Absturz vermutlich auf Schneefeld
Am 17. April 2026 startete eine 28-Jährige aus dem Landkreis Heinsberg laut Informationen der Landespolizeidirektion Tirol in den frühen Morgenstunden von Nesselwängle zu einer Bergtour in Richtung Rote Flüh (2108 m). Den Gipfel erreichte sie gegen 7:30 Uhr. Da die Bergsteigerin nicht wie vereinbart zurückkehrte und nicht erreichbar war, erstattete ihr Bruder Anzeige. Im Zuge der Fahndung wurde ihr Fahrzeug im Ortsgebiet von Nesselwängle gefunden.
Vermisstmeldung löst große Suchaktion aus
Noch am Abend des 17. April begann eine umfangreiche Suchaktion im Bereich Rote Flüh, Friedberger Klettersteig, Gelbe Scharte und Schartschrofen. Im Einsatz standen die Bergrettungen Nesselwängle, Vils und Reutte, sowie Drohnen mit Wärmebildtechnik und ein Hubschrauber. Am Morgen des 18. April wurde die Suche mit dem Polizeihubschrauber "Libelle Tirol" fortgesetzt.
Im Zuge des Sucheinsatzes wurde die Vermisste schließlich unterhalb des Schartschrofens (1968 m) im Reintal aufgefunden. Die Frau erlitt tödliche Verletzungen. Nach bisherigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass die 28-Jährige beim Abstieg auf einem Schneefeld ausrutschte und anschließend rund 120 Höhenmeter über felsdurchsetztes Gelände abstürzte. Der Leichnam wurde per Hubschrauber geborgen.
Absturz am Schartschrofen vermutlich auf Schneefeld
Klassiker mit alpinem Anspruch: Rote Flüh und Schartschrofen
Die Tour von Nesselwängle auf die Rote Flüh (2108 m) mit Übergang zum Schartschrofen (1968 m) zählt zu den klassischen Unternehmungen in den Tannheimer Bergen. Der Anstieg führt über steile, teils versicherte Steige und verlangt Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit.
Der Übergang über die Gelbe Scharte ist alpin geprägt und weist ausgesetzte Passagen auf. Der Aufstieg zum Schartschrofen über den mittelschweren Friedberger Klettersteig (B) sollte von Anfängern und im Frühjahr mit Klettersteigausrüstung begangen werden.

