Besteigungsversuch an dem 8163 Meter hohen Berg wird durch Schnee, Wind und Kälte erschwert.

Wie extrem die Bedingungen am "Berg der Seelen" sein können, hat Kammerlander schon einmal schmerzlich erfahren müssen. 1991, bei seinem ersten Besteigungsversuch, überlebte der Südtiroler nur mit sehr viel Glück einen infernalischen Höhensturm; seine beiden Partner, Karl Großrubatscher und Friedl Mutschlechner, blieben am Berg.

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Damals hatte sich Kammerlander geschworen, nie mehr an den Ort der Katastrophe zurückzukehren. Über ein Vierteljahrhundert hielt sich der Extrembergsteiger an sein Wort, ehe er heute, mit inzwischen 60 Jahren, doch wieder seinem "Schicksalsberg" gegenübersteht. 

Stephan Keck und Hans Kammerlander bei ihrer Ankunft im Basislager am 29.10.2017.

| © Markus Pucker / manaslu-film.com.

Zum einen , um "ohne Leistungsdruck [...] auf den Berg zu gehen und damit einen Weg zu beenden", wie er Stefan Nestler von Abenteur Sport in einem Interview verriet, zum anderen - und darauf liegt das Hauptaugenmerk - für Dreharbeiten zu dem Kinofilm "Manaslu - Berg der Seelen".

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Ende Oktober haben Kammerlander, sein Seilpartner Stephan Keck, das Expeditions-Team sowie der (kleine) Filmtross ihr Basislager am Fuße des achthöchsten Berges der Erde bezogen - und sahen sich gleich mit einem großen Problem konfrontiert: Schnee! Und zwar in solchen Massen, "wie ich es selten erlebt habe", ist sich Kammerlander sicher. 

"Das sieht nicht sehr gut aus! Der ganze Berg, die oberen, ziemlich steilen Flanken, die Serac-Zonen – alles komplett zu, bedeckt von einem endlosen Weiß. Da liegen sicher über zwei Meter Neuschnee", so der Südtiroler auf seiner Homepage.

Schneit es weiter, ist an einen Gipfelversuch nicht zu denken, das weiß auch Kammerlander, der mit seinem Team weiter auf einen Wetterumschwung hofft: "Wenn sich der Schnee bei steigenden Temperaturen setzen oder der Sturm uns den Schnee aus den Hängen treiben und damit die Lawinengefahr erheblich sinken würde, sähe die Sache schon wieder anders aus. Doch solange müssen wir warten. Alles andere wäre ein viel zu großes Risiko."

Aber es ist nicht nur der Schnee, der dem Bergprofi zu schaffen macht: Temperaturen um die 40 Grad minus und Windgeschwindigkeiten von teilweise über 100 Stundenkilometern im Gipfelbereich erschweren die Lage am Manaslu zusätzlich. 

Die Dreharbeiten verliefen laut Gerald Salmina bisher jedoch nach Plan. Wähernd des Marsches zum Basislager habe man mit drei Kameras und einer Drohne gefilmt, so der Regisseur auf manaslu-film.com. "Ab Lager 1 Richtung Gipfel werden zwei Kameras und GoPro’s im Einsatz sein" - wenn ihnen der "Berg der Seelen" nicht doch noch einen dicken Strich durch die Rechnung macht.

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4 Kommentare

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Brigitte

Ich wünsche Hans alles Glück der Erde. Ich kenne ihn seit 1979. Wir hatten viele schöne Klettertouren. Er ist ein feiner Bursche mit positivem Denken und viel Empathie. Sein letzter 8-Tausender soll ihm nicht zum Verhängnis werden sondern ein Frieden mit sich selbst und seinen Kameraden.
Zu seinem Unfall sage ich, diejenigen die ihn tadeln sollen in ihre eigene Unzulänglichkeit schauen. Da gibt es sicher viel selbst zu verbessern

Peppi

Wünsch In der ganzen Gruppe einen heilen verlauf,I wos der Hons wird die riechtige Entscheidung Trefen NAMESTE

Albert

Ich drücke euch fest die Daumen, bin überzeugt ihr schafft das! Freu mich schon auf dem Film vom Manaslu!
Lb. Grüsse Albert aus dem Zillertal

ellese

Er wird hoffentlich zeitig bereit sein, umzukehren. Seine Freunde haben dort ihr Leben gelassen. Das Filmprojekt darf ihn nicht unter Druck setzen. Dieser Berg könnte sein Schicksalsberg bleiben...