

Unser Tipp: Ist die Heckgarage mit einer Steckdose ausgerüstet, kann man elektrische Skischuhtrockner nutzen und schlüpft am nächsten Morgen in trockene und warme Skischuhe.

Sicher unterwegs: Winterreifen und Schneeketten

Bei winterlichen Verhältnissen ist die entsprechende Bereifung Pflicht: Wird man bei Eis und Schnee ohne Winterreifen angetroffen, drohen in praktisch allen Alpenländern Geldbußen.

Für Alpenpässe und viele Zufahrten zu Skigebieten kann im Winter die Schneekettenpflicht gelten, deshalb sollten diese eigentlich immer mit an Bord sein. 

Unser Tipp: Bereits zuhause über die Verhältnisse unterwegs und vor Ort informieren. Moderne Webcams bieten hierfür eine gute Möglichkeit, z. B. unter foto-webcam.eu.

Bei Neuschnee: Das Dach regelmäßig von Schnee befreien

Nasser Schnee kann schnell zur tonnenschweren Last werden. Auch um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu gefähren, müssen Schnee und Eis vom Dach entfernt werden, um nachfolgende Fahrzeug nicht zu gefährend. Auch das Risiko, dass das Dachfenster nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, wird hiermit minimiert.

Tipp: Eine Teleskopleiter, Schneeschieber und eine Schneeschaufel gehören mit ins Gepäck!

Keine Lust auf Wintercamping? Dann ist bei unseren zehn im Winter geöffneten Alpenvereinshütten bestimmt was für euch dabei:

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