"The swiss machine" besteigt alle 82 Viertausender der Alpen innerhalb von 62 Tagen!

Am 09. Juni war Ueli Steck gemeinsam mit dem deutschen Alpinisten Michi Wohlleben gestartet. Das Ziel der beiden war klar definiert: Alle 82 Viertausender der Alpen sollten innerhalb von 80 Tagen bestiegen, die Distanzen zwischen den Bergen "nur mit eigener Muskelkraft" zurückgelegt werden.

Das bedeutet: viel laufen, rennen, mit dem Gleitschirm fliegen und Rad fahren. Über 1000 Kilometer sollten so dem ursprünglichen Plan zu Folge zusammenkommen. Die Zahl der zu bewältigenden Höhenmeter liest sich mit 100.000 aber noch imposanter. 

Ueli Steck besteigt alle 82 Viertausender der Alpen
Tolle Leistung: Ueli Steck besteigt alle 82 Viertausender am Stück! | © Ueli Steck / www.facebook.com/82summits

Michi Wohlleben musste dann aber schon nach ein paar Gipfeln bald aufgeben. Bei einem Gleitschirmflug Ende Juni zog sich der 24-Jährige schmerzhafte Prellungen zu.

Ueli Steck machte weiter und bestieg Gipfel um Gipfel, mal alleine, mal mit seiner Frau Nicole, mal mit befreundeten Bergsteigern wie Andreas Steindl, David Göttler oder Jonathan Griffith, die für einen oder mehrere Gipfel dazukamen.

Dabei kam es im Mont-Blanc-Gebiet zu einem furchtbaren Unfall, als Ueli Steck mit Martjin Seuren (32) am 23. Juli gemeinsam den Rochefortgrat im Mont-Blanc-Massiv überschreiten wollte. Seuren stürzte 300 Meter ab, fiel in eine Gletscherspalte und konnte nur noch tot geborgen werden.

Steck entschied sich dennoch, das Projekt fortzusetzen und verkündete am 12. August auf seiner Facebook-Seite, den letzten Gipfel des Projekts, den Barre des Écrins in Frankreich (4102 Meter), bestiegen zu haben:

"Yesterday we finished the 82 Summits. I am super exited. The morning yesterday started with a 3.5h detour. I missed the trail in the dark and i run up the wrong valley. Around 8.00 am i was back down at the Parking to start again, this time in the daylight and with already a good warmup! Climbing les Ecrins was just great, nice conditions. Today we heading down to Ceuse to celebrate and to see if we still can hold on on steep Limestone. I am still super psyched, i could move on.... lets see what comes next!"

Unterstützt wurde Ueli Steck von einem Team, besonders von Daniel Mader, der für die Logistik verantwortlich war, viele Gipfel mit bestieg und zahllose Bilder der Touren machte. Übernachtet wurde im Wohnwagen, auf Berghütten, Hotels und im Biwak. 

Die Live-Berichterstatung ist im deutschen Sprachraum bislang beispiellos in der Bergsteiger-Szene. Auf allen gängigen Kanälen konnte man sich auf dem Laufenden halten. Es gab bzw. gibt eine Webseite, einen Instagram-Auftritt, eine Facebook- und eine Twitter-Seite. Es wurden nahezu täglich Live-Bilder geposted, Videos gefilmt, Tweets versendet. 

Alles in allem ein bergsteigerisch, konditionell, logistisch und in Sachen Berichterstattung beeindruckendes Projekt, zu dem wir Ueli Steck und seinem Team gratulieren. Ueli selbst scheint nicht über die Maße erschöpft. der Nachrichtenagentur AFP sagte er: "Für mich war das eine sehr schöne Erfahrung, eine sehr schöne Reise."