Frühling im Tal, Winter in nordseitigen Hängen
Der Frühling hält Einzug ins Tal, doch in den schattigen Nordhängen der Berge herrscht vielerorts noch tiefer Winter. Die Verhältnisse in der Übergangszeit sorgen immer wieder für alpine Notfälle, bei denen Wanderer in schwieriges Gelände geraten. So auch am Faschingsdienstag, als die Bergwacht Füssen zur Rettung eines Pärchens am Säuling ausrücken musste.
Wie die Bergwacht Füssen mitteilt, war das schwäbische Paar gut ausgerüstet, aber unerfahren in winterlichen Hochgebirgstouren. Sie hatten sich bei der Routenwahl vollständig auf eine Handy-App verlassen. Diese empfahl den nordseitigen Anstieg auf den Säuling – eine anspruchsvolle, hochalpine Route, die im Sommer zwar reizvoll, im Winter jedoch für normale Bergwanderer ohne spezielle alpine Kenntnisse nicht machbar ist.
Blockiert im Schnee, Rettung per Helikopter
Auf etwa 1.800 Metern gerieten die beiden abseits des Sommer-Normalwegs in steiles Absturzgelände mit mehr als einem Meter instabilem Altschnee. Die Situation wurde zu gefährlich, sodass sie sich richtigerweise entschieden, einen Notruf abzusetzen, anstatt weiter ins Risiko zu gehen.
Die Bergwacht Füssen entsandte zwei Luftretter, die das Paar mit Unterstützung des Rettungshubschraubers Christoph 17 sicher bergen konnten. Eine terrestrische Rettung hätte in diesem schwierigen Gelände mehrere Stunden gedauert und die Retter selbst in Gefahr gebracht.
Appell der Bergwacht: Nordseitige Routen noch meiden!
Die Bergwacht Füssen appelliert an alle Bergbegeisterten, sich besonders in dieser Jahreszeit vorab über die aktuellen Verhältnisse zu informieren. Der Deutsche Alpenverein und die lokalen Tourismusbüros bieten wertvolle Einschätzungen zur Schneelage und Tourenplanung. Zudem wird dringend empfohlen, nordseitige Routen aktuell noch zu meiden, da hier oft winterliche Bedingungen herrschen.
Digitale Karten und Apps können eine hilfreiche Unterstützung sein, ersetzen jedoch keine umfassende Tourenplanung und alpine Erfahrung. Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte stets die aktuelle Wetterlage, Lawinenwarnungen und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen.



7 Kommentare
Kommentar schreiben@Ludwig, was heißt hier Übergangszeit? Selbst in den Mittelgebirgen liegt teils noch Schnee, wir haben Anfang März und Skigebiete noch voll. Ich verstehe nicht, wieso man so früh schon Bergtouren machen muss?
@Imladres: Danke für Deinen Beitrag. Wenn man keine Erfahrung hat, dann sollte man vielleicht erst Erfahrung bei guten Bedingungen sammeln, auch da kann man an seine Grenzen kommen, insb. wenn man noch nicht die Erfahrung hat.
Es ist wirklich eine nervige Übergangszeit aktuell. Die Südseiten sind schneefrei, aber überall wo nur minimal Schatten ist liegt noch Eis und Schnee.
Trotzdem muss man als guter Bergsteiger auch erkennen, wann man aufgeben muss, bevor es so weit kommt.
Danke an die Bergwacht, die so viele rettet, ihr seid die Besten!
Ich frage mich bei vielen Rettungseinsätzen wieso die Leute nicht umkehren wenn es für sie zu schwierig wird? Das passiert sogar am hellichten Tag und gutem Wetter. Offenbar ist es einfacher einen Notruf abzusetzen, als den mühsamen Rückweg ins Tal aus eigener Kraft zu absolvieren.
Aber wie willst du Erfahrung aufbauen und lernen, wenn du nicht auch mal an und über deine Grenzen gehst?
nichts für ungut aber der Gedanke steht dem für mich entgegen. Vor allem auf den von Ingo bezogen…
Ich frage mich oft, du planst so eine Tour über eine App, dann gehst raus und steigst an und hältst dich an den Normalweg der in der App angezeigt wird. Dann musst du doch sehen, wenn es für dich nicht weitergeht, genau da setzt meine Frage an: Warum kannst du dann nicht rechtzeitig umkehren?
Unfassbar mal wieder, egal wie gut du ausgerüstet sein magst, wenn du keine Erfahrung hast dann hilft die beste Ausrüstung nichts.