Noch hat die Staatsanwaltschaft Bozen die strafrechtlichen Ermittlungen im Fall Kammerlander nicht abgeschlossen. Dass der Extrembergsteiger wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung angeklangt werden wird, steht nahezu außer Frage. Auch von einer möglichen Gefängnisstrafe für den Südtiroler ist bereits die Rede. Kammerlander selbst hofft auf einen Vergleich.

Nur noch Schrott: Der bei dem Unfall schwer beschädigte Mercedes von Hans Kammerlander (Foto: picture-alliance.com).
- Anzeige -

Wie die Neue Südtiroler Tageszeitung in ihrer Onlineausgabe berichtete, deute alles auf eine gerichtliche Einigung hin, die noch in diesem Herbst am Landesgericht geschlossen werden könnte. Kammerlander würde so der ihm drohenden Gefängnisstrafe wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung entgehen.

Auch wenn das technische Fachgutachten derzeit noch von der Staatsanwaltschaft Bozen ausgewertet wird: An der Rolle des berühmten Profibergsteigers gibt es kaum Zweifel. So kommt Verkehrsexperte Carlo Pietrini in seiner Untersuchung zu dem Schluß, dass der 56-Jährige am 26. November 2013 zwischen Uttenheim und Mühlen in Taufers mit seinem PKW auf die Gegenfahrbahn geraten war, wo er zunächst drei Autos streifte, bevor er mit dem Ford Fiesta von René Eppacher frontal kollidierte.

Für den 21-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Bei Kammerlander, der nach dem Unfall aufgrund mehrere Verletzungen einige Tage im Krankenhaus verbringen musste, konnten 1,48 Promille Alkohol im Blut festgestellt werden.

- Anzeige -
Hofft auf einen Vergleich: Hans Kammerlander (Foto: picture-alliance.com).

Dass Gutachter Pietrini mit seiner Rekonstruktion des tödlichen Unfalls richtig liegt, wird offensichtlich auch von Peter Paul Brugger nicht angezweifelt. Hatte der Verteidiger von Hans Kammerlander zunächst noch angekündigt eine Gegenexpertise veröffentlichen zu wollen, scheint der Anwalt von diesem Vorhaben inzwischen wieder abgerückt zu sein.

Zu Kammerlanders Glück, so die Neue Südtiroler Tageszeitung, war der Mercedes Vaneo von Kammerlander in Deutschland angemeldet und versichert. Denn die Versicherung des ehemaligen Extrembergsteigers hat den Hinterbliebenen des Unfallopfers bereits ein Schmerzensgeld in unbekannter Höhe zukommen lassen.

Ein Grund, warum Kammerlander auf einen Vergleich hoffen darf. Wäre sein PKW in Italien versichert gewesen, hätte kein Unternehmen für den Schaden gezahlt, so der Anwalt des Südtirolers.

Quelle: www.tageszeitung.it

- Anzeige -