Unter dramatischen Umständen kamen zwei Menschen ums Leben, sechs weitere wurden verletzt.

Helfer der Bergwacht stützen einen völlig erschöpften Aktiven. Bild: dpa.
Helfer der Bergwacht stützen einen völlig erschöpften Aktiven. Bild: dpa.

Auf seiner Internetseite warnte der Veranstalter vor den zu erwartenden ungemütlichen Witterungsverhältnissen. Demnach waren für den Sonntag in Gipfelnähe Temperaturen von drei bis fünf Grad Celsius und Windböen bis 80 km/h vorhergesagt.

Bei regnerischem Wetter starteten um am Sonntag um 09:00 Uhr morgens etwa 550 Läufer in Ehrwald, auf der Tiroler Seite der Zugspitze. Die Schnellsten sollten die 15 km zum Ziel in 2644 Metern Höhe in gut zwei Stunden bewältigen. 2100 Metern Höhenunterschied galt es zu überwinden.

Zunächst ging es über eine sieben Kilometer lange Forststraße durch Wälder und blühende Wiesen. Besondere Vorkommnisse? Keine. Allerdings ging mit zunehmender Höhe der Regen in Schnee über. Eisiger Wind kam auf.

Dann reihten sich die Läufer, viele von ihnen in kurzer Hose und T-Shirt, auf dem schmalen Bergweg übers "Gatterl" und es wurde steil und richtig anstrengend. Inzwischen lagen zehn Zentimeter Neuschnee. Nass von Regen, Schnee und Schweiß quälten sich die Teilnehmer weiter nach oben.

Die Bild-Zeitung zitiert einen Läufer: "Am Startpunkt hatte es noch 15 Grad. Deswegen sind die meisten so wie ich in Hemd und kurzer Hose gelaufen. Doch ab einer Höhe von 2300 Metern wurde es richtig beschissen: Kalt, Schnee - und dann dieser scharfe Wind. Das kühlt dich so aus, da verlierst du die Koordination, kannst nicht mehr richtig auftreten. Als ich zum Gipfel kam, war ich so fertig, dass ich nicht mal mehr gemerkt habe, wie sie mir die Medaille umgehängt haben. Obwohl ich mich im Whirlpool aufwärmen konnte, habe ich über eine Stunde lang geschlottert."

Für viele der Sportler wurde die Anstrengung zu groß und sie brachen vor Erschöpfung zusammen. Rettungskräfte und Bergwachtler wurden zusammengerufen, Helikopter machten sich auf den Weg. Ein dramatischer Kampf gegen den Tod begann. Insgesamt waren 80 Helfer von BRK und Bergwacht im Einsatz.

Helfer laden auf der Zugspitze einen unterkühlten Extremsportler in einen Rettungshubschrauber. Bild: dpa.
Helfer laden auf der Zugspitze einen unterkühlten Extremsportler in einen Rettungshubschrauber. Bild: dpa.

Nahe der Knorrhütte in 2051 Metern Höhe wurde vergeblich versucht, zwei kollabierte Sportler zu reanimieren. Sie starben - zehn Minuten vor dem Ziel - an Erschöpfung und Unterkühlung. Nach Polizei-Angaben handelt es sich um einen 41-Jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Witten und einen 45-Jährigen aus Ellwangen in Baden-Württemberg.

Einige weitere Sportler konnten erfolgreich reanimiert werden. Sechs Teilnehmer wurden mit schweren Unterkühlungen mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Garmisch geflogen.

Hätte der Lauf wegen der schlechten Wettervorhersage abgesagt werden müssen? Einzelne Retter bejahten diese Frage und bezeichneten es als leichtsinnig, das Rennen bei derart schlechten Witterungsbedingungen zu starten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.