Im Kanton Obwalden sind drei junge, noch nicht flugfähige Bartgeier ausgewildert worden. Die drei weiblichen Vögel sollen dazu beitragen, dass sich in den Alpen wieder eine feste Bartgeierpopulation bilden kann.

Daniel Hegglin, der Geschäftsführer der Stiftung Bartgeier, zeigte sich nach der geglückten Auswilderung im Wildtierschutzgebiet Huetstock zufrieden. Die Vögel leben nun in einer rund zwanzig Meter breiten Nische unter einem Felsvorsprung, sagte er gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung.

Die drei Tiere stammen aus der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee in Österreich, dem Zuchtzentrum Vallcalent in Spanien sowie dem Natur- und Tierpark Goldau. Sie sind zwischen neunzig und hundert Tagen alt. Ausgewählt worden waren die Tiere nach genetischen Kriterien. Sie sollen frisches Blut in die kleine Bartgeierpopulation in den Alpen bringen.

Die Jungtiere müssen zunächst noch gefüttert werden. Wichtig sei, dass sie möglichst wenig Kontakt mit Menschen hätten, sagte Hegglin weiter. Sie werden von einem Team von "Pro Bartgeier" überwacht, bis sie in drei bis vier Monaten selbständig sind.

Alle drei Bartgeier sind Weibchen. Sie werden aber erst in fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif sein und bis dahin sollen weitere Vögel ausgesetzt werden.

Knochen statt Lämmer

Der Bartgeier wurde als vermeintlicher Lämmerdieb verfolgt und war vor über hundert Jahren aus den Alpen verschwunden. Die Stiftung Bartgeier schreibt jedoch, dass er vor allem Knochen von toten Tieren verwerte und keine Beute schlage.

Nach und nach kehrt der Bartgeier wieder in den Alpenraum zurück. Die Stiftung Bartgeier wilderte seit 1991 in der Schweiz 38 Vögel aus. Seit 2007 brüten wieder Bartgeierpaare in der Schweiz. Auch in den Allgäuer Alpen wurde während einer Führung des Landesbund für Vogelschutz ein Bartgeier gesichtet.

0 Kommentare

Kommentar schreiben